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Datum: 21. Juli 2012, 18:45 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Tommy Haas zieht ins Endspiel am Hamburger Rothenbaum ein

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Tommy Haas steht im Finale am Rothenbaum

Tommy Haas hat erstmals in seiner Karriere das Finale bei seinem Heimturnier am Rothenbaum erreicht. Der gebürtige Hamburger setzte sich am Ende klar gegen Marin Cilic durch und gewann mit 7:6 und 6:0. Gerade im zweiten Satz war es eine Demonstration von Haas.

Bei der Rückkehr an den Rothenbaum ist Tommy Haas nur noch einen Schritt vom historischen Heimsieg entfernt. Der 34-Jährige steht nach dem 7:6 (9:7), 6:0 über den Kroaten Marin Cilic, bei dem Haas im ersten Durchgang fünf Satzbälle abwehrte, erstmals in seiner langen Tennis-Karriere im Endspiel des Traditionsturniers in seiner Geburtsstadt. "Das ist einer der schönsten Momente meiner Karriere", sagte Haas. "Das ist unfassbar, ich bin überglücklich."

Damit hat Haas am Sonntag im Finale gegen den Argentinier Juan Monaco die Chance, als erster deutscher Profi seit Michael Stich 1993 wieder am Rothenbaum zu gewinnen. "Ich bin froh, als Nachfolger von ihm im Finale zu stehen", sagte Haas vor den Augen des heutigen Turnierdirektors Stich.

Der an Nummer drei gesetzte Monaco hatte bei der mit 900.000 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung zuvor den spanischen Vorjahresfinalisten Nicolas Almagro mit 3:6, 6:3, 6:4 ausgeschaltet. Im dritten Satz musste sich der Weltranglisten-14. dabei am linken Fuß behandeln lassen. Diese Blessur soll ihn gegen Haas, gegen den er eine 3:1-Bilanz hat, aber nicht behindern. "Es ist okay", so Monaco.

Tommy Haas wehrt Satzbälle ab

Vor der Top-Kulisse von gut 7000 begeisterten Zuschauern hatte Haas große Startschwierigkeiten. Gleich sein erstes Aufschlagspiel gab er nach zwei Doppelfehlern ab, vor lauter Frust schleuderte der gebürtige Hamburger vor Cilic' 3:0-Führung seinen Schläger auf den Platz. Doch danach bewies Haas, warum er auf der ATP-Tour als Comeback-Künstler gilt.

Den Blick immer wieder zu seiner Box gewandt, kämpfte sich Haas peu à peu zurück, ehe er beim Stand von 5:6 den ersten Satzball abwehrte und sich in den Tiebreak rettete. Dort ließ Cilic vier weitere Chancen zum Satzgewinn liegen, ehe Haas seinerseits gleich seine erste Möglichkeit nutzte - es war der Knackpunkt der Partie.

Denn während der erste Satz noch ausgeglichen war, konnte Cilic im zweiten Durchgang nicht mehr mithalten. Der verlorene Tiebreak hatte Nerven gekostet und in allen Statistiken ging es für den Kroaten bergab. Die Quote beim ersten Aufschlag sank auf 43 Prozent und sein zweites Service wurde von Haas gnadenlos attackiert.

Ausrutscher von Haas ohne Folgen

"Da hat man gesehen, wie wichtig das mental war", erklärte Haas später. Dabei musste der Lokalmatador selber eine Schrecksekunde überstehen. Denn vor Beginn des zweiten Durchgangs rutschte der 13-fache ATP-Turniersieger aus und zog sich eine kleine Verletzung an der Hand zu. Diese behinderte ihn dann jedoch nicht großartig.

Und so nahm Haas seinem Gegner gleich zu Beginn des zweiten Satzes das Service zum 2:0 ab. Anschließend war Haas, der zuletzt 2006 am Rothenbaum aufgeschlagen hatte, nicht mehr aufzuhalten. Im Schnelldurchlauf war die Messe gelesen und nach 1:56 Stunden machte Haas seinen ersten Finaleinzug am Rothenbaum perfekt.

"Ich hätte wirklich nicht mehr geglaubt, dass ich hier nochmal im Finale stehe", erklärte ein zufriedener Haas. Als Lohn der Mühe ist ihm schon jetzt ein Sprung unter die Top 40 der Weltrangliste und ein Preisgeld von knapp 100.000 Euro garantiert.

Haas trifft nun auf Juan Monaco

Im zweiten Halbfinale hat sich Juan Monaco gegen Nicolas Almagro durchgesetzt und den zweiten Sieg im sechsten Vergleich eingefahren. Der Argentinier, auf Platz 14 der Welt zu finden, gewann gegen den vier Ränge besser dotierten Spanier mit 3.6, 6:3 und 6:4. "Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich heute gespielt habe", sagte Monaco nach dem Match.

In einem abwechslungsreichen Match machte sich Almagro das Leben in den Sätzen zwei und drei unnötig schwer, nachdem er den ersten Satz noch dominiert hatte. Doch nach dem 6:3 in Durchgang eins kamen die Aufschläge des Spaniers auf einmal nicht mehr. Bis zum Ende des Halbfinals fiel die Quote unter 40 Prozent und Monaco hatte wenig Mühe, den zweiten Aufschlag zu attackieren.

Zwar musste sich Monaco im entscheidenden Satz am Fuß behandeln lassen, profitierte aber immer wieder von den Fehlern seines Gegners. Zudem returnierte der Argentinier stark, wenn Almagro mal einen ersten Aufschlag ins Feld brachte. Am Ende reichte ein Break, um den Finaleinzug unter Dach und Fach zu bringen.