So wie einst der virtuelle Tom Hanks als Forrest Gump durch die Defensivreihen der College-Teams der 60er Jahre lief, so liefen auch die Running Backs in der NFL heiß. Besonders die der San Francisco 49ers, New England Patriots und Houston Texans.
Warum in die Höhe schweifen, wenn das Glück der Erde auf eben selbiger liegt? Okay, das waren zweieinhalb Sprichwörter zum Preis von einem. Aber gerade die San Francisco 49ers pflegen den in den letzten Jahren als altbacken angesehen Ground-and-Pound Stil. Das heißt: Es wird erst gelaufen, dann gefragt. Soll heißen, der Erfolg liegt unter anderem im Laufspiel, das wiederum das Passspiel vorbereitet.
Beim 45:3 gegen die Buffalo Bills brachten es die 49ers auf 311 Yards am Boden, dabei konnte sich Running Back Nummer eins, Frank Gore, mit 106 Yards und einem Touchdown hervorheben. Dahinter war aber auch sein zweiter Mann, Kendall Hunter, mit 81 Yards Raumgewinn gut dabei. In Zeiten, wo manches Team nicht mal einen guten Running Back hat - hallo Oakland Raiders, hallo Dallas Cowboys - bringt es Hunter alleine auf 201 Yards in dieser Saison. Gore hat mit seinen 432 Yards individuell mehr Raumgewinn am Boden zustande gebracht, als elf ganze Teams der NFL.
Colin Kaepernick: Der Geheimtrick der San Francisco 49ers
In San Francisco kommt in diesem Jahr ein weiteres Novum dazu und das hört auf den Namen Colin Kaepernick. Der Ersatz-Quarterback wird von Jim Harbaugh gerne für Trickspielzüge verwendet und brachte es dadurch bereits auf über 100 Yards am Boden. Colin Kaepernick - ein Name der so gut ist, dass man ihn sich merken muss.
Ich möchte ja niemanden scharf angucken, aber Kaepernick macht genau das, was man bei einem Team an der Ostküste eigentlich erwartet hatte, als ein Ersatz-Quarterback mit viel Brimborium geholt wurde. Doch trotz Anschauungsunterricht beim 0:34 in der letzten Woche holt Coach Rex Ryan Tim Tebow bei den New York Jets nicht allzu oft aus der Kiste.
Und noch ein Leckerbissen für Freunde der Statistik: Smith führt trotz alle Laufkünste der 49ers die NFL in Sachen Quarterback Rating an. Dabei bringt er es logischerweise nicht auf soviele Yards wie so mancher Kollege, doch dass muss er natürlich auch nicht. Gemäß der goldenen Regel: wer führt, darf laufen.
Ein guter NFL-Quarterback weiß, wann er laufen lassen muss
Einen guten Quarterback zeichnet übrigens auch aus, wann er laufen lassen muss. Das zeigte am Wochenende unter anderem Tom Brady von den New England Patriots. 54 von 89 Spielzügen beim 31:21 der Pats gegen die Denver Broncos fanden am Boden statt - 251 Yards und drei Touchdowns kamen so zustande.
Interessant war dabei, dass Brady eigentlich einer der "Hauptschuldigen" ist, die für den Ruf der NFL, sie sei eine Pass-freudige Liga, in den letzten Jahren ihr Bestes gegeben haben. Aber gerade der Quarterback der Patriots weiß, dass eine goldene Regel der NBA auch auf Football anzuwenden ist. Füttere das heiße Händchen, oder in Bradys Fall die heißen Händchen, denn neben Stevan Ridley (151 Yards) bewegten sich auch Brandon Bolden (54) und Danny Woodhead (47) sehr gut auf dem Boden im Gillette Stadium.





