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Ligue 1Serie APrimera DivisionPremier LeagueErgebnisseLive-Ticker
Datum: 20. August 2012, 13:56 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Werder Bremen: Platzt nach Pokal-Aus der Akpala-Wechsel

Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben viel Arbeit vor sich
Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben viel Arbeit vor sich

"Triple A" steht eigentlich für eine hohe Bonität, die durch Ratingagenturen eingestuft wird. Bei Werder Bremen steht "AAA" jedoch Problemzonen, die der DFB-Pokal offenbarte: Abwer, Angriff und Attitüde. Ein weiteres A ist in Gefahr: Der Transfer von Joseph Akpala.

Den Bremern stehen schwere Zeiten bevor. Schwere Zeiten? Moment, haben nicht genau die Hanseaten, von denen gerade die Rede ist, eine gute Saison-Vorbereitung gespielt und den Liga total-Cup gegen Bayern München und Borussia Dortmund gewonnen? Richtig, doch zusätzlich zu dem Wiesenhof-Problem der Fans, gesellte sich nun das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Drittligist Preußen Münster an die Weser.

Transfer vom Ausscheiden bedroht

Bei tropischen Bedingungen zeigte Werder Bremen in Münster eine indiskutable Leistung. Zwar führte der Bundesligist durch Tore von Eljero Elia (45.) und Niclas Füllkrug (67.) gleich zweimal, doch die Abwehr enttäuschte maßlos und bekam Matthew Tayler nicht in den Griff, der drei Tore für den Münsteraner Festtag beisteuerte (54./81./118.). Dimitri Nazarow brachte zu Beginn der Verlängerung den Außenseiter erstmals in Führung (96.). Natürlich fehlen den Bremern durch das zweite Erstrunden-Aus in Folge Einnahmen, die mögliche Transfersvorhaben ins Wanken bringen.

Genau, Transfersvorhaben. Werder Bremen hatte vor, den nigerianischen Stürmer Joseph Akpala einzukaufen. Das ist nichts Neues, zumal der Wechsel quasi schon in trockenen Tüchern war. Durch die andauernde Ebbe, die durch das Ausscheiden im Pokal bekräftigt wurde, liegen die trockenen Tücher mittlerweile zur Hälfte in der Weser. Akpalas Verein FC Brügge will angeblich rund 1,2 Millionen Euro als Ablöse, die sich die Bremer durch ein Weiterkommen erhofft hatten.

"Wir hatten schon mit einigen Runden im Pokal geliebäugelt, mindestens aber mit der zweiten Runde", sagte Klaus Allofs sichtlich angefressen auf dem Weg in die Kabine nach der Niederlage. In Bezug auf den Akpala-Wechsel ruderte Allofs zurück: "Wir waren in den Gesprächen auf einem guten Weg. Unterschrieben ist noch nichts. Aber nun haben wir finanziell eine andere Situation. Wir müssen nochmal neu diskutieren."

A wie Angriff, A wie Abwehr

Dabei wäre der 25-Jährige Stürmer für Bremen äußerst wichtig. Gegen Münster spielte Bayern-Leihgabe Nils Petersen zu unauffällig, kam kaum zum Abschluss und wenn, dann vergab er zumeist kläglich. Lediglich Elia macht Hoffnung, denn er brachte Schwung in die Offensive und war einer der besseren Bremer auf dem Platz, der normalerweise auf den Flügeln den Aufbau vorantreiben sollte. Petersen war bis zur Einwechslung des zweiten Torschützen, Niclas Füllkrug, ein Alleinunterhalter.

Doch genug zum Sturm, denn das Thema Akpala ist ja noch nicht ganz vom Tisch, sondern wird erst einmal neu überdacht. In der Defensive fiel vor allem der griechische Innenverteidiger Sokratis auf - leider negativ. Statt in der Abwehr Beton anzurühren, sah die Defensivarbeit des Griechen bei der Hitzeschlacht in Münster eher aus wie eine Vanilleeis-Wand und so war es kein Wunder, dass nicht nur die Führung, sondern auch die Hoffnung auf die zweite Runde dahinschmolz. An den ersten drei Gegentoren war Sokratis mehr oder weniger zum Nachteil der Bremer beteiligt, das letzte Tor durfte er sich nach einer Gelb-Roten Karte (108.) vom Spielfeldrand aus anschauen.

A wie Attitüde

Es fehlt also im Sturm, in der Abwehr, ach ja und es fehlt auch an der Einstellung, wie Klaus Allofs wütend anmerkte: "Ich bin Profi. Da will ich doch nicht hier ausscheiden. Da muss ich die Führung verteidigen und mich mehr wehren." Die fehlende Einstellung scheint im Norden Deutschlands aktuell an der Tagesordnung zu sein, wobei Bremen bisher seltener das Problem hatte, als der andere norddeutsche Stadtstaat, was durchaus an Trainer Thomas Schaaf liegen könnte.

Der oftmals hart wirkende Coach hat sein Team nun seit 13 Jahren im Griff und wird es zweifelsohne auch im Laufe der Saison wieder hinbekommen. Ob es bis Freitag zum Saisonauftakt gegen den amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund schon so weit ist, wird sich zeigen. Schaaf weiß jedoch, dass das Spiel gegen den BVB "eine andere Nummer" ist und bleibt noch geduldig mit seinem neuformierten Kader: "Mal sehen, wie wir uns da anstellen."

Gut Ding braucht Weile

Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend. Geduld hat in der Bundesliga auch zwei Vorzeigeverfechter: Klaus Allofs und Thomas Schaaf. Seit 1999 sind sie die Macher bei Werder Bremen und hatten schon weitaus schlechtere Kader als in der beginnenden Saison. Potenzial haben sie mit Kevin de Bryune, Eljero Elia, Nils Petersen, Assani Lukimya, Zlatko Junuzovic, Gebre Selassie und vielen jungen Wilden wie Niclas Füllkrug und das Pokal-Aus bedeutet natürlich nicht das Ende der Welt, sondern wie Allofs sagte einen "völlig unnötigen Rückschlag", den Bremen überwinden muss und wird.