Lorenz-Günther Köstner war zufrieden. Als Interimslösung hat er dem VfL Wolfsburg zu einem Sieg verholfen und die Durststrecke beendet. Die Mannschaft wirkte beim 4:1-Erfolg gegen Düsseldorf befreit und scheint Spaß zu haben - doch auch vorher war nicht alles schlecht.
"Selbstverständlich ist es das Größte für einen Trainer, in der Bundesliga arbeiten zu können. Und wenn man dann erneut die Aufgabe bekommt, ist das doch eine Bestätigung dafür, dass es nicht ganz so schlecht war", sagte Köstner zu seiner eigenen Rolle. Immerhin schaffte er nach der Entlassung von Felix Magath den erhofften Befreiungsschlag.
Im übertragenen Sinne schienen gerade den Spielern Medizinbälle vom Herzen gefallen zu sein. Nach einer Versammlung sollen sie sich auch gegenüber dem Vorstand für eine Entlassung Magaths ausgesprochen haben. "So können wir weitermachen. An dieser Leistung müssen wir uns auch messen lassen", sagte Marcel Schäfer.
Lorenz-Günther Köstner: Nur eine Übergangslösung beim VfL Wolfsburg?
Düsseldorf war natürlich nicht der Gegner, an dem der VfL Wolfsburg sich im Normalfall messen sollte. Eine dankbare Aufgabe für einen neuen Trainer, auch wenn Düsseldorf sicherlich seine Chancen hatte. "Es ist schwierig, mit so einer Situation umzugehen. Ich denke, wir haben das in den letzten beiden Tagen gut gemacht", lobte Schäfer.
Lorenz-Günther Köstner hatte schon einmal die Aufgabe des Retters übernommen, war 2010 für den entlassenen Armin Veh eingesprungen. "Ich habe beim ersten Training eine Mannschaft zusammengestellt, da dachte ich, jetzt habe ich sie gefunden. Diese Mannschaft stand heute auf dem Platz", erzählte der Coach, der sich über seine Zukunft noch keine Gedanken gemacht hat.
"Ich habe kein Problem damit wieder zurückzustecken, wenn VW andere Ziele verfolgt", meinte der Coach. Geht es nach den Spielern, könnte sein Engagement durchaus länger ausfallen. "Wenn wir weiterhin gewinnen, sprechen die Erfolge doch für sich", meinte Schäfer. Ein Sieg ist auch dringend notwendig, vor dem Erfolg gab es vier Niederlagen bei 0:10 Toren.
VfL Wolfsburg: Die Mannschaft ist fit
Initialzündung, Spaß am Spiel und eine Befreiung - es wirkte zunächst so, als sei Magath eine große Bremse gewesen. Ein Diktator, unter dem erfolgreiches Fußballspielen unmöglich wäre. Zumindest gab es keine verbalen Nachtreter, einzelne Spieler sowie Lorenz-Günther Köstner brachten dem entlassenen Trainer durchaus Respekt entgegen.
"Man hat gesehen, dass Felix Magath eine Mannschaft zusammenstellen kann", meinte Köstner über den Kader, mit dem er in den nächsten Wochen arbeiten wird. Bas Dost fand ebenfalls lobende Worte für Magath, der ihm den Einstieg in die Bundesliga erleichtert habe. "Er war ein großer Trainer", sagte Dost. "Ich kann mehr laufen, habe mehr Power. Das habe ich von Magath gelernt"
Und auch Diego schien zumindest von den Grundlagen her in einem guten Zustand zu sein. "Es hat Spaß gemacht. So müssen wir weitermachen", meinte Diego nach dem Spiel. "Ich möchte nicht mehr über die Vergangenheit sprechen. Ich wünsche dem alten Trainer alles Gute", hieß es weiter. Dabei lief der Brasilianer im Spiel 11,9 Kilometer - mehr, als jeder andere Spieler.
