Australien wundert sich über Florian Mayers Niederlage gegen einen Mann ohne Arme, diskutiert über Andy Murrays Vorliebe für möglichst wenig Stoff auf der Haut, bewundert Tennis-Oma Kimiko und fühlt den Schmerz in Serena Williams dicker Lippe. sportal.de fasst zusammen.
Seinen Status als Nummer 25 der Setzliste bei den Australian Open hatte Florian Mayer schon in seinem Eröffnungseinzel gegen den Wildcard-Inhaber Rhyne Williams lange gut verstecken können. "So schlecht habe ich glaube ich noch nie in meinem Leben gespielt", hatte der Deutsche laut kicker.de resümiert, nachdem er sich nur mit enormer Mühe mit 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1 hatte durchsetzen können.
Doch wenn das schon der schlechteste Auftritt seiner Karriere gewesen sein soll, wie kommentiert Mayer dann sein sang- und klangloses Zweitrundenaus gegen den Litauer Ricardas Berankis? In nur 77 Minuten ließ er sich von der Nummer 110 der Weltrangliste mit 2:6, 3:6, 1:6 abfertigen - von einem Mann, dessen Namen man auf Deutsch laut google mit "ungeschickt" oder "armlos" übersetzen würde...
Murray schlägt in hautengen Shirts
In der dritten Runde darf sich Andy Murray mit Berankis messen. Der Brite hatte in seinem Zweitrundenmatch gegen den Portugiesen Joao Sousa keinerlei Probleme und siegte trotz enormer Hitze leicht und locker mit 6:2, 6:2, 6:4. Mehr als über das Match wurde daher auf der anschließenden Pressekonferenz auch über das Outfit des Schotten gesprochen. Vor allem die hauteng anliegende T-Shirts Murrays hatten es der Weltpresse offenbar angetan.
"Ich mag es einfach nicht, wenn Shirts an den Ärmeln zu lang sind und sich die Ellbogen dann im Stoff verfangen", kommentierte Murray laut Reuters. "Je weniger Stoff ein Shirt hat, desto besser ist es meiner Meinung nach. Dann stört auch nichts." Das gelte allerdings nur für Oberteile, bei Hosen sieht Murray das ganze etwas anders, ultrakurze Shorts, wie sie einst sein Coach Ivan Lendl in den 80ern getragen hatte, wird man an ihm nie sehen. So viel Freizügigkeit sei nichts für ihn. "Die waren damals viel zu kurz und hatten nichts der Fantasie überlassen", so der Brite.
Kimiko Date-Krumm marschiert
Eine zu große Fantasie wäre einem wohl vorgeworfen worden, wenn man vor dem Start der Australian Open prognostiziert hätte, dass Kimiko Date-Krumm die dritte Runde erreichen würde. Doch die mittlerweile 42-Jährige, die schon im letzten Jahrtausend eigentlich ihren Rücktritt erklärt hatte, doch 2008 revidierte, erlebt gerade ihren zweiten oder dritten Frühling - und das, obwohl mittlerweile nicht nur ihre Gegnerinnen, sondern sogar schon deren Mütter jünger sind als sie.
Nach der an Nummer zwölf gesetzten Nadia Petrov zum Auftakt musste sich auch Shahar Peer geschlagen geben. Nach 92 Minuten, in denen Date-Krumm 74 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld gebracht hatte und acht Breaks holte, hatte die Japanerin die dritte Runde der Australian Open erreicht. Wieso sie trotz fortgeschrittenen Alters immer noch so stark spielen kann, weiß sie selbst nicht. Sie versucht es allerdings mit gesundem Lebenswandel zu erklären.
Sie gehe früh schlafen, esse gesund, trinke viel und führe ein einfaches Leben, vertraute sie thetennisspace.com an. "Ich spiele nicht für die Rekordbücher. Ich spiele aus Spaß", ergänzte Date-Krumm. Dabei hatte ihr unlängst Steffi Graf erst wieder geraten, das Racket an den Nagel zu hängen. "Wenn ich Steffi begegne, sagt sie mir immer: Du solltest aufhören und lieber ein Baby machen." Doch dazu scheint die Zeit noch nicht reif zu sein.
Serena Williams schlägt sich die Lippe auf
Zuwachs hat auch Serena Williams bekommen, allerdings nicht in Form eines Babys, sondern im Gesicht. Während eines Ballwechsels beim 6:2, 6:0-Sieg über Garbine Muguruza hatte sich die US-Amerikanerin nach einer Vorhand selbst den Schläger gegen die Unterlippe gehauen, die leicht aufplatzte. "Ich dachte nur, 'oh nein, mir darf kein Zahn rausfallen, das wäre furchtbar'", berichtete Williams. "Natürlich passiert so etwas jedem mal, aber ich hatte mir die Lippen noch nie so ruiniert. Jetzt sind es super sexy Lippen."
Aus der Bahn ließ sie sich davon aber nicht bringen. Zum Glück trägt sie meistens einen Lippgloss-Behälter in Form eines Amuletts um den Hals, den sie vor einigen Tagen in Australien der Öffentlichkeit präsentierte. Damit kann sie das Ausmaß ihres Missgeschicks sicher wenigsten ein bisschen kaschieren.
Allerdings ist es nicht das erste Malheur von Serena Williams bei den Australien Open. Beim Erstrundenmatch war sie umgeknickt und hatte sich behandeln lassen müssen. "Wenn man nicht weiß, was es ist, dann tut es auch nicht weh. Aber eigentlich kann es jetzt nur noch besser werden", erklärte sie, warum sie auf eine eingehendere Untersuchung verzichtet hatte.
