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Datum: 21. Februar 2013, 22:36 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Werder Bremen hofft auf das Wunder beim FC Bayern München

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Franck Ribéry im Duell mit Theo Gebre Selassie

Wenn früher Werder Bremen beim FC Bayern München zu Gast war, ging es zwischen den beiden Clubs meist um die Bundesliga-Wurst. Doch in dieser Saison fehlen den Werderanern jede Menge Punkte für ein Duell auf Augenhöhe.

Nach der Niederlage von Barcelona ist der FC Bayern München bei den Buchmachern durchgängig der neue Topfavorit auf den Gewinn der Champions League. Die Meisterschaft ist ihnen bei 15 Punkten Vorsprung auf Dortmund ohnehin nicht mehr zu nehmen. Werder Bremen, einst Konkurrent um den Titel, ist inzwischen endgültig im Mittelmaß angelangt und hat nicht einmal halb so viele Punkte auf dem Konto (28), wie der deutsche Rekordmeister (57).

Werder Verteidiger Schmitz: "Haben dort nichts zu verlieren"

Kein Wunder also, dass Werder Bremen als krasser Außenseiter nach München reist und alles andere, als ein klarer Sieg des Rekordmeisters eine faustdicke Überraschung wäre. Innenverteidiger Assani Lukimya teilte der Kreiszeitung ehrfürchtig seine Eindrücke vom Münchner Sieg in der Champions League mit: "Es ist schon krass, wie dominant sie in der ersten Halbzeit waren. Da muss schon sehr vieles zusammenpassen, um dort Erfolg zu haben."

Linksverteidiger Lukas Schmitz ergänzte: "Sie haben eben eine Super-Mannschaft und stehen in allen Wettbewerben zu Recht da, wo sie jetzt stehen. Dort ist jede Position top besetzt. Auf uns würde wohl keiner setzen. Wir können in München befreit aufspielen und nur positiv überraschen. Wir haben dort doch nichts zu verlieren."

Stören und nicht agieren lassen

Einer, der es genau wissen muss, ist der Trainer des SV Werder. Schaaf verfolgte den Auftritt des Tabellenführers am Dienstag vor Ort im Emirates Stadium. "Die Bayern haben enorm viel Selbstvertrauen – und dann klappt eben auch sehr, sehr viel. Arsenal hatte in der zweiten Halbzeit die Chance zum 2:2, aber Bayern macht einfach weiter und schießt das 3:1. Das ist bemerkenswert", so der 51-Jährige. 

Doch wie sollen die Gäste die übermächtigen Weltstars stoppen? "Was die Bayern momentan zeigen, ist nahezu perfekt. Wir müssen stören und dürfen sie nicht agieren lassen. Es wird auch wichtig sein, nicht nur hinten zu stehen und abzuwarten", gab der Trainer zu verstehen.

Ohne Sokratis nach München

Verzichten muss Schaaf in der Allianz Arena auf seinen Abwehrchef Sokratis. Der Grieche muss grippegeschwächt auf die Reise in die bayrische Landeshauptstadt verzichten. Dafür sollen Tschechiens Nationalspieler Gebre Selassie und Mittelfeldspieler Aaron Hunt in den Kader zurückkehren. Beide fehlten zuletzt beim 2:3 gegen den SC Freiburg.

"Es sieht so aus, dass er mit Manschette im Kader stehen wird", erklärte Schaaf bezüglich eines Einsatzes von Selassie, der sich wegen eines Mittelhandbruchs operieren lassen musste. Auch bei Hunt sieht es gut aus: "Wir hoffen, dass es für Samstag funktioniert."
Bremens stärkste Waffe bildet am Samstag die Offensive mit Marko Arnautovic und Bayern-Leihgabe Nils Petersen, der im Sommer endgültig zum SV Werder wechseln soll. Uli Hoeneß kündigte in der "Sport Bild" bereits Gespräche an.

Pizarro empfängt Ex-Teamkollegen

Ein besonderes Wiedersehen gibt es am Samstag für Claudio Pizarro. Der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga-Geschichte war in seiner Karriere zwei Mal für den SV Werder Bremen aktiv und verließ die Norddeutschen anschließend auch zwei Mal in Richtung München. "Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich", wird der Peruaner auf der Homepage des Rekordmeisters zitiert. 

Für Bremen erzielte der 35-Jährige in 159 Spielen 89 Tore, konnte in der laufenden Rückrunde jedoch keine einzige Sekunde Spielpraxis sammeln. Zuletzt setzte ihn eine Angina in den Spielen beim VfL Wolfsburg und dem FC Arsenal außer Gefecht.
Gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber erwartet Pizarro ein "schwieriges Spiel", doch weiß er auch um das Selbstvertrauen in den Reihen der unaufhaltsamen Bayern: "Wir spielen zuhause und sind in einer guten Phase. Ich gehe davon aus, dass wir das Spiel gewinnen." Trainer Jupp Heynckes kündigte nach dem Erfolg in London zwar Rotation an, mehr als ein Kurzeinsatz von Pizarro wäre jedoch überraschend.

Mit Robben für Dortmund einspielen

Viel wahrscheinlicher ist dagegen ein Startelf-Einsatz von Arjen Robben. Der Niederländer wurde in London für Franck Ribery eingewechselt und zeigte eine hochmotivierte und starke Leistung. Ihm war anzumerken, dass er seine Extraklasse unter Beweis stellen wollte.
Für ihn könnten Thomas Müller oder erneut Ribery weichen, der am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund nicht spielberechtigt ist. Das Heimspiel gegen den formschwachen Meister von 2004, der zuletzt vier Mal in Folge gegen Bayern verlor, scheint die ideale Möglichkeit zu sein, sich für das Duell mit dem Double-Gewinner einzuspielen.

Auch der Einsatz von Mario Gomez gilt als wahrscheinlich. Für ihn soll der in London erfolgreiche Mandzukic eine Pause erhalten. Jerome Boateng, in der Champions League aufgrund einer Roten Karte gesperrt, konnte am Mittwoch und Donnerstag aufgrund einer hartnäckigen Erkältung nicht am Training teilnehmen. Der Einsatz des Innenverteidigers ist daher ungewiss.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Neuer – Lahm, van Buyten, Dante, Alaba – Martinez, Schweinsteiger, Robben, Kroos, Müller – Gomez

SV Werder Bremen: Mielitz – Ignjovski, Lukimya, Prödl, Schmitz – Junuzovic – Arnautovic, Hunt, de Bruyne, Ekici - Petersen

Autor: Nikolai Mende