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Von: Marcus Krämer
Datum: 25. Mai 2013, 08:34 Uhr
Format: Artikel
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Vorschau French Open: Power Ranking der Damen

serena,william,maria,sharapova
Die ersten Beiden des Power Rankings sind keine Überraschung

Der Aufschwung im deutschen Damen-Tennis ist abgeflaut. Bis auf  Kerber suchen vor den French Open alle ihre Form. Da auch die Damen Kvitova, Stosur, Li und Wozniacki in der Krise stecken, gibt es im Power Ranking von sportal.de einige Überraschungsgäste.

Mit den French Open steht das zweite Grand Slam-Turnier der Saison vor der Tür und wir checken die Form der besten Spielerinnen. In diesem Jahr wird der bange Blick Richtung Himmel wieder zum Standardprogramm gehören, für die kommende Woche sind viele Regenschauer angesagt.

Wie gewohnt fließen die Ergebnisse der Spielerinnen bei ihren letzten drei Turnieren in das Ranking ein, wobei die WTA-Punkte des zuletzt gespielten Turniers zu 100 Prozent gewertet werden, die beiden davor nur zu 80 beziehungsweise 60 Prozent. Aus den Top Ten der Weltrangliste fehlen gleich vier Profis, wobei zumindest Na Li trotz ihrer Formschwäche eine starke Rolle wird spielen können.

Im deutschen Lager besteht nur bei Kerber Hoffnung auf das Erreichen der zweiten Woche. Andrea Petkovic schied in der Qualifikation aus, Mona Barthel trifft sofort in der ersten Runde auf Kerber, Julia Görges reiste angeschlagen und formschwach nach Paris und bei Sabine Lisicki will es in der Saison auch nicht laufen.  

10. Agnieszka Radwanska (POL, 24 Jahre, Weltrangliste: 4)

Gewertete Turniere: Miami (Halbfinale, 450 Punkte), Madrid (2. Runde, 80 Punkte), Rom (2. Runde, 1 Punkt) / Power Ranking-Punkte: 335

Nachdem die Polin in der vergangenen Saison sogar kurz davor stand, die Nummer eins der Weltrangliste zu werden, hat Radwanska in diesem Jahr ein wenig den Anschluss verpasst. Das liegt zum einen an den überragenden Ergebnissen von Serena Williams, gegen die sie in Miami im Halbfinale selbst regelrecht deklassiert wurde (0:6, 3:6). Andererseits stimmt Radwanskas Form nach dem guten Start mit zwei Turniersiegen in Australien inzwischen auch nicht mehr, zudem plagt sie sich seit Wochen mit Problemen an der Schulter herum. Das Turnier in Brüssel sagte sie deshalb ab, in Paris wird Radwanska wieder am Start sein. Da die rote Asche jedoch nicht zu ihrem Lieblingsbelag zählt, sollte schon das Erreichen der zweiten Woche ein Erfolg sein. Immerhin gelang ihr in Miami gegen Kirsten Flipkens schon der Schlag der Saison, als sie sich nach einem Netzroller der Belgierin instinktiv drehte, die gelbe Filzkugel blind zurück spielte und den Punkt machte. Besonders sehenswert ist der entgeisterte Blick von Flipkens.

9. Kaia Kanepi (EST, 27 Jahre, Weltrangliste: 40)

Gewertete Turniere: Marrakech (2. Runde, 30 Punkte), Oeiras (Halbfinale, 130 Punkte), Madrid (Viertelfinale, 250 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 372

Für ein Grand Slam-Finale oder gar einen Major-Titel wird es bei der Estin Kaia Kanepi vermutlich niemals reichen. In den vergangenen Wochen hat sie sich auf ihrem Lieblingsbelang Sand aber in guter Form präsentiert und könnte ihre letztjährige Viertelfinal-Teilnahme - ihr bisher bestes Ergebnis bei einem Grand Slam-Turnier - durchaus wiederholen. Denn nach Oieras (ehemals Estoril) und Madrid wusste sie in dieser Woche auch in Brüssel zu überzeugen, dort steht sie erneut im Halbfinale (nach Redaktionsschluss gewann sie dieses Turnier auch - Anm. d. Red). Die früher für Moers in der Bundesliga spielende Estin musste zu Beginn der Saison wegen einer Verletzung aussetzen und hat bisher erst fünf Turnier in dieser Saison gespielt.

8. Carla Suarez Navarro (ESP, 24 Jahre, Weltrangliste: 20)

Gewertete Turniere: Oeiras (Finale, 200 Punkte), Madrid (2. Runde, 80 Punkte), Rom (Viertelfinale, 225 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 409

Vielspielerin Carla Suarez Navarro hat im Vergleich zu Kanepi bereits 14 Turniere gespielt und sich so im Race to Istanbul sogar schon auf Rang 15 vorgespielt. Eine wirkliche Chance auf die WTA-Championships im Oktober dürfte die derzeit bestplatzierte Spanierin aber nicht haben, dafür fehlen die guten Ergebnisse auf schnelleren Belägen. Die sehr variabel spielende Suarez Navarro ist eine der wenigen Spielerinnen auf der Tour, die ihre Rückhand einhändig spielt und die Gegnern mit ihrem Topspin weit nach außen treiben kann - bei den French Open ist sie deshalb durchaus zu beachten und eine Kandidatin für das Viertelfinale.

7. Ana Ivanovic (SRB, 25 Jahre, Weltrangliste: 14)

Gewertete Turniere: Stuttgart (Viertelfinale, 120 Punkte), Madrid (Halbfinale, 450 Punkte), Rom (1. Runde, 1 Punkt) / Power Ranking-Punkte: 433

2008 kletterte Ana Ivanovic zwei Mal für einige Wochen an die Spitze der Weltrangliste. Seitdem hat sie ganze vier Turniere gewonnen. Wenn sie sich einen weiteren Sieg aussuchen könnte, würde ihre Wahl auf Roland Garros fallen, ihrem absoluten Lieblingsturnier. "Ein Grand Slam-Turnier ist doch etwas ganz Besonderes", sagte sie in einem Interview mit tennis.it. "und die French Open sind mein absoluter Favorit. Hier habe ich bereits gewonnen und hier stand ich auch zum ersten Mal im Viertelfinale eines Grand Slams. Es wird immer ein ganz besonderer Ort für mich bleiben, auch weil ich Paris als Stadt liebe." Zu den Favoritinnen gehört Ivanovic aber schon lange nicht mehr.

6. Simona Halep (ROU, 21 Jahre, Weltrangliste: 44)

Gewertete Turniere: Marrakech (2. Runde, 30 Punkte), Madrid (1. Runde, 5 Punkte), Rom (Halbfinale, 425 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 447

Wer sich als aufstrebendes rumänisches Tennis-Talent - Simona Halep gewann 2008 als 16-Jährige das Jugendturnier bei den French Open - die Brüste verkleinern lässt, um beweglicher und somit erfolgreicher zu sein, der schafft es sogar in deutsche Boulevard-Blätter. Der weitere Erfolgsweg war für Halep aber sehr steinig und so dauerte es fünf Jahre, bis sie in der vergangenen Woche den größten Erfolg ihrer Karriere feiern konnte. In Rom schlug sie nach der erfolgreichen Qualifikation nacheinander die allesamt höher platzierten Svetlana Kuznetsova, Agnieszka Radwanska, Roberta Vinci und Jelena Jankovic, um im Halbfinale gegen Serena Williams keine Chance zu haben. In der ersten Runde in Roland Garros trifft Halep direkt auf die an Position 20 gesetzte Carla Suarez Navarro - gleich zu Beginn ein äußerst schwieriges Unterfangen, um möglicherweise erstmals in ihrer Karriere in ein Grand Slam-Achtelfinale einzuziehen.

5. Angelique Kerber (GER, 25 Jahre, Weltrangliste: 8)

Gewertete Turniere: Monterrey (Finale, 200 Punkte), Stuttgart (Halbfinale, 200 Punkte), Madrid (Viertelfinale, 250 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 530

Das deutsche Fräuleinwunder ist in dieser Saison ins Stocken geraten, eindeutig ausnehmen muss man Angelique Kerber. Die in der vergangenen Saison kometenhaft aufgestiegene Kerber ist in der Weltrangliste zwar auch von Position fünf auf acht abgerutscht, sie hält sich aber konstant in der Weltspitze. Beim Heimturnier in Stuttgart bot sie Maria Sharapova im Halbfinale einen großen Kampf, nur Kleinigkeiten trennen sie derzeit von den absoluten Topspielerinnen. Aber, sie will zurück in die Top 5: "Ich gucke immer nach vorne und möchte sie angreifen", sagte Kerber nach der Niederlage gegen Sharapova. Auch auf der roten Asche fühlt sie sich mittlerweile gewappnet. "Auf Sand muss man viel mehr laufen, die Ballwechsel sind länger", erzählte Kerber in der Sport Bild. "Früher mochte ich das Laufen aber nicht so. Jetzt bin ich viel fitter als vor drei, vier Jahren. Ich bewege mich besser, mein Spiel passt gut zum Sandbelag." Zuletzt quälte sie sich jedoch mit einer Bauchmuskelzerrung herum, die Kerber zur Absage in Rom zwang und auch vor Paris noch nicht komplett ausgeheilt ist. In der ersten Runde trifft Kerber auf Fed Cup-Kollegin Mona Barthel, bereits im Viertelfinale könnte es gegen Serena Williams gehen. Barthel, die nach dem guten Saisonstart in den letzten fünf Turnieren nur einen Sieg feiern konnte ist gegen Kerber die klare Außenseiterin. Kerber selbst gab noch einen kleinen Wett-Tipp: "Wenn ich 1000 Euro übrig hätte, würde ich je 250 Euro auf Maria Sharapova, Serena Williams, Sara Errani und Kerber setzen."

4. Sara Errani (ITA, 26 Jahre, Weltrangliste: 5)

Gewertete Turniere: Stuttgart (2. Runde, 1 Punkte), Madrid (Halbfinale, 450 Punkte), Rom (Halbfinale, 395 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 756

Die von Kerber als Sieganwärterin geadelte Errani zeigt sich pünktlich zur Sandplatzsaison wieder in Bestform. Nach dem Turniersieg in Acapulco im Februar folgten die Halbfinal-Teilnahmen in Madrid und Rom. Im vergangenen Jahr stand Errani noch etwas überraschend im Finale von Roland Garros, dort hatte sie gegen die stark returnierende Sharapova dann keine Chance. Ihre größte Schwäche, der zweite Aufschlag, konnte Errani auch in dieser Saison nicht ausmerzen, deshalb wird es trotz ihrer Laufstärke und ihrem variablen Spiel mit der Vorliebe für Stopbälle auch in diesem Jahr nicht zum Titel reichen.

3. Victoria Azarenka (BLR, 23 Jahre, Weltrangliste: 3)

Gewertete Turniere: Indian Wells (Viertelfinale, 250 Punkte), Madrid (2. Runde, 80 Punkte), Rom (Finale, 620 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 834

Die ehemalige Weltranglistenerste könnte die große Unbekannte bei den French Open sein. Sand ist bekanntermaßen nicht ihr Lieblingsbelang, in Paris kam sie bisher nie über das Viertelfinale hinaus (2009 und 2011). In dieser Saison plagte sich Azarenka zudem mit einigen Verletzungen herum, nachdem sie mit der Titelverteidigung bei den Australian Open einen furiosen Start hingelegt hatte. Doch bei der Generalprobe in Rom stand sie im Finale, schlug auf dem Weg dorthin mit Errani und Sam Stosur zwei ehemalige Paris-Finalistinnen. Die Auslosung meinte es gut mit Azarenka, auf ihre Angstgegnerin Serena Williams (2:12-Siege) kann sie erst im Finale treffen.

2. Maria Sharapova (RUS, 26 Jahre, Weltrangliste: 2)

Gewertete Turniere: Stuttgart (Sieg, 470 Punkte), Madrid (Finale, 700 Punkte), Rom (Viertelfinale, 225 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 1067

Die Titelverteidigerin siegte sich im vergangenen Jahr in die Geschichtsbücher. Sharapova ist die zehnte Spielerin in der WTA-Historie, die alle Grand Slam-Tuniere gewinnen konnte. Und auch in diesem Jahr ist sie in glänzender Form, bei sieben Turnieren stand sie immer mindestens im Halbfinale, nur bei der Paris-Generalprobe in Rom musste sie vor dem Viertelfinale krank absagen. Doch auch abseits des Courts bestimmt Sharapova derzeit die Schlagzeilen. In Madrid bewahrheiteten sich die Gerüchte um ihren neuen Freund Grigor Dimitrov und zudem knackte sie bei Facebook vor kurzem bei den Likes die Zehn-Millionen-Grenze. Glückwunsch zu beidem, in Paris kann Sharapova wohl nur von einer Spielerin geschlagen werden:

1. Serena Williams (USA, 31 Jahre, Weltrangliste: 1)

Gewertete Turniere: Charleston (Sieg, 470 Punkte), Madrid (Sieg, 1000 Punkte), Rom (Sieg, 900 Punkte) / Power Ranking-Punkte: 1982

Die Experten sind sich einig: Ruft Serena Williams in Paris der Leistung der vergangenen Wochen ab, ist sie die absolute Topfavoritin. Mit drei Turniersiegen auf Sand in Serie reiste Williams auf diesem Belag ungeschlagen in Paris an. Im Charleston, Madrid und Rom gab sie insgesamt sogar nur zwei Sätze ab, in der italienischen Hauptstadt in fünf Matches sogar nur insgesamt 14 Spiele. Sie scheint mittlerweile ihren Frieden mit dem roten Belag geschlossen zu haben, denn bisher konnte sie in Roland Garros erst ein Mal gewinnen (2002). In einem dpa-Interview gab Williams sogar an, den Sand richtig lieb gewonnen zu haben, weil es bei den längeren Ballwechseln auf ihre Fitness ankäme. Die anderen Spielerinnen werden das nicht gerne gehört haben.