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Datum: 18. Juli 2012, 17:39 Uhr
Format: Artikel
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Tour de France: Voeckler gewinnt 16. Etappe - Wiggins, Froome und Nibali neutralisieren sich

Radsport,Tour de France,Voeckler
Thomas Voeckler genießt seinen zweiten Tour-Tagessieg 2012

Während sich im Peloton die drei Spitzenreiter Bradley Wiggins, Christopher Froome und Vincenzo Nibali bei glühender Hitze in den Pyrenäen einen harten Fight um jede Sekunde lieferten, belohnte sich Thomas Voeckler für seinen Antritt 22 Kilometer vor dem Ziel und gewann.

Mit herausgestreckter Zunge, schwerem Schnaufen und unter dem Jubel Zehntausender Fans an der Strecke fuhr Voeckler auf der 16. Etappe in Bagnère-de-Luchon über den Zielstrich. Am Anstieg zum Col du Peyresourde hatte er seinen Landsmann Brice Feillu stehen gelassen. Für Voeckler war es bereits der zweite Etappensieg bei der diesjährigen Tour de France. Chris Anker Sörensen landete mit 1:40 Minuten Rückstand auf Platz zwei, Dritter wurde Gorka Izaguirre Insausti mit 3:22 Minuten Rückstand.

Bei seinem Tageserfolg sammelte Voeckler auch die nötigen Punkte ein, um am finalen Pyrenäen-Tag das gepunktete Trikot des Bergbesten tragen zu dürfen. Dagegen gab es auf dem Teilstück über die vier gefürchteten wie legendären Berge Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde im Rennen um das Gelbe Trikot keine Veränderung.

Wiggins, Froome und Nibali neutralisieren sich

Wiggins und seine Herausforderer warteten mit ihren Attacken bis zum letzten Anstieg. Den Anfang machte vier Kilometer vor der Bergwertung Nibali, der sich einen kleinen Vorsprung erkämpfte und die Favoritengruppe sprengte. Nur Wiggins und Edelhelfer Froome konnten kontern und den Rückstand aufholen. Weil sich die drei dann bis zum Ziel neutralisierten, blieb es bei den alten Abständen. Das Trio kam gut sieben Minuten hinter Voeckler mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Eine bittere Enttäuschung erlebte auf der 16. Tour-Etappe Cadel Evans. Seine Leidenszeit hatte schon kurz vor dem Gipfel des Aspin begonnen. Einer Tempoverschärfung des Liquigas-Teams konnte der Australier ebenso wie Andreas Klöden nicht mehr folgen, der Vorjahressieger quälte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Anstieg hoch. Am Ende wuchs Evans' Rückstand auf fast fünf Minuten an, in der Gesamtwertung fiel er damit auf den siebten Platz zurück.

Voigt glaubt an Schlecks Unschuld

An ein unbeschwertes Bergspektakel war vor dem Start der Etappe in Pau nicht zu denken. Der mögliche Dopingfall Schleck hatte das Feld aufgeschreckt, der bereits abgereiste Luxemburger war das Gesprächsthema Nummer eins. "Das wird unsere schwerste Etappe", hatte Fränk Schlecks Teamsprecher Philippe Maertens verkündet.

Bis auf Jens Voigt waren alle RadioShack-Mannschaftskollegen von Schleck wortlos vom Bus zum Start gerollt, nur der Berliner stellte sich den Hunderten Reportern. "Das ist sehr schwer", meinte der Deutsche, der die Etappe als Tagessechster beendete. Allerdings glaube er an die Unschuld von Schleck, dem bei einer Kontrolle das Diuretikum Xipamid im Urin nachgewiesen worden war.