Normalerweise unterstützen seine Teamkollegen Bradley Wiggins, doch auf der 18. Etappe revanchierte sich der Kapitän, fuhr höchstpersönlich das Loch auf die Ausreißer zu und ermöglichte dem Teamkollegen Mark Cavendish im Zielsprint den Tagessieg zu holen.
Die letzten Tage bei der Tour de France müssen für Mark Cavendish eine elende Tortour gewesen sein. Die schweren Bergetappen in den Pyrenäen hatte der Sprinter auf sich allein gestellt immer im hinteren weit abgeschlagenen Teil des Feldes beendet, sich mühsam über jeden einzelnen Anstieg quälen müssen.
Doch auf der mit 222,5 Kilometern zweitlängsten Tour-Etappe von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde durfte Cavendish endlich wieder zeigen, was er wirklich kann: sprinten. Im Spurt stellte er seine enorme Endgeschwindigeit eindrucksvoll unter Beweis und sicherte sich den Etappensieg mit einem deutlichen Vorsprung von mehreren Metern vor Matthew Goss und Peter Sagan. "Ein Wahnsinns-Sieg von mir heute", jubelte Cavendish überglücklich.
Wiggins setzt sich für Cavendish ein
Allerdings wäre der Sieg wohl ohne die tatkräftige Hilfe seines Sky-Kapitäns und Tour-Führenden Bradley Wiggins nicht zustande gekommen. Am ersten von vier kleineren Anstiegen hatte sich eine 16-köpfige Spitzengruppe gebildet Fünf Kilometer vor der Ziellinie hatte dann Andreas Klöden noch einmal einen Vorstoß versucht und schloss sich einer noch verbliebenen kleinen Gruppe an.
Zu sechst versuchten die Ausreißer, das etwas unentschlossene Feld auf Distanz zu halten. Letztlich war das unter anderem vom Team Sky unter der Regie von Wiggins angeführte Peloton dann aber doch zu schnell für das Sextett. Wiggins leistete viel Führungsarbeit und bedankte sich damit bei seinen treuen Helfern für die letzten Tage in den Bergen und gab Cavendish die Chance, sich in Position zu fahren.
Wiggins verteidigt weiter das Gelbe Trikot
In der Gesamtwertung blieb vor dem anstehenden Einzelzeitfahren am Samstag und der letzten Etappe nach Paris alles beim Alten. Bradley Wiggins führt 2:05 Minuten vor seinem Sky-Teamkollegen Christopher Froome und 2:41 Minuten vor Vincenzo Nibali aus Italien. Nach den beiden Pyrenäen-Teilstücken, bei denen Wiggins und Edelhelfer Froome alle Angriffe der Verfolger souverän pariert hatten, wurde der Auftritt des Duos heftig diskutiert. Vor allem die Stallorder für Froome, der am Donnerstag auf den möglichen Tagessieg hatte verzichten müssen, stieß auf Kritik.
