Am Freitag erwartet die deutsche Nationalmannschaft einen Gegner, der als "mittleres Kaliber" gilt. Eine Tatsache, die nach Ulli Hoeneß dazu führen müsste, dass Miroslav Klose in Dublin wieder treffen wird. Doch nicht nur deshalb bekommt der Lazio-Stürmer das Vertrauen.
Vor der Partie der WM-Qualfikation gegen Irland (Freitag 20:45 Uhr im sportal.de Live-Ticker) äußerte sich Joachim Löw gegenüber der Presse in Dublin selbstbewusst und siegessicher. Er versprach, "die Dinge werden wir besser machen" und meinte damit die vielen Fehler gegen die Österreicher im letzten Qualifikationsspiel. Löw freut sich indes auf das neue Stadion in Dublin, das neben 50.000 Fans sonst noch die irische Rugbynationalmannschaft beherbergt: "Wir werden hier ein stimmungsvolles Spiel sehen".
Die beiden ersten Auftritte der Nationalmannschaft gaben vielen Kritikern Nährboden um die Leistung der Spieler infrage zu stellen. Bastian Schweinsteiger, der am Freitag den gesperrten Philipp Lahm als Kapitän ersetzen wird, meinte dazu: "Ich denke nicht, dass alles so schlecht ist." Und Löw fügte hinzu: "Wir brauchen wieder mehr Stabilität und Ordnung."
"Phänomenal wie Miroslav Klose in dem Alter spielt"
Für Ordnung sollen in der Defensive Jerome Boateng, Holger Badstuber, Marcel Schmelzer und Per Mertesacker sorgen, Letzterer ersetzt den verletzten Mats Hummels. Im Mittelfeld werden Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger die Doppelsechs bilden und zusammen mit Marco Reus, Thomas Müller und Mesut Özil dafür sorgen, die kampfstarken Iren zu besiegen. Indes meldete sich Mario Götze fit und steht als Alternative bereit.
Im Sturmzentrum wird Miroslav Klose spielen, der sich zurzeit bei seinem Verein Lazio Rom in glänzender Verfassung zeigt. Auch der Bundestrainer ist voll des Lobes für den 34-jährigen: "Für mich ist es phänomenal, wie er in dem Alter spielt, was er für eine körperliche Präsenz mitbringt und wie er in Italien trifft." Klose erzielte im Übrigen den Treffer beim 1:1 gegen die Boys in Green bei der WM 2002.
In den zehn Jahren ist Irland zwar immer noch nicht über die Kategorie "mittleres Kaliber" hinaus gekommen, hat mit Giovanni Trapattoni aber deutlich an taktischem Verständnis gewonnen. "Die Mannschaft wird durch die italienische Schule in der Defensive gut stehen und mit Leidenschaft, Einsatz und Dynamik die Offensive suchen", vermutet Löw-Assistent Flick.
Bei der letzten EM-Qualifikation haben die Iren lediglich ein Spiel verloren, scheiterten dann jedoch deutlich in der Gruppenphase der Europameisterschaft. Im ersten Gruppenspiel der WM-Qualifikation gewannen die Mannen vom 73-jährigen Trapattoni glücklich mit 2:1 gegen Kasachstan. Für besonderes Aufsehen sorgten bei der vergangenen EM die irischen Fans, die trotz der deutlichen Niederlagen ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff feierten.
Irland: Robbie Keane und andere Sorgen
Das Duell des Zweiten der Weltrangliste (Deutschland) gegen den 28. (Irland) scheint auf dem Papier eine klare Angelegenheit zu werden. Die Statistik zeigt jedoch, dass die Deutschen sich des Öfteren schwer getan haben. Der letzte Sieg einer deutschen Mannschaft in Dublin datiert vom Mai 1979. Die beiden weiteren Partien in Irland endeten Unentschieden.
Bei den Ausfällen für das Spiel führen die Iren jedoch klar gegenüber den Deutschen. Löw muss beim Duell im Aviva-Stadion zwar auf Lahm (gesperrt), Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Lars Bender (alle verletzt) verzichten. Bei den Iren fällt jedoch Starstürmer Robbie Keane verletzt aus. Zu ihm gesellen sich außerdem Richard Dunne, Kevin Doyle, James McClean, Sean St. Ledger und Glenn Whelan. Trotz der vielen Ausfälle glaubt Löw nicht daran, dass "die Iren irgendwann das Spiel verloren geben. Das wird ein Kampf, der 90 Minuten anhält."



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