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Von: Michel Massing
Datum: 29. Mai 2013, 00:12 Uhr
Format: Artikel
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Was Hertha BSC in der Sommerpause machen muss

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Jos Luhukay hat das Heft in der Hand

Nach der überzeugenden Zweitligameisterschaft will Hertha BSC nun das Fahrstuhlimage ablegen. Doch bei einer Niederlagenserie droht erneut Unruhe von außen. Dagegen ist Jos Luhukay genau der richtige Mann. Der sachliche Trainer organisiert den Club neu und kann auf seine erfahrenen Stammspieler bauen.

Mit neun Punkten Vorsprung und nur zwei Saisonniederlagen wurde Hertha BSC überzeugend Meister der zweiten Liga. Trainer Jos Luhukay entwickelte ein gutes Defensivkonzept und in der Offensive hieß die Lösung meistens Ronny. Der Bruder der Schalker Leihgabe Raffael war mit 18 Toren und 15 Vorlagen der erfolgreichste Herthaner. Er war somit an 33 von 65 Saisontoren beteiligt. Nach Ronny war Ramos der zweiterfolgreichste Herthaner mit 11 Toren/10 Vorlagen und dann kommt lange nichts.

Die Abhängigkeit von Ronny könnte zum Problem werden. Sandro Wagner (5 Tore/3 Vorlagen) und Sami Allagui (6/6) spielten keine überzeugende Saison. Pierre-Michel Lasogga (1/1) ist erst seit dem Frühjahr wieder genesen. Jos Luhukay plant allerdings in der Bundesliga nur mit einer Spitze zu spielen. Schon in Liga zwei mussten Allagui und Ramos deshalb auch auf den offensiven Außenpositionen ran.

Rechter Offensivspieler soll kommen

Hertha BSC ist derzeit auf der Suche für das bevorzugte 4-2-3-1-System zusätzliche Offensivspieler zu verpflichten. Vor allem die rechte offensive Außenbahn soll verstärkt werden. Wunschkandidat Caiuby (Ingolstadt) ist zu teuer. Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen schlägt sich seit längerem mit einer Schambeinverletzung herum, könnte aber per Ausleihgeschäft ein Thema werden. Bei Moritz Leitner (BVB) hingegen scheint Hertha zu viel Konkurrenz zu haben. 

In der Defensive hat Hertha die Hausaufgaben schon gemacht. Der 25-jährige Innenverteidiger Sebastian Langkamp kommt aus Augsburg, dazu Linksverteidiger Johannes van den Bergh (26 Jahre) aus Düsseldorf und die teuerste Neuverpflichtung: Hajime Hosogai von Bayer Leverkusen. Der 26-jährige Japaner ist ein Allrounder in der Defensive. Hosogai sei ein "kompletter Spieler", lobt Guido Buchwald den Transfer bei bild.de.

Schafft Hosogai bei Berlin den Durchbruch?

Der Japan-Experte Buchwald bestätigt, Hosogai kann "hinten rechts und links in der Viererkette sowie im defensiven und offensiven Mittelfeld spielen kann." Hosogai soll eine Millionen Euro gekostet haben. "Er wird sich durchsetzen und den Berlinern sehr viel Freude bereiten", prophezeit Buchwald. Johannes van den Bergh soll Routinier Levan Kobiashvili sowie Youngster Fabian Holland Beine machen. Er ist schnell, dynamisch und schlägt gut Flanken.

In der Innenverteidigung ist Hertha nach der Langkamp-Verpflichtung ausreichend besetzt. Der 20-jährige John Anthony Brooks ist der Newcomer der abgelaufenen Saison. Im letzten Zweitligaspiel gegen Cottbus köpfte er sein erstes Tor in der 87. Minute zum 1:1-Endstand. Dem Deutsch-Amerikaner mit dem starken linken Fuß gehört die Zukunft. Dazu der flexibel einsetzbare Fabian Lustenberger und der Routniner Maik Franz, der in den ersten beiden Spielen aufgrund seiner Rote Karte gegen Cottbus fehlen wird. Sowie Christoph Janker und Roman Hubnik, der den Verein verlassen kann.

Lustenberger spielte eine grandiose Saison

Vor allem die Leistungsträger Fabian Lustenberger, Peer Kluge, Peter Niemeyer und Thomas Kraft haben schon Bundesligaerfahrung gesammelt und werden der Hertha die Rückkehr erleichtern. Trainer Jos Luhukay setzt allerdings auf das Kollektiv. Sein Team wies nach der Saison 15 verschiedene Torschützen auf und 29 eingesetzte Spieler. Bei dem Niederländer ist die Devise "Jeder gehört zum Team", nicht nur eine leere Floskel. Dass allerdings nicht wirklich jeder dazu gehört, zeigte sich nun im Umfeld des Vereins.

Nach der Vertragsverlängerung von Luhukay bis 2016 kündigte er bereits an, strukturelle Veränderungen im Verein vornehmen zu wollen. Der Niederländer baut den Verein nach seinen Vorstellungen um. Torwartrainer Christian Fiedler wurde nach 22 Jahren im Verein überraschend gekündigt. Auch U 23 Trainer Carsten Heine und Physiotherapeut Jörg Blüthmann mussten gehen. Der Hauptstadtclub will sich moderner aufstellen und das Fahrstuhldasein überwinden. Dafür benötigen sie Kontinuität auf dem Trainerposten und solides Wirtschaften im Verein.

Luhukay gegen die Panikmache

Derzeit sieht es so aus, als ob es genau dieser Weg ist, den Hertha gehen will. Doch was passiert, wenn der Club eine Niederlagenserie zu überstehen hat? Die Presse in Berlin ist gnadenlos und Manager Michael Preetz war in der Vergangenheit anfällig für Panikmache von außen - traf viele falsche Entscheidungen. In Berlin liegt zwischen Himmel und Hölle oft nur eine Niederlage. Der sachliche Jos Luhukay tut dem Hauptstadtclub in dieser Beziehung wirklich gut.