Der VfL Wolfsburg hat den schlechtesten Start seiner Bundesliga-Geschichte hingelegt, die Rote Laterne übernommen und einen Rekord des VfL Bochum eingestellt. Die Fans fordern den Kopf von Felix Magath, der nach dem 0:2 gegen Freiburg das Team kritisierte.
Im Jahr 1982 hatte der VfL Bochum ebenfalls nur zwei Tore nach acht Spieltagen erzielt, dabei aber auch nur sieben Gegentreffer einstecken müssen. Der VfL Wolfsburg musste in Person von Keeper Diego Benaglio bereits 15 Mal hinter sich greifen. Der Absturz der Niedersachsen ist nahezu beispiellos. 41 Monate ist es her, dass Magath mit den Wölfen die Meisterschaft feierte.
Mit VW hat Wolfsburg einen potenten Geldgeber im Kreuz, der im Laufe der letzten Jahre über 100 Millionen Euro in die Mannschaft investiert hat - bei gleichzeitig hohen Einnahmen. Vor dieser Spielzeit hat Magath, Trainer und Manager in einer Person, wieder fleißig den Geldbeutel bemüht, dem Team einen neuen Anstrich gegeben. Dennoch steht man nur auf Platz 18 der Bundesliga.
VfL Wolfsburg: Die Spieler sind verunsichert
Im Training laufe das Zusammenspiel wie am Schnürchen, hatte Magath erklärt. Doch steige der Ernst der Lage an, gibt es einen ebensolchen Anstieg der Nervosität. Beim Blick auf die Aufstellungen in dieser Spielzeit fällt auf, dass Magath 22 Spieler eingesetzt hat. Die Fluktuation ist hoch, eine Eingespieltheit bei acht unterschiedlichen Startformationen nicht zu erkennen.
Mal lässt der Trainer in einem 4-2-3-1 spielen, wechselt dann auf ein 4-3-3 oder ein 4-4-2 mit Raute. "Keine Ahnung, was Felix Magath macht. Die sind völlig unberechenbar", hatte Freiburg-Trainer Christian Streich vor dem Spiel dem Handelsblatt erklärt. Diese Aussage ist nicht unbedingt als Kompliment zu verstehen.
Denn Magath hat keine feste Formation gefunden und überraschte auch gegen Freiburg er mit einigen Änderungen. So ließ er exemplarisch Diego, der zuvor jede Minute auf dem Platz gestanden hatte, für 90 Minuten auf der Bank schmoren. Das alleine wäre ja kein Problem, da auch vor dem achten Bundesliga-Spieltag die Ausbeute mit dem Brasilianer eher dürftig gewesen ist.
Dennoch mutet es nach der Niederlage dann clownesk an, wenn Magath erklärt: "Es ist schwierig, ohne Diego in der Offensive zu brillieren." Weiter sagte er: "Wir haben vergeblich versucht, ein Umfeld für ihn zu schaffen, sich zu entfalten. Da das bislang nicht geklappt hat, haben wir deswegen heute eine andere Strategie versucht."
VfL Wolfsburg: Naldo in der öffentlichen Kritik
Eine Strategie, die vielleicht komplett überdacht werden muss. Denn es ist ebenfalls auffällig, dass die Spieler in Drucksituationen ihr Potenzial nicht entfalten können. Bei einem Blick auf den Kader wird klar, dass der VfL Wolfsburg durchaus gute Spieler zur Verfügung hat, die bei 60 Prozent aller anderen Clubs als Stammspieler anzusehen wären.
"Wenn etwas schief läuft, ist die Verunsicherung direkt zu spüren", gab Torhüter und Kapitän Diego Benaglio enttäuscht zu und bestätigt damit auch, dass es bei den Wölfen nicht stimmt. Magath ist kein Kind von Traurigkeit, gilt als einer der letzten Diktatoren im modernen Fußball, dessen Methoden nach dem großen Erfolg von vor 41 Monaten nun mittlerweile komplett infrage gestellt werden müssen.




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