Beim FC Bayern München schleudert man von Krise zu Kantersieg. Kommentiert wird der Saisonverlauf von einer Führungsriege, die einem mehrköpfigen Monster gleicht. Der BVB wird gleich als Monster AG bezeichnet und sein Trainer macht so manchem Angst.
FC Bayern München: Monster in der Krise?
Das Wort Krise ist im Fremdwörterlexikon zu finden. Ein Fremdwort ist es in der Sprache der Sportjournalisten eher nicht. In eine Krise kann man sich hineinmanövrieren oder schlittern, oder sie wird herbeigeredet. Nach zuletzt zwei Unentschieden in Nürnberg und Valencia wurde dem FC Bayern München schon die nächste Krise angedichtet.
Normalerweise reagiert der FC Bayern in Person von Uli Hoeneß, der das Krisengespenst mit starken Worten wie "Schwachsinn" und "dummes Zeug" aus dem medialen Dorf zu jagen sucht. In diesem Fall war es aber Karl-Heinz Rummenigge, der dem Krisengerede Vorschub leistete, indem er nach dem Spiel in Valencia seine Unzufriedenheit in einer Bankettrede publik machte. "Man kann eine Formkrise auch herbeireden", antwortete Franz Beckenbauer nach dem 5:0-Sieg gegen Hannover bei Sky90.
"Wenn man an die eigene Mannschaft so kritische Worte richtet, dann machen die Medien auch eine Krise draus. Das kann man sich auch einreden", kritisierte Beckenbauer den Vorstandschef Rummenigge. Trainer Jupp Heynckes gehört wie Beckenbauer zur Abteilung Harmonie. Ihm gefiel die Rummenigge-Rede ebenfalls nicht. "Ich weiß selbst, was ich zu tun habe mit der Mannschaft", konterte er Rummenigge und fügte süffisant hinzu: "Auch früher hat der FC Bayern nicht immer glorreich gespielt, überwältigend und attraktiv."
Matthias Sammer wiederum sieht Krisen, wo andere sich noch in den Armen liegen. Er ist von Natur aus mit dem erhobenen Zeigefinger ausgestattet und mahnte, der Sieg sei gegen einen nicht ganz "frischen" Gegner aus Hannover zustande gekommen. Was Rummenigge und Sammer zu verhindern suchen, ist eine Wiederholung des "schwarzen Novembers" des letzten Jahres. Da verlor man gegen den BVB und danach in Mainz und gab die Tabellenspitze ab. Zwei Niederlagen würden den Bayern in diesem November allerdings noch nicht Platz zwei einbringen.
Nach dem Spiel in Freiburg und dahoam gegen Dortmund müssten die Bayern auch in Augsburg verlieren, bei drei Siegen der Schwarz-Gelben. Dann wäre das Gerede von einer Krise allerdings zu einer tatsächlichen "Entscheidungssituation - einem Wende- bzw. Höhepunkt - einer gefährlichen Situation", ausgewachsen, wie es das Lexikon definiert. Dann wird sich das vielköpfige Bayernmonster auch nicht mehr mit Good Cop-Bad Cop-Spielchen zwischen Abteilung Harmonie und Attacke aufhalten, dann wird unisono Feuer gespien. Bis dahin gilt: Es ist nicht überall Krise, wo Krise draufsteht.
Monster-BVB - Angst vor Klopp?
Apropos Monster: Jürgen Klopp war mal wieder "so unglaublich stolz" auf seine Mannschaft, die er als "Mentalitäts-Monster" adelte und zusammen mit Susi Zorc und Vorstand Watzke wurde in der Kabine fast geheult, weil man so unglaublich stolz darauf ist, was diese unglaubliche und in Europa einzigartige Mannschaft sich in den letzten Wochen abverlangt hat. Bin ich der Einzige in der verschwindend kleinen Redaktion von sportal.de, dem der joviale Kumpel-Pathos des guten Kloppo zu den Ohren rauskommt? Ja, denn wie bekannt sind wir eine BVB-Fanseite, geben Hummels und Götze immer zu gute Noten und schlafen in einer schweißrandgeprägten Pöhler-Mütze.





