Die zweite Runde im DFB-Pokal sorgte zwar nicht für die riesengroße Überraschung doch mit dem KSC und den Kickers aus Offenbach schafften es zwei Drittligisten ins Achtelfinale. Hannover 96 siegte im Elfer-Krimi gegen Dynamo Dresden.
Ron-Robert Zieler heißt der Held von Hannover. Im Elfmeterschießen hielt die Deutsche Nummer Zwei gleich zwei Strafstöße und bescherte seinem Team damit den Einzug in das Achtelfinale. Vor 30.000 Zuschauern ging es in Hannover nicht nur vorm Stadion hitzig zu, sondern auch auf dem Grün. Slomka verzichtete überraschend auf seinen zuletzt überragenden Ideengeber Szabolcs Huszti, und ohne den kreativen Ungarn fehlte dem Spiel der 96er über weite Strecken die Linie und Kreativität.
Trotzdem traf Mame Diouf (15.) nach Vorarbeit von Didier Ya Konan zur verdienten Führung. Aber die Dresdener ließen sich dank großer Unterstützung von den knapp 10.000 mitgereisten Fans nicht in die Knie zwingen. Mit hoher Einsatzbereitschaft und gefälligem Kombinationsspiel brachte der Tabellen-14. der 2. Liga Hannovers Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit. Der fällige Ausgleich fiel allerdings nach einem indirekten Freistoß durch Romain Brégerie (28.). Zieler sah dabei jedoch nicht gut aus. Nach dem Wechsel konnte sich keine Mannschaft entscheidende Vorteile erarbeiten. Hannovers Abwehrchef Karim Haggui traf mit einem Kopfball nur den Pfosten (54.). Drei Minuten später scheiterte Mickael Poté völlig frei am herauseilenden Zieler.
In der Verlängerung hielt Dynamo-Keeper Florian Fromlowitz, von 2008 bis 2011 selbst in Hannover angestellt, seine Mannschaft zunächst in der Partie. Bei einem Gewaltschuss von Manuel Schmiedebach (99.) rettete er großartig - in der Elfmeterlotterie war er chancenlos. Sein Gegenüber bewies das glücklichere Händchen und hielt den entscheidenden Elfmeter von Poté.
Kickers aus Offenbach schlagen erneut zu
Favoritenschreck Kickers Offenbach hat erneut zugeschlagen. Nach der SpVgg Greuther Fürth warf der Fußball- Drittligist auch den Zweitliga-Club 1. FC Union Berlin mit 2:0 (0:0) aus dem Pokal und zog dadurch genau wie 2010 ins Achtelfinale des Wettbewerbs ein. Mathias Fetsch (74. Minute) und Stefan Vogler (85.) erzielten vor 12 247 Zuschauern die beiden umjubelten Tore für den Pokalsieger von 1970. Vor zwei Jahren hatte der OFC in den ersten beiden Runden den VfL Bochum und den späteren deutschen Meister Borussia Dortmund ausgeschaltet. In einer Partie auf schwachem Niveau hätten die Gastgeber jedoch früh in Führung gehen müssen. Zunächst vergab Fetsch völlig freistehend (10.), danach scheiterten auch noch Nicolas Feldhahn (12.) und Julius Reinhardt (24.). Auf Seiten von Union sorgte lediglich ein Schuss von Torsten Mattuschka (29.) und ein missglückter Seitfallzieher von Christopher Quiring (45.) für Gefahr. In Hälfte zwei nutzen die Kickers dann nach einem der seltenen Konter ihre Chance und gingen durch Fetsch in Fürhung. Sein Schuss wurde von Christian Stuff unhaltbar abgefälscht. Der eingewechselte Vogler machte kurz vor Schluss alles klar.
VfB Stuttgart ohne Mühe gegen St. Pauli
Der VfB Stuttgart kommt immer besser in die Spur und erledigte die Pflichtaufgabe gegen den FC St. Pauli mit Bravour. Ein Doppelschlag von Ibrahima Traoré und Vedad Ibisevic stellten früh die Weichen auf Sieg. Vor 26.100 Zuschauer brachte Bruno Labbadia gleich drei neue Akteure ins Spiel. Antonio Rüdiger, Tamas Hajnal und Shinji Okazaki bekamen ihre Chance von Beginn an. St.Paulis neuer Coach Michael Frontzeck überraschte mit einer offensiven Aufstellung und brachte mit Dennis Daube und Marius Ebbers zwei nominelle Stürmer.
Traoré sorgte mit seinem Flatterball für die frühe Führung der Schwaben (21.). St.Paulis Keeper Philipp Tschauner sah dabei nicht gut aus. Beim 2:0 durch Ibisevic nur eine Minute später war er indes machtlos. Cristian Molinaro flankte mustergültig auf den Bosnier, der völlig ungedeckt den Ball aus sieben Metern ins linke Eck drosch. Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf dann auch Hajnal (41.) nach Flanke von Christian Gentner. Es war das erste tor für den kleinen Ungar in dieser Spielzeit. Die zweite Hälfte stand fortan unter dem Motto "Verwalten". Stuttgart tat nicht mehr als nötig und schonte seine Kräfte für das kommende Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund.
Karlsruhe marschiert ins Achtelfinale
Nach dem 1:0 Erfolg über 2. Liga-Kellerkind Duisburg hofft der KSC auf ein großes Los in Runde Drei. Und der KSC machte von Anfang an Druck auf die Zebras, die zunächst verhalten agierten. Hakan Calhanoglus Freistoß fand keinen Abnehmer (14.) Zuvor vergab Philipp Klingmann die Chance aufs 1:0. Fortan verflachte die Partie. Viele Fehlpässe und kaum Strafraumszenen waren das Ergebnis. In einer langweiligen Partie brachte dann zumindest der Schiedsrichter Tobias Stieler etwas Farbe ins Spiel und verteilte gleich zwei Rote Karten.
Nach einem Trikotzupfer stellte er den bereits verwarnten Goran Sukalo mit Gelb-Rot vom Platz (80.). Und nachdem Dennis Kempe nach einem feinen Freistoß von Calhanoglu das Tor des Tages erzielt hatte (88.), musste Duisburgs Schlussmann Felix Wiedwald mit Rot vom Feld. Nach dem Tor warf er den Ball in Richtung Schiedsrichter, der in dem Versuch den Ball Richtung Mittellinie zu werfen einen Angriff vermutete und Wiedwald dementsprechend bestrafte. Mit zwei Mann mehr retteten die Badener das 1:0 über die Zeit und ließen sich anschließend von ihren Fans feiern. Nach dem 4:2 Erstrunden Sieg gegen den HSV machen die Karlsruher mit dem erneuten Sieg wieder auf sich aufmerksam.
Andre Schürrle machts mit der Pike
Leverkusen stellte beim 3:2-Sieg auf der Bielefelder Alm die spielerisch reifere Mannschaft, doch das erste Tor erzielte der Drittliga-Zweite aus Ostwestfalen. Sebastian Hille überwand in der 10. Minute nach einem Konter den früheren Bayern-Keeper Michael Rensing, der für den verletzten Bernd Leno ins Spiel kam, und erstmals in dieser Spielzeit bei der Werkself zwischen den Pfosten stand. Jens Hegeler (23.) leitete mit einem strammem Schuss von der Strafraumgrenze die Wende ein und machte damit seinen Fehler zum 0:1, bei dem er nicht energisch genug störte, wieder gut.
Manuel Friedrich (56.) schaffte per Kopfball die Führung, ehe Tom Schütz (82.) noch einmal für Hoffnung beim Außenseiter sorgte. Die Leverkusener brachten es nicht fertig nach dem 2:1 ein weiteres Tor folgen zu lassen. Die kämpfenden Bielefelder retteten sich in die Verlängerung, mussten da jedoch schnell einen Gegentreffer hinnehmen. Andre Schürrle veredelte sein Solo mit einem Pike-Schuss aus 16 Metern in den Winkel.
Diego zaubert gegen Frankfurt
Wolfsburg hatte gegen die klassentieferen Frankfurter, die im Abwehrverbund gut sortiert agierten, ein klares Plus in Sachen Ballbesitz und Chancen. Jedoch verpassten es die Wölfe, diese Vorteile in die Führung umzumünzen. Erst in der zweiten Hälfte nutzten die Wölfe dann ihre Chancen. Der überragende Diego spitzelte eine Hereingabe von Ivica Olic über die Linie(51). Zuvor hatte Mikoto Hasebe die gesamte FSV-Abwehr mit einem hohen Pass in den Strafraum ausgehebelt.
Nur zehn Minuten später war es erneut Diego, der den Holländer Bas Dost mustergültig einsetzte. Aus zwölf Metern traf der Stürmer aus halbrechter Position flach ins linke Eck. Frankfurts Keeper Patric Klandt sah dabei nicht allzu gut aus. Mit dem Erfolg steigen indes die Chancen für Lorenz-Günther Köstner, den Platz auf der Wolfsburger Trainerbank zu behalten. Der VfL steht damit zum neunten Mal im Achtelfinale des DFB-Pokals. Viele Zuschauer wollten den Erfolg der Wölfe jedoch nicht live erleben. Lediglich 7.500 Fans fanden den Weg in die Volkswagen-Arena.
Fortuna Düsseldorf siegt im Niederrhein-Derby
Ausgerechnet ein Ex-Gladbacher entschied das Derby vom Niederrhein. In der Verlängerung traf Nando Rafael zum viel umjubelten 1:0 (97.) für die Fortuna. Dabei waren die Gladbacher das bessere Team und hätten vor allem in der ersten Hälfte die Weichen auf Sieg stellen müssen. Doch ein hervorragend aufgelegter Fabian Giefer brachte die Fohlen zur Weißglut. Die Gäste besaßen durch Juan Arango (4.), dessen Kopfball der Fortuna-Schlussmann reaktionsschnell parierte, und Alvaro Dominguez (5.) gute Chancen für eine frühe Führung.
In der 21. Minute setzte Havard Nordtveit gekonnt Patrick Herrmann in Szene, der jedoch Giefer überhastet anschoss. Im zweiten Durchgang verstärkten die Hausherren ihre Bemühungen in der Offensive, offenbarten aber einmal mehr ihre Probleme vor dem gegnerischen Tor. Bis auf zwei Gelegenheiten durch Robbie Kruse und Axel Bellinghausen drohte Marc-Andre ter Stegens Gehäuse keine Gefahr. Gegen nachlassende Gladbacher ließen die Fortunen im zweiten Durchgang aber kaum noch etwas zu und präsentierten sich defensiv endlich wieder stabil. In der Verlängerung hätten die Gladbacher jedoch einen Elfmeter bekommen müssen als Johannes van den Bergh den Gladbacher Havard Nordtveit von den Beinen holte. Der Pfiff blieb jedoch aus und so blieb Rafaels Tor das einzige an diesem Abend in Düsseldorf.
