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Datum: 12. Juli 2012, 18:57 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Tour de France: Pierre Rolland gewinnt die Elfte Etappe - Bradley Wiggins verteidigt Gelbes Trikot

Bradley Wiggins,Vincenzo Nibali,Tour de France
Bradley Wiggins und Vincenzo Nibali

Bradley Wiggins hat auf der elften Etappe der Tour de France seine Meisterprüfung abgelegt, für Cadel Evans wurde der Ausflug ins Hochgebirge indes zum Debakel. Obwohl der Sky-Kapitän den Sieg fast in der Tasche hat, könnte der Haussegen schief hängen.

Denn bei der Reise über 148 km von Albertville nach La Toussuire/Les Sybelles, die über zwei Anstiege der höchsten Kategorie führte, las sich am Ende erst einmal nur das Ergebnis positiv. Denn der Angriff von Helfer Christopher Froome - den er ob einer Stallorder abbrechen musste - auf das Gelbe Trikot kurz vor Schluss war so nicht eingeplant.

Zu dem Zeitpunkt war der Franzose Pierre Rolland längst enteilt. Dem Träger des Gelben Trikots konnte dies natürlich egal sein. Beim Sky-Team freute man sich vielmehr über die erfolglosen Angriffsbemühungen von Cadel Evans.

Evans hat sich verpokert

Der bis dato Zweitplatzierte hatte sich schlicht und ergreifend verpokert. Der BMC-Kapitän begann das Geplänkel der Favoriten schon am zweiten Berg, dem Col de la Croix de Fer. Kurz nach der Hälfte des Anstiegs griff er an, brachte die Sky-Truppe aber nicht in Verlegenheit.

Die Helfer von Wiggins erhöhten nur marginal das Tempo, was aber locker reichte, um den Australier bald wieder einzuholen. Womöglich hatte Wiggins Evans etwas angestachelt, als er am Vortag meinte: "Wenn er jetzt nicht attackiert, würde mich das enttäuschen." Im Finish folgte für Evans dann die Quittung für den Übereifer.

Denn der Australier konnte den Tempoverschärfungen des Sky-Starduos Wiggins/Froome gut sechs Kilometer vor der Skistation Les Sybelles nicht mehr folgen und fiel mit gequältem Gesichtsausdruck zurück. Am Ende erhöhte sich der Rückstand zum Gelben Trikot auf 3:19 Minuten.

Wiggians und Nibali liefern sich ein packendes Duell

Die Chancen auf einen Tour-Sieg dürften damit minimal sein. Spannend war der Zweikampf zwischen Wiggins und Vincenzo Nibali. Der Italiener versuchte es erstmals gut elf Kilometer vor dem Ziel mit einer Attacke auf das Gelbe Trikot. Doch mit der Hilfe von Christopher Froome konnte die Lücke geschlossen werden.

Die Zuschauer rieben sich allerdings die Augen, als vier Kilometer vor dem Ziel Froome plötzlich zu einer Attacke startete und seinen Kapitän verdutzt stehen ließ. Per Stallorder schien es dann jedoch den Befehl gegeben zu haben, diese Attacke abzubrechen. Am Ende reichte es für Froome (2:08 Minuten) immerhin, sich Platz zwei im Klassement zu sichern.

Nibali zog mit einer beeindruckenden Leistung ebenfalls an Evens vorbei und liegt nun 2:23 Minuten hinter Wiggins. Beide Fahrer beglückwünschten sich nach der Zieleinfahrt zu einem packenden Rennen. Evens fiel auf Platz vier zurück, auf den fünften Rang kletterte der Belgier Jurgen Van den Broeck.

Cancellara beendet die Tour ob der Familie

Der erste Träger des Gelben Trikots in diesem Jahr hat indes die Tour verlassen: Fabian Cancellara stand in Albertville nicht mehr am Start. Stattdessen reiste der RadioShack-Profi zurück in die Schweiz zu seiner schwangeren Frau, die in Kürze das zweite Kind erwartet. "Es ist ein persönlicher Wunsch, bei der Geburt dabei zu sein", sagte der Zeitfahr-Olympiasieger. "So eine "Trophäe" ist wichtiger als irgendein Tour-Etappensieg oder eine olympische Medaille."

Cancellara ist als Titelverteidiger einer der Topfavoriten auf Zeitfahr-Gold in London. Auch der verletzte Tony Martin, der die Frankreich-Rundfahrt zwei Tage vor Cancellara abgebrochen hatte, hofft auf Edelmetall. Dafür wird er am Wochenende mit dem Training beginnen. Coach Sebastian Weber prognostizierte am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, Martins Kahnbeinbruch werde die Leistung in London "um etwa zehn Prozent schmälern".