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Datum: 22. August 2012, 13:14 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Urteil bestätigt: Juventus die komplette Saison ohne Trainer Antonio Conte

Antonio Conte,Juventus Turin,Serie A
Antonio Conte bleibt für zehn Monate gesperrt

Am Wochenende startet die Serie A wie die Bundesliga in ihre neue Saison. Meister Juventus Turin wird dann ohne Trainer Antonio Conte gegen den FC Parma antreten müssen, Conte wurde vom Bundesgericht des italienischen Verbands erneut für zehn Monate gesperrt.

Dabei hatte Conte auf Freispruch plädiert, zuvor hatte er in der Gazzetta dello Sport seine Unschuld beteuert und eine falsche Taktik in der ersten Verhandlung eingeräumt. Damals wollte Conte mit seinen Anwälten einen Vergleich erreichen. "Ich war nie an Ergebnisabsprachen beteiligt und habe nie auch nur davon gewusst", sagte Conte, konnte das Gericht aber nicht von seiner Argumentation überzeugen.

Der Fall ist aber noch nicht beendet, Conte wird in nächster Instanz das Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (TNAS) anrufen, zumindest eine Reduzierung der Strafe möchte Conte, aber auch sein Club Juventus, erreichen. Das Schiedsgericht wird aber erst in drei Wochen tagen, bis dahin wird Juve ohne Trainer auskommen müssen. Bei der Partie seines damaligen Clubs bei Albinoleffe hat Conte nach Überzeugung der Verbandsrichter jedoch von einer Ergebnisabsprache gewusst.

Juventus vorerst mit Massimo Carrera auf der Bank

Auch sein damaliger Co-Trainer Angelo Alessio wurde wegen nicht angezeigter Ergebnismanipulationen erneut verurteilt. Seine Sperre wurde jedoch von acht auf sechs Monate reduziert. Solange das Trainergespann ausfällt, sitzt Jugendcoach Massimo Carrera auf der Juve-Bank. Er vertrat Conte und Alessio auch schon bei den Siegen im Supercup gegen den SSC Neapel und im Luigi-Berlusconi-Pokal gegen den AC Mailand. Ob Juventus aber tatsächlich zehn Monate auf Conte warten würde, ist weiterhin offen.

Während die juristische Aufarbeitung der Wettaffäre für Conte und Alessio weitergeht, ist sie für die Juve-Spieler Leonardo Bonucci und Simone Pepe beendet. Sie wurden auch in zweiter Instanz vom Verdacht der Spielmanipulation freigesprochen. Das Gericht hielt den Kronzeugen Andrea Masiello offenbar für unglaubwürdig. Der gesperrte Profi hatte den früheren Bari-Verteidiger Bonucci und den ehemaligen Udinese-Spieler Pepe bezichtigt, bei einem Duell ihrer einstigen Clubs an einer Ergebnisabsprache beteiligt gewesen zu sein. FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi hatte für Bonucci eine Sperre von dreieinhalb Jahren und für Pepe eine Sperre von einem Jahr gefordert.

Mit einer Enttäuschung endete die Berufungsverhandlung für Emanuele Pesoli, der aus Protest gegen seine dreijährige Sperre vor dem FIGC-Gebäude in Rom einige Tage lang in den Hungerstreik getreten war. Das Gericht bestätigte die Sperre für den ehemaligen Siena-Spieler, der direkt an Ergebnisabsprachen beteiligt gewesen sein soll.

Auch der Einspruch von US Lecce gegen seinen Zwangsabstieg aus der zweiten Liga wurde abgelehnt. Dagegen wurde US Grosseto in zweiter Instanz freigesprochen. Der Verweis aus der Serie B wurde aufgehoben, so dass der Toskana-Club nun doch in der zweithöchsten Spielklasse starten darf.