Italien hat durch ein 1:0 (0:0) gegen die Niederlande das Endspiel der U21-Europameisterschaft in Israel erreicht. Damit treffen die Italiener am Dienstag im Finale auf Spanien, das sich mit 3:0 gegen Norwegen durchsetzte. Ein Fehler des Gegners reichte.
Vor etwa 10.000 Zuschauern im Ha Moshava Stadion in Petach Tikva stieß Fabio Borini in einer zähen zweiten Hälfte spät für Italien das Tor zum Finale auf (79.). Das Duell der beiden in Bestbesetzung auflaufenden Teams startete furios. Nach einem Foulspiel von Italiens Marco Verratti am rechten Strafraumrand entschied Referee Ovidiu Hategan auf Freistoß. Adam Maher nahm Maß und setzte den Ball gefühlvoll ans Lattenkreuz (4.).
Die Niederlande, gut erholt von der 0:3-Pleite gegen Spanien, dominierten nach dem ersten Paukenschlag das Spiel und wirkten agiler als die Azzurrini. Die Mannschaft von Trainer Cor Pot stand hoch und verlagerte das Spiel in die Hälfte der Italiener, die aber mit resoluter Zweikampfführung dagegenhielten - zwei frühe Gelbe Karten waren die Folge.
Italien arbeitet sich ins Spiel
Italien bekam den Offensivdrang der Jong Oranje aber allmählich in den Griff, auch wenn das eigene Offensivspiel noch krankte. Nach einer guten halben Stunde legten die italienischen Junioren aber eine Schippe drauf und kamen zu ersten Möglichkeiten.
Die erste Hälfte endete, wie sie begann: mit einem gefährlichen zentralen Freistoß von Maher - allerdings diesmal knapp rechts neben das Tor. In die Kabinen ging es mit leichten Vorteilen für die Niederlande, die allerdings Glück hatten, dass Bruno Martins Indi nach einem Ellenbogenschlag nicht Rot sah.
Spannung statt Spielniveau
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Die Nachwuchs-Elftal hatte mehr Ballbesitz gegen tiefstehende Südeuropäer, doch Chancen blieben eher die Ausnahme. Es ging hoch oder über die Außen, da das Zentrum verriegelt war - ohne durchschlagenden Erfolg.
Beiden Teams war zunehmend die Angst vor Fehlern anzumerken. Das Spiel gestaltete sich über weite Strecken statisch und lebte mehr von der Spannung. Die Trainer reagierten und brachten mit Manolo Gabbiadini und Memphis Depay frische Offensivkräfte.
Italien schlägt eiskalt zu
Als das Spiel auf einem Tiefpunkt angekommen schien, schlugen die Azzurrini eiskalt zu: Lorenzo Insigne bediente vom linken Strafraumrand Fabio Borini im Zentrum, der sich geschickt freispielte und Jeroen Zoet im Tor aus kurzer Distanz keine Chance ließ (79.).
Die Italiener machten nun hinten dicht und versuchten, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Pot setzte nun voll auf die Karte Angriff und brachte mit Leroy Fer einen zusätzlichen Stürmer. Italien konnte sich der Schlussoffensive erwehren und hat damit am 18. Juni die Chance, den sechsten U-21-EM-Titel einzufahren.
Marco Nehmer
