Seit Tommy Haas nicht für Olympia nominiert wurde, spielt der Hamburger wie entfesselt. Das setzte sich auch in Toronto fort, wo er erst nach großem Kampf sein Viertelfinale gegen Novak Djokovic verlor. Der trifft nun im serbischen Halbfinale auf Janko Tipsarevic.
Titelverteidiger Djokovic brauchte zweieinhalb Stunden für seinen 6:3, 3:6, 6:3-Sieg über den Deutschen. Für beide Spieler war es das zweite Match des Tages, weil sie zuvor ihre Achtelfinals, die am Donnerstag wegen Regens ausgefallen waren, noch hatten nachholen müssen.
Haas spielte insgesamt fast fünf Stunden Tennis im Rexall Centre der York University, wo das kanadische Masters-Turnier ausgetragen wird. Zuvor hatte er Radek Stepanek mit 2:6. 6:4, 6:1 besiegt. Djokovic hatte Sam Querrey schneller mit 6:4 und 6:4 bezwungen. Für Djokovic, der sich jetzt mit seinem langjährigen Davis Cup-Partner Janko Tipsarevic auseinandersetzen muss, wäre ein Turniersieg in Kanada der erste Erfolg seit seinem Triumph in Miami im Frühling.
Zunächst aber musste der Serbe erst einmal den anstrengenden Freitag verarbeiten und tat das, indem er Haas lobte: "Tommy ist ein großer Spieler. Nach Jahren voller Verletzungen und Operationen kommt er immer sehr stark und topfit zurück, er spielt wirklich gut auf schnellen Belägen", wie ihn die offizielle Seite der ATP zitierte.
Haas mit fast 50 unforced errors
Tatsächlich spielte Haas so aggressiv, dass es nicht nur den Gegner forderte, sondern ihn selbst vielleicht um den Sieg brachte. Zwar brachte er mehr Winner als Djokovic an, aber seine 43 unforced errors brachen ihm letztlich das Genick. Auch so aber strafte Haas die Entscheidung des DOSB, ihn nicht für London zu nominieren, ein weiteres Mal Hohn.
In London sollte dann ja bekanntlich Philipp Kohschreiber spielen, der dann in letzter Minute absagte. In Toronto war für Kohli eine Runde früher Schluss als für Haas. Im Achtelfinale unterlag er John Isner mit 7:6, 3:6 und 4:6. Isner setzte sich dann in der Night Session im Viertelfinale gegen Lokalmatador Milos Raonic durch und gewann dieses mit Spannung erwartete Match zweier Aufschlagspezialisten mit 7:6 und 6:4.
Isner wird im Halbfinale auf Richard Gasquet treffen, der im Viertelfinale Mardy Fish mit 5:7, 6:1 und 6:2 bezwungen hatte. Für die Unterlegenen steht ab Sonntag gleich das nächste Masters-Turnier an, in Cincinnati, dem letzten großen Event vor den am 27. August beginnenden US Open.



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