Es war ein Paukenschlag: Tommy Haas hat den auf Rasen als nahezu unschlagbar geltenden Roger Federer besiegt und das Turnier in Halle gewonnen. Folgt jetzt der Triumph in Wimbledon? Wir durchleuchten die Chancen des Tennis-Oldies.
Als Tommy Haas da so saß, glücklich und mit sich im Reinen nach dem Überraschungs-Triumph in Halle, ließ er es sich nicht nehmen, bei den Journalisten für einen kleinen Schockmoment zu sorgen. "Eigentlich ist es der perfekte Tag, um die Karriere zu beenden. Der Sieg gegen Roger Federer, der 13. Titel meiner Karriere, meine Glücksnummer", fabulierte der 34-Jährige um dann doch noch die Kurve zu bekommen: "Ich bin mental dazu aber noch nicht bereit. Ich hoffe, ich kann noch lange weiterspielen."
Haas ist wieder der Mittelpunkt des deutschen Tennis, er hat das bedeutendste Turnier des Landes gewonnen, die Nummer drei der Welt geschlagen. Vor allem aber hat er den deutschen Tennis-Fans die Hoffnung gegeben, dass er in Wimbledon Großes erreichen kann. Aber kann er das wirklich?
Die ehemalige Nummer zwei der Welt hat sich mit seinem Turniersieg auf Rang 49 der Weltrangliste verbessert, so gut stand er zuletzt vor fast genau zwei Jahren (Rang 34 am 21. Juni 2010). Das ATP-Ranking berücksichtigt die Ergebnisse von einem Jahr, natürlich gibt es nie den genauen Leistungsstand der Spieler wieder. Vor Halle war Haas die Nummer 87 der Welt und damit zu schlecht, um direkt ins Hauptfeld zu kommen. Nur weil die Veranstalter Gnade walten ließen und sich ein weiteres Zugpferd für ihr Turnier nicht entgehen lassen wollten durfte Haas mitmischen.
Der Deutsche bekam eine Wildcard, auch in Wimbledon wird dies so sein. Das Problem: Haas tritt als ungesetzter Spieler an. Theoretisch könnte er schon in der ersten Runde auf Federer oder andere Top-Spieler wie Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray treffen. Es wäre gleichbedeutend mit seinem Aus.

alle 10 Kommentare auf einen Blick ansehen
Kommentar schreiben









