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Von: Malte Asmus
Datum: 19. Dezember 2012, 22:20 Uhr
Format: Artikel
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VfL Wolfsburg wirft Leverkusen aus dem DFB Pokal

Wolfsburg,Köstner
Lorenz-Günther Köstner bejubelt den Sieg über Leverkusen

Ein unglückliches Eigentor hatte den VfL Wolfsburg schon auf die Verliererstraße gebracht. Doch Bayer Leverkusens Passivität, aber auch das Wechselhändchen von Köstner kippten das Spiel. Keine schlechte Bewerbung des Interimscoaches für eine Weiterbeschäftigung.

"Wir werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie treffen können", hatte Wolfsburgs Geschäftsführer vor der Partie bei Sky zur schwelenden Trainerfrage erklärt, damit die Spekulationen über ein mögliches Engagement von Bernd Schuster als Cheftrainer bei den Niedersachsen allerdings am Kochen gehalten.

Lorenz-Günther Köstner hatte beim 2:1-Sieg über Bayer Leverkusen eigentlich alles richtig gemacht. Er wechselte Christian Träsch ein, der mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen Ausgleich (78.) nach dem unglücklichen Eigentor von Fagner (31.) das Spiel offenhielt, ehe Bas Dost (89.) in der druckvollen Endphase den Siegtreffer erzielte und Bayer Leverkusen bestrafte. "Wir waren nicht aktiv genug und haben bei beiden Toren kräftig mitgeholfen. Wir haben uns zu sehr darauf verlassen, dass wir das 1:0 über die Zeit bringen", kritisierte der auf Bayer-Seiten spät eingewechselte Simon Rolfes laut welt.de die Einstellung seiner Mannschaft.

Unglückliches Eigentor bringt Leverkusen in Front

Bayer Leverkusen, mit Carvajal rechts in der Viererkette und Hajime Hosogai als Sonderbewacher für Diego und Stefan Reinartz im defensiven Mittelfeld, war wohl auch in Erinnerung an die 1:3-Niederlage gegen die Wölfe vor fünf Wochen in der Bundesliga sehr verhalten in die auf mäßigem Niveau geführte erste Hälfte gestartet.

Die Werkself lauerte zunächst vornehmlich auf Konter, überließ dem VfL Wolfsburg, bei dem Ivica Olic wieder für Vierinha ins Team gerutscht war, zunächst die Initiative. Die Gastgeber hatten so auch zunächst ein optisches Übergewicht und deutlich mehr Ballbesitz, versuchte mit schnellen Kurzpässen das Mittelfeld zu überbrücken.

Das gelang in der von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Abtastphase zunächst auch ganz gut, führte dank der kompakten Bayer-Defensive allerdings nicht für nennenswerte Gefahr. Die resultierte erst aus einem Naldo-Distanzschuss, der auf dem nassen Wolfsburger Rasen vor Bernd Leno aufsetzte, den Bayer Keeper so zu einer unfreiwilligen Gesichtsparade zwang. Großchancen blieben in der ersten Hälfte, in der sich beide Mannschaften größtenteils im Mittelfeld egalisiert hatten, ansonsten Mangelware.

Bei der etwas glücklichen Führung der mit zunehmender Spieldauer engagierter werdenden Leverkusener musste daher dann auch ein bisschen der Zufall helfen. Sebastian Boenisch hatte von links in die Mitte geflankt, Fagner (31.) beim Versuch zu klären den Ball aber derart unglücklich erwischt, dass am verdutzen Diego Benaglio vorbei zum 0:1 ins Tor flog. Kurz darauf hatten die Wolfsburger nach einem Ballverlust großes Glück, dass Gonzalo Castro eine Chance vergab, indem er Naldo anschoss.

VfL Wolfsburg dreht in der Schlussphase das Spiel

Wolfsburg war auch im zweiten Durchgang durchaus bemüht gewesen, nach vorne zu spielen, während Leverkusen mit der Führung im Rücken sich nur noch aufs Kontern verlegte. Diese Passivität sollte sich rächen, nachdem Wolfsburgs Trainer Köstner seine Offensive durch Vierinha für den unglücklichen Eigentorschützen Fagner verstärkte. Und immerhin kam seine Mannschaft in der 70. Minute zur bis dato besten Chance, nachdem Marcel Schäfer aus der Distanz an Leno gescheitert war. Der verdiente Ausgleich gelang aber erst, nachdem Köstner Jan Polak durch Christian Träsch ersetzt hatte.

Mit einem linken Hammer aus 15 Metern unter die Querlatte besorgte Träsch (78.) das 1:1. Leno war machtlos, aber wenige Minuten später auf dem Posten, als er per Fußabwehr einen Schuss von Diego abwehren konnte. In den Schlussminuten nahm die Partie damit endlich noch einmal Fahrt auf. Leverkusen antwortete mit ein paar wütenden, aber ineffektiven Gegenangriffen. Lars Bender und André Schürrle stellten Benaglio mit ihren schwachen Abschlüssen vor keinerlei Probleme. Und dann entschied ein Fehler von Ömer Toprak die Partie.

Dem Leverkusener war eine Kopfballabwehr nach einem langen Ball von Schäfer völlig misslungen. Der ansonsten völlig unsichtbare Bast Dost (89.) war im richtigen Moment zur Stelle, nahm die Vorlage dankend an, ließ Leno mit seinem Schuss zum 2:1 keine Abwehrchance und sorgte dafür, dass der VfL Wolfsburg ins Viertelfinale des DFB Pokals einzog.