Wladimir Klitschko dominierte den Kampf gegen einen limitierten Gegner nach Belieben. Das Kinn des Polen Mariusz Wach sah nicht nur groß aus, es zog die Treffer auch magisch an. Das Ergebnis der Punktrichter war eindeutig. Der Zweck der Veranstaltung nicht.
In einem einseitigen Kampf konnte Wladimir Klitschko seine Titel nach Version der IBF, WBA, WBO nach Punktentscheid über 12 Runden verteidigen. Die Punktrichter werteten 120-107, 120-107 und 119-109 für Wladimir Klitschko. Der Ukrainer feierte seinen 59. Sieg im 62. Kampf.
Gegner Mariusz Wach war zu langsam und zu unbeweglich, um den Ukrainer in Gerfahr zu bringen. Wach zeigte allerdings Nehmerqualitäten und hatte Klitschko in Runde fünf kurz an den Seilen, um dann wieder hoffnungslos unterlegen zu sein.
Klitschko gegen den Jabfresser
Gleich zu Beginn des Kampfes wurde klar: Dieser Gegner ist unbeweglich im Oberkörper, langsam auf den Beinen und auch seine Schläge meldete er Minuten im Voraus an. Wladimir Klitschko landete Jabs fast nach belieben. Auch seine Rechte fand immer wieder ins Ziel. Interessant wurde es nur ein Mal.
Am Ende der fünften Runde landete Wach einen Treffer, er konnte Klitschko mit seiner Physis in die Seile drängen und schlug auf die Deckung. Der Gong kam keinen Moment zu früh für Wladimir, der erstmals seit langer Zeit in Bedrängnis geriet. Danach ging es weiter wie zuvor, Wach wankte durch den Ring und kassierte und kassierte.
Viel Inszenierung, wenig Sport
In Runde acht nagelte Klitschko seinen Gegner an den Seilen fest und eine harte Rechte nach der anderen prasselte auf den Schädel von Wach. Der Ringrichter machte keine Anstalten, dazwischen zu gehen, und auch das Handtuch flog nicht. Es ging leider weiter.
Erst nach vollen zwölf Runden endete Wladimir Klitschkos einseitige Demonstration seiner boxerischen Fähigkeiten. Aber generell schien der so genannte sportliche Wettkampf mehr störendes Beiwerk für den als Dauerwerbesendung für ein Musical inszenierten Werbe- und PR-Marathon der Klitschkos zu sein. Spannender Boxsport geht anders, aber in Sachen Zielgruppenmarketing sind die ukrainischen Brüder eine Klasse für sich.
