Nach dem Sieg in Japan spricht in der WM-Wertung derzeit alles für Sebastian Vettel: Der Red Bull dominiert, während Ferrari stagniert und es folgen noch einige Strecken, die Vettels Team liegen. Ein Ausfall kann das Blatt aber wieder schnell wenden.
Vor wenigen Wochen lag Vettel noch 44 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso, mittlerweile ist der Vorsprung des Spaniers im Ferrari auf vier Zähler geschrumpft. Auch wenn noch Kimi Räikkönen (37 Punkte Rückstand) und Lewis Hamilton (42) in den WM-Kampf eingreifen können und selbst die dahinter platzierten Mark Webber und Jenson Button noch theoretische Chancen besitzen, der Zweikampf zwischen Vettel und Alonso gilt als sicher.
Für den Zweikampf mit Alonso sucht Vettel deshalb erstmal Zerstreuung. Nach seinem dritten Saisonsieg in Suzuka gönnt er sich in der Metropole Tokio zwei Tage Untertauchen. Keine PR-Termine, den Akku wieder aufladen - die ganze Konzentration gilt der weiteren WM-Aufholjagd. "Die doppelte Titelverteidigung ist und bleibt unser Ziel, und da lassen wir uns auch nicht davon abbringen", versprach Vettel.
Red Bull und Vettel stark verbessert
Konkurrenz und Experten rätseln ein wenig über die wieder gewonnene Stärke. Überlegene Pole Position, souveräner Start-Ziel-Sieg und die schnellste Rennrunde - Vettels Auto zeigte in Suzuka nicht eine Schwäche. Ein angeblich neuer Technikkniff, der dem verstellbaren Heckflügel mit doppeltem DRS zusätzliche Power beim Überholen bescheren soll, brachte Vettel im Rennen eher nichts, da er ohnehin ständig vorne fuhr. "Frag mich doch nicht so etwas Technisches, davon habe ich doch eh keine Ahnung", scherzte Vettel stattdessen.
Der Japan-Sieger sprach von "kaum Updates", bedankte sich aber auffallend deutlich beim Team: "Das war ein Auto, was man sich wünscht, wenn man nachts träumt. Man hatte das Gefühl, in jeder einzelnen Runde nochmals einen drauflegen zu können." Deutlich erkennbar verbesserte Red Bull in den vergangenen Wochen aber die Aerodynamik des Boliden. "Wie bei all diesen Dingen gibt es nie ein Allheilmittel und ich denke, man könnte nur schwer behaupten, dass die Leistung des Autos hier rein am Heckflügel liegt. Ich denke, wir haben in allen Bereichen Fortschritte gemacht und es geht darum, die Details zu verbessern", sagte Teamchef Christian Horner.
Allerdings bringt die neue Dominanz nicht viel, wenn Vettel in den kommenden Grand Prix Ähnliches widerfährt wie Alonso in Suzuka. "Wir haben starke Gegner und können uns nicht zurücklehnen. Es wird ein echter Thriller in den letzten fünf Rennen. Wir haben ja gesehen: Das Kräfteverhältnis variiert ständig", warnte Horner. Auch 2010 waren die Red Bull im Vergleich mit Ferrari die Schnelleren. "Dennoch haben wir damals die WM bis Abu Dhabi angeführt", meinte Alonso. Am Ende gewann aber Vettel die WM.





