Zwei Wechselfehler haben den Golderfolg von Miriam Welte und Kristina Vogel beim Teamsprint ermöglicht. Erst waren die Britinnen die Leidtragenden, im Finale wurden dann die Chinesinnen zurückgestuft und Welte/Vogel mit dem Olympiasieg belohnt.
Im Londoner Velopark schien schon in der sogenannten ersten Runde im Duell zwischen dem deutschen Duo und Großbritannien alles nach Plan der Gastgeber zu gehen: Die Lokalmatadorinnen Victoria Pendleton und Jess Varnish hatten in der Qualifikation sogar einen Weltrekord auf die Bahn gelegt und mit einem Sieg gegen Welte/Vogel vermeintlich das Finale gegen China erreicht.
Doch die Zurückstufung kostete die Britinnen eine Chance auf einen Triumph und brachte das deutsche Duo ins Spiel. Gegen das chinesische Duo Gong Jinjie und Guo Shuang sollten sich die Ereignisse wiederholen. Kurz nach der Zielankunft wurde es hektisch, Wiederholung um Wiederholung des chinesischen Einlaufes brachte den Wechselfehler schließlich an den Tag und Welte/Vogel das Gold.
Die mussten die Nachricht erst einmal selbst verdauen, schienen sie in der Halle fast die letzten zu sein, die ihren Triumph mitbekamen. "Das muss ich erst einmal sacken lassen", so Welte, ihre Teamkollegin wunderte sich: "Soviel Glück auf unserer Seite - komisch."
Herren-Trio holt Bronze
Die deutschen Herren hatten im Anschluss an die Siegerehrung zumindest die Chance auf die Bronzemedaille im Velopark und nutzten diese prompt. Im Duell gegen Australien setzten sich Rene Enders, Robert Forstemann und Max Levy in 43,209 Sekunden durch.
Der Endlauf wurde unter ohrentäubendem Getöse ausgetragen, das Anschwellen der Lautstärke nach der Zieldurchfahrt verriet es zufällig Anwesenden: Die britischen Herren gewannen mit der Weltrekordzeit von 42,600 Sekunden die Goldmedaille gegen Frankreich. Sir Chris Hoy, Jason Kenny und Philp Hindes fuhren unter den Augen von Prinz William und Gemahlin Kate den Sieg ein - für Hoy war es bereits das fünfte Gold seiner Karriere.
Doppeltes Spiel der Dimitri(j)s
Zwei Athleten mit demselben Vornamen, in leicht veränderter Schreibweise, hatten dem deutschen Olympia-Team am sechsten Tag zuvor die ersten Medaillen beschert: Dimitrij Ovtcharov und Judoka Dimitri Peters erweiterten den Edelmetallsatz um zwei bronzene.
Nach sechs langen Sätzen im Spiel um Platz drei musste sich Dimitrij Ovtcharov erst einmal beim letzten deutschen Einzel-Medaillengewinner Jörg Roßkopf versichern: Erst der Jubel des Bundestrainers brachte ihm nach dem Match gegen Chuang Chih-Yuan die Gewissheit: Er hatte Bronze in London sicher.





