Bei brütender Hitze hatte sich Tony Martin mit einer Ausreißergruppe fast über die volle Distanz der vierten Vuelta-Etappe an der Spitze abgemüht. Doch den Etappensieg holte Windschattenlutscher Simon Clarke. Der gestürzte Alejandro Valverde, war sauer auf Sky.
Bereits 3,5 Kilometer nach dem Start in Barakaldo hatten sich Martin und Kollegen vom Hauptfeld gelöst und auf dem geraden Tagesabschnitt in der Weinbauregion Rioja bald einen komfortablen Vorsprung erkämpft. Am Schlussanstieg erhöhte der Wahl-Schweizer das Tempo und setzte sich mit Clarke von den anderen ab.
Auf den Schlusskilometern hatte sich der Fahrer von Orica-GreenEdge an Martins Hinterrad gesetzt, war im Windschatten geblieben und erst im letzten Moment vorbeigezogen. Martin musste sich knapp geschlagen geben und mit Platz zwei nach 160,6 Kilometern begnügen. "Ich hatte damit gerechnet, dass es eine Sprintentscheidung geben wird", erläuterte Martin im Ziel laut cyclingnews.com seine Taktik. "Von daher wollte ich, dass er vorne im Wind bleibt."
Für Clarke war es der erste Sieg als Profi. "Seit vier Jahren bin ich dabei und habe es so oft versucht. Nach allen diesen zweiten und dritten Plätzen bin ich jetzt natürlich überglücklich", resümierte der strahlende Sieger im Ziel.
Valverde sauer auf Team Sky
Das komplette Gegenteil von Clarke war Alejandro Valverde. Der hatte nach Überqueren des Zielstrichs das Messer quer zwischen den Zähnen. Schließlich musste er sein erst am Vortag erobertes Rotes Trikot schon wieder abgeben. Grund: ein Sturz bei Kilometer 130. Der Spanier war genau in dem Moment mit anderen Fahrern zu Fall, als Christopher Froomes Team Sky das Tempo erhöhte.
"Die hatten nicht die Eier zu warten und haben den unsportlichen Weg gewählt", schimpfte Valverde laut cyclingnews.com über die Sky-Mannschaft. "Natürlich ist das ihr gutes Recht, aber sie haben keinen Respekt gezeigt." Die entstandene Lücke hatte Valverde nicht wieder zufahren können, am Berg fehlte dann schließlich auch die Kraft, so dass er auf den neunten Platz im Gesamtklassement abrutschte.
Neuer Spitzenreiter der Vuelta ist Joaquin Rodriguez, dem Valverde am Montag den Tagessieg nur hauchdünn vor der Nase weggeschnappt hatte. Rodriguez hat eine Sekunde Vorsprung auf den Tour-Zweiten Froome (Sky) und fünf auf Alberto Contador (Saxo Bank). Letzterer hatte wie schon am Vortag auf dem finalen Anstieg attackiert, sich aber von seinen britischen und spanischen Rivalen nicht lösen können.
