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Tod sucht Meroni auf dem Höhepunkt heim
Trotzdem rissen sich die Topclubs um das "schwarzen Schaf" des italienischen Fußballs oder sollte man lieber sagen, das "Schwarze Küken"? Schließlich hatten ihm Fans nicht nur wegen seiner fransigen Haare am Pony den Spitznamen "Calimero" verpasst. Gigi Meroni hatte sogar schon einem 750 Millionen Lire-Deal mit dem Lokalrivalen Juventus und dessen Boss Gianni Agnelli zugestimmt, bevor wütende Proteste und Streikandrohung der Torino-Fans unter der FIAT-Belegschaft den Deal doch platzen ließen. Traurig war der 24-Jährige darüber jedoch nicht lange.
Der Saisonstart mit Torino war gut verlaufen, auch privat entwickelte sich alles bestens. Die Ehe seiner langjährigen Freundin Cristina war mittlerweile annulliert worden, der Weg zum Traualtar nach Jahren der wilden Ehe damit endlich frei. Das und den am Nachmittag errungen 4:2-Sieg über Sampdoria hatten Meroni und Kumpel Fabrizio Poletti eigentlich feiern wollen. Nach dem gemeinsamen Abendessen mit der Mannschaft machten sie sich auf den Weg in ihre Stammbar, von wo aus sie Cristina anrufen wollten. Dann ereignete sich das tragische Unglück.
Unglücksfahrer war Meronis größter Fan
Gigi und Fabrizio überquerten den breiten Corso Re Umberto, mussten am Mittelstreifen stoppen und einem schnellfahrenden Auto ausweichen. Dabei erwischte sie jedoch ein Fahrer auf der Gegenspur. Poletti trug nur leichte Verletzungen davon, Meroni wurde allerdings in den Gegenverkehr geschleudert und erlag seinen schweren Verletzungen. Tragischerweise war der 19-jährige Unglücksfahrer Meronis größter Fan. Attilio Romero, Dauerkartenbesitzer von Torino, trug den gleichen Haarschnitt und hatte sogar ein Foto seines Idols im Wagen hängen. Später wurde er sogar zum höchst umstrittenen Präsident des Clubs.
Doch selbst nach seinem Tod produzierte Meroni Schlagzeilen. Ferraudo de Francis, der Kaplan von Torino FC, der die Trauerfeier abhielt, wurde von der Katholischen Kirche mit der Exkommunizierung bedroht, weil er die heilige Messe für einen Sünder - wegen der wilden Ehe - abhielt. Wenige Wochen nach dem Begräbnis öffnete ein Verrückter das Grab, schnitt dem Leichnam die Leber heraus. Er habe sicher gehen müssen, dass sein Idol tatsächlich tot sei, erklärte der Mann der Polizei, der er das entnommene Organ Tage später überbrachte.
Irgendwie bizarr, aber auch irgendwie passend zur Extravaganz von Gigi Meroni, über den der italienische Journalist Gianni Brera einst sagte: "Er war das Symbol für phantastische Fähigkeiten und soziale Freiheiten in einem Land, in dem sich eigentlich jeder andere einfach nur angepasst hatte." Ein schillernder Star, der letzlich die zwei Grundregeln des Rock 'n' Rollers beherzigte: "Die before I get old" (The Who) and "Better burn out than fade away" (Neil Young) - und damit zur unsterblichen Legende wurde.





