Kaum ist die EM vorbei, geht es für die Nationalteams schon wieder um die Qualifikation für die WM 2014. Dabei ist die breite Brust nicht zwingend ein Gast bei der Elftal, die in ihrem ersten Spiel gegen die Türkei antreten muss. Ein historisches Debakel droht.
Die Niederlande, Frankreich sowie Russland mussten schwache Auftritte bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine verkraften. Im Vorfeld der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Brasilien stehen die Nationaltrainer Louis van Gaal, Didier Deschamps und Fabio Capello somit mächtig unter Druck.
Besonders knifflig ist die Aufgabe für Van Gaal, der mit den immer hochgelobten Niederländern schon im ersten Spiel auf den Mitfavoriten Türkei trifft. Eine Niederlage könnte direkt schon Konsequenzen im Kampf um den Gruppensieg haben, würde zumindest den Druck von Beginn an in die Höhe schnellen lassen.
Louis van Gaal: Es droht ein historisches Debakel
Sollte die Elftal das erste Spiel in der Gruppe D verlieren, wäre es gleichzeitig die fünfte Niederlage in Folge. Damit wurde das Team einen Negativrekord in der Geschichte des niederländischen Fußballs seit 1950 aufstellen. Weitere Gegner sind im Verlaufe der WM-Qualifikation die Teams aus Ungarn, Rumänien, Estland und Andorra.
Der Start von Van Gaal als Bondscoach verlief gleich anders, als es sich der oft als exzentrisch bezeichnete Trainer vorgestellt hatte. Gegen Belgien setzte es eine 2:4-Niederlage. Zudem verzichtet Van Gaal beim Spiel gegen die Türkei auf Stars wie Rafael van der Vaart (Hamburg), Ibrahim Afellay (Schalke), Gregory van der Wiel (Paris) und Nigel de Jong (AC Mailand).
Allerdings strahlt Van Gaal Ruhe aus, auch wenn seine Entscheidung, dem Schalker Klaas-Jan Huntelaar den Vorzug vor Robin van Persie zu geben, in der Heimat auf Kritik stößt. "Ich sitze hier voller Selbstvertrauen", ließ Van Gaal wissen und am Ende könnten sich seine Entscheidungen auch als goldrichtig erweisen. Doch der Druck steigt.
Frankreich: WM-Qualifikations-Auftakt gegen Finnland
Nicht viel besser sieht es bei den Franzosen aus, zumindest, wenn man einen Blick in die Gruppe I wirft. Gegner wie Weißrussland, Georgien sowie Finnland sollten die Equipe tricolore vor lösbare Aufgaben stellen, mit Spanien als Gruppenkopf steht allerdings auch ein Schwergewicht im Kampf um die Qualifikation im Weg.
Immerhin geht es zum Auftakt nicht gegen den Welt- und Europameister. Die Franzosen starten gegen Finnland, danach folgt das Duell mit Weißrussland. "In einer Fünfer-Gruppe kannst du es dir nicht erlauben, Punkte zu verlieren", erklärte Didier Deschamps, der Laurent Blanc als Trainer beerbt hatte. "Wir streben in unserer Gruppe Rang eins an."
Fabio Capello soll die Russen nach Brasilien führen
Bei den Russen ist es Fabio Capello, der nach dem Abenteuer England nun die Sbornaja nach Brasilien führen soll. Neben der erfolgreichen Qualifikation soll Capello auch das Team verjüngen. Keine leichte Aufgabe für den Italiener, der ob der Vorgaben auch auf Andrey Arshavin verzichten wird.
"Das überrascht mich gar nicht", wird Arshavin auf de.fifa.com unter Bezugnahme auf die Zeitung Sport Express zitiert. "Fabio hat mir bei der letzten Nominierung im August gesagt, dass er mich das nächste Mal nicht berufen wird, wenn ich im Klub nicht genug Spiele mache, daher ist die Entscheidung nur logisch."
Auch Pavel Pogrebnyak und Roman Pavlyuchenko wurden für das erste Match der WM-Qualfikation gegen Nordirland nicht berücksichtigt. "Capello legt großen Wert auf mannschaftliche Disziplin", meinte Roman Shirokov. Weitere Gegner der Russen in der Gruppe F sind Portugal, Israel, Aserbaidschan und Luxemburg.
