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Datum: 08. Juli 2012, 17:44 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Tour de France: Thibaut Pinot gewinnt Etappe acht - Bradley Wiggins weiter in Gelb

Thibaut Pinot,Tour de France,Frankreich,Radsport
Thibaut Pinot gewann die achte Etappe der Tour de France 2012

Mit seinen 22 Jahren ist Thibaut Pinot bei der Tour de France der jüngste Fahrer im Feld. Auf der achten Etappe verhielt sich der Franzose wie ein alter Hase und holte sich den Tagessieg vor Fredrik Kessiakoff, der immerhin die Führung in der Bergwertung übernahm.

Top-Favorit Bradley Wiggins und Vorjahressieger Cadel Evans haben ihren Anspruch auf den Tour-Triumph 2012 am ersten kniffligen Rundfahrt-Wochenende eindrucksvoll untermauert. Nach ihrem starken Auftritt auf der ultrasteilen Schlussrampe am Samstag zeigten die beiden Radprofis auch auf der achten Etappe über sieben Berge keine Schwäche.

Beim Tagessieg von Thibaut Pinot verteidigte Sky-Kapitän Wiggins sein Gelbes Trikot vor dem australischen Titelverteidiger und Vincenzo Nibali aus Italien. Nach 157,5 Kilometern durfte am Sonntag aber Pinot im Schweizer Städtchen Porrentruy die Arme in die Höhe reißen.

Der Tour-Debütant vom Team FDJ hatte sich am letzten Berg, dem Col de la Croix, als Solist abgesetzt und war Fredrik Kessiakoff auf und davon gefahren. Kessiakoff, der sich in der Bergwertung auf Platz eins schob, war zunächst als Ausreißer unterwegs, wurde aber 16 Kilometer vor dem Ziel und 500 Meter vor der letzten Bergwertung von Pinot gestellt.

Cadel Evans gewinnt den Sprint um Rang zwei

Hinter Pinot kam es letztendlich zum Sprint der Favoritengruppe, den Evans gewann. "Das ist ein Traum. Es waren die längsten zehn Kilometer meines Lebens", wird Pinot auf rp-online.de zitiert. 

Dritter wurde Tony Gallopin. Im Kampf um den Gesamtsieg könnte am Montag eine erste Vorentscheidung fallen, wenn das Einzelzeitfahren nach Besancon auf dem Programm steht. Auf den 41,5 Kilometern will auch der verletzte Tony Martin noch einmal für ein Ausrufezeichen sorgen.

Schon nach wenigen Kilometern hatte Routinier Jens Voigt eine erste Attacke lanciert und damit seine Ankündigung vom Morgen wahr gemacht. "Hoffentlich erlauben mir die Teamchefs, mich ein bisschen in die Action einzumischen", hatte der Berliner getwittert.

Der Angriff war in einer nervösen Startphase aber nicht von Erfolg gekrönt: Voigt und seine oft wechselnden Mitstreiter konnten sich nicht entscheidend vom Feld lösen, und auch die Soloversuche des RadioShack-Edelhelfers wurden immer wieder schnell gestellt.

RadioShack ohne gute Außendarstellung

Voigts Rennstall, der auf Teamchef Johan Bruyneel verzichten muss, hatte am Samstag einen katastrophalen Eindruck hinterlassen: Auf der Schlussrampe zur Planche des Belles Filles schwächelte Andreas Klöden, zu dem Zeitpunkt nomineller Kapitän. Anstatt auf den Ex-Telekom-Fahrer zu warten, fuhren die Helfer Heimar Zubeldia und Maxim Monfort vorneweg. Dafür spannte sich Frank Schleck vor Klöden, nur um kurz vor Schluss dann doch auf eigene Faust loszuziehen.

Die Nerven beim Team RadioShack, das in Cancellara eine Woche lang den Träger des Gelben Trikots in seinen Reihen hatte, liegen blank. Am Samstag hieß es in einer Pressemitteilung, Klöden habe schon zu Beginn der Etappe gemerkt, keine guten Beine zu haben. "Bullshit", entgegnete der 37-Jährige bei Twitter. Am Sonntag wurde Klöden - im Gegensatz zu fünf Teamkollegen - dann wieder abgehängt.

Erneut Unfälle: Samuel Sanchez erleidet wohl einen Schlüsselbeinbruch

Die schwarze Unfallserie dieser Tour de France setzte sich auch am Wochenende fort. Nach dem folgenschweren Massensturz vom Freitag konnten 14 Profis das Rennen nicht fortsetzen, darunter auch der Gerolsteiner Johannes Fröhlinger. Der Argos-Shimano-Profi musste wegen eines gebrochenen Fingers den Start am Sonntag absagen.

Die Etappe nach Porrentruy forderte ein weiteres prominentes Opfer: Olympiasieger Samuel Sanchez kollidierte auf flachem Terrain unglücklich mit drei anderen Fahrern und brach sich dabei ersten Diagnosen zufolge das Schlüsselbein. Der Spanier, der unmittelbar nach dem Unfall unter Schock stand und in ein Krankenhaus gebracht werden musste, dürfte damit die Titelverteidigung im Straßenrennen bei den Olympischen Spielen am 28. Juli verpassen.