Nach dem Skandalspiel zwischen dem Chemnitzer FC und Dynamo Dresden hat der DFB ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dennoch wirkt der DFB machtlos. Fanprojekte konnten das Rassismus-Problem in Chemnitz bislang nicht eindämmen.
Rauchbomben und rassistische Beleidigungen: Das Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Chemnitzer FC im DFB-Pokal wird noch lange in Erinnerung bleiben. Bereits am Dienstag leitete der Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen die Chemnitzer Fans ein. Doch einige Fragen sind noch ungeklärt. Hätte Schiedsrichter Markus Schmidt das Spiel abbrechen müssen?
Chemnitz entschuldigt sich bei Dynamo Dresden
Derweil hat sich der Chemnitzer FC auf seiner Vereinsseite von den randalierenden Fans und rassistischen Äußerungen distanziert und sich bei Dynamo Dresden und Mickael Poté entschuldigt. Der Club muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Chemnitz will diese womöglich über Schadensersatzansprüche bei den randalierenden Personen geltend machen.
DFB wirkt machtlos
Schon seit Jahren wird in Chemnitz versucht, das Problem mit den Fans in den Griff zu bekommen. Ein Fan-Projekt setzt sich gegen Rassismus im Stadion ein, während der DFB schon mehrfach Strafen angedroht hat. Die Reaktion folgte noch vor dem eigentlichen Skandal im Stadion. Auf Spruchbändern hielten die Fans fest: "Über Fans richten, statt mit ihnen zu sprechen - Die Taktik wird sich irgendwann rächen! Scheiss DFB!!!"
Spielabbruch bei Rassismus-Vorfällen?
Bleibt die Frage, warum der Schiedsrichter im Spiel gegen die rassistischen Äußerungen nichts tat. 2009 hatte der DFB noch angekündigt, die Vorgaben der UEFA umzusetzen. Demnach hätte die Partie nach den rassistischen Vorfällen unter- oder gar abgebrochen werden müssen. Bislang hat allerdings noch kein Schiedsrichter hierzulande tatsächlich ein Spiel wegen dieser Art von Vorkommnissen abgebrochen.
Für Mickael Poté von Dynamo Dresden hat sich das Thema offenbar längst erledigt. Auf seiner Facebook-Seite bedankte sich der Stürmer bei den Dynamo-Fans für die Unterstützung.
