Der Norden Deutschland verschwindet momentan unter einem düsteren Wolkenschleier und das Epizentrum scheint sich in Bremen zu befinden. Nach der bitteren 1:3-Niederlage von Werder beim FC Augsburg kritisierte Manager Klaus Allofs die Einstellung der Spieler.
"Wir standen von der ersten Minute an neben der Spur, wussten gar nicht wo wir sind. Das 0:1 kassieren wir, ohne dass jemals ein Gegner Körperkontakt mit uns hatte. Es müssen sich einige die Frage stellen, wie man in der Bundesliga bestehen kann. So ist das jedenfalls zu wenig", mahnte Allofs nach dem Spiel.
Während Augsburg-Trainer Markus Weinzierl seinen ersten Sieg als Trainer der Bundesliga feierte, schlichen die Bremer Profis vom Rasen. Wohl wissend, dass solch eine Leistung nicht reicht. "Das ist Woche für Woche das Gleiche: Wir schlafen und machen die Fehler, die uns jedes Mal das Genick brechen. Wir stehen in den Situationen einfach nicht nah genug am Mann", so Aaron Hunt.
"Außerdem unterlaufen uns immer noch Fehler im Zusammenspiel. Wir agieren nicht sicher genug, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen. So wie wir heute aufgetreten sind, kann man nicht gewinnen", ergänzte Werder-Trainer Thomas Schaaf und muss sich ob dieser Tatsache vielleicht selber hinterfragen.
Werder Bremen: Klaus Allofs findet deutliche Worte
Dabei hatte Werder die große Chance, das Spiel nach dem frühen Rückstand noch zu drehen. Der Ausgleich durch Werder Bremen brachte das Spiel kurz zum Kippen, da Augsburg einen Moment brauchte, um sich neu zu sammeln. Doch die Bremer fanden kein Rezept, um die kompakten Gastgeber wirklich in Verlegenheit zu bringen.
"Nach dem 1:1 haben wir einiges probiert, aber nicht den richtigen Weg gefunden. In den entscheidenden 20 bis 25 Metern vor dem gegnerischen Tor waren wir nicht durchschlagskräftig genug", ergänzte Hunt. Da war es schon symbolisch, dass der einzige Treffer von Werder Bremen durch einen direkt verwandelten Freistoß fiel, den man fast als absurd bezeichnen könnte.
"Wir haben gedacht, wir könnten hier ein bisschen Fußballspielen am Freitagabend. So geht das nicht", fand Allofs deutliche Worte. Dabei waren es alle Mannschaftsteile, sowie auch die Bank, die versagten. In der Defensive erlaubten sich gerade Sokratis sowie Kapitän Clemes Fritz einfach zu viele Fehler.
Werder Bremen: Aufpassen, dass wir nicht abrutschen
Auch die Offensive war kaum im Spiel. Marko Arnautovic sowie Aaron Hunt blieben blass, konnten das Werder-Spiel selten ein belebendes Element hinzufügen. Stürmer Joseph Akpala fand überhaupt keine Bindung zum Spiel, war zudem bei der Hintermannschaft der Augsburger in guten Händen.
"Wir waren in keiner Sekunde bereit das einzusetzen, was der Gegner bereit war einzubringen, der mit absolutem Einsatz und voller Hingabe gespielt hat", bemängelte Allofs. So zog Schaaf die nötigen Konsequenzen, wechselte durch. Vielleicht muss auch er sich hier ankreiden, falsche Entscheidungen getroffen zu haben.
Denn seine taktischen Eingriffe verpufften. Weder Theodor Gebre Selassie noch Niclas Füllkrug sowie Nils Petersen waren in der Lage, dem Spiel eine Wende zu geben. Neben den Spielern muss sich nun auch der Trainer hinterfragen. "Sieben Punkte - das hätten wir uns ganz anders gewünscht", meinte Schaaf später und Hunt meinte: "Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht abrutschen".
