Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov starteten gut in die Tischtennis-WM, in der beide eine Medaille holen wollen. Jeweils 4:0 stand es am Ende ihrer Auftaktmatches, beide hatten dabei wenig Mühe. Auch die anderen deutschen Athleten kamen zumeist gut in das Turnier.
Den Aufgalopp ihrer Medaillen-Mission erledigten Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov im Eiltempo. Beide deutsche Tischtennis-Asse kamen bei souveränen Siegen zum Auftakt der Einzel-WM in Paris kaum ins Schwitzen. Der Weltranglistenfünfte Boll (Düsseldorf) fertigte Admir Duranspahic aus Bosnien beim 4:0 (11:4, 11:5, 11:5, 11:6) in nur 20 Minuten ab, der Olympiadritte Ovtcharov (Orenburg) hatte bei seinem 4:0 (11:3, 11:2, 12:10, 11:6) gegen Wijatscheslaw Burow (Russland) ebenfalls keine Zeit zu verschenken.
Boll und Ovtcharov angespannt, aber konzentriert
Vor 6000 Zuschauern im Palais Omnisports, wo Boll vor zehn Jahren bei der WM als Weltranglistenerster sensationell in der zweiten Runde gescheitert war, zeigte sich der WM-Dritte von 2011 gleich hochkonzentriert: Für den ersten Satz benötigte der 32-Jährige gerade einmal dreieinhalb Minuten. Um sein Paris-Trauma von 2003 zu überwinden, muss Boll am Donnerstag seinen zukünftigen Düsseldorfer Teamkollegen Sharath Kamal Achanta (Indien) oder Carlos Machado (Spanien) bezwingen.
Ovtcharov gab zu, dass er vor seinem Duell mit dem russischen Meister durchaus "angespannt" gewesen sei. Mit dem klaren Erfolg konnte der 24-Jährige Kraft sparen für das Duell mit dem Kroaten Zoran Primorac. "Ich habe mir viel vorgenommen für die WM und für die erste Runde ganz okay gespielt", meinte Ovtcharov.
Gute deutsche Ergebnisse
Ebenfalls in Runde zwei zogen Patrick Baum (Düsseldorf) und Patrick Franziska (Fulda-Maberzell), nicht mehr im Rennen ist Steffen Mengel (Frickenhausen). Der deutsche Meister und Qualifikant traf auf den Weltranglistenersten Xu Xin (China) - und musste sich ohne Satzgewinn geschlagen geben.
Die Damen sind nach einem Mammutprogramm am Mittwoch bereits einen Schritt weiter. Nachdem Ex-Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) ihre Teamkollegin Irene Ivancan (Berlin) im deutschen Duell ausgeschaltet hatte, folgten ihr Zhenqi Barthel (Bingen) und Kristin Silbereisen (Kroppach) in die Runde der letzten 32. Für Petrissa Solja (Linz) war der Einzel-Wettbewerb nach dem ersten Auftritt beendet.
Zuvor war das Duo Franziska/Solja in die dritte Mixed-Runde eingezogen. Die zweite DTTB-Paarung Mengel/Winter verpasste gegen Chen Qi/Hu Limei aus China mit 3:4 eine Überraschung denkbar knapp.
Wahlen am Rande der WM
Am Rand der WM wurde derweil der Kanadier Adham Sharara als Präsident des Weltverbandes ITTF wiedergewählt. Der 60-Jährige, der den Posten seit 1999 innehat, hielt Herausforderer Stefano Bosi (Italien) trotz gegen ihn erhobener Korruptionsvorwürfe mit 149 zu 53 Stimmen in Schach und bleibt bis 2017 im Amt.
Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), wurde als Vize-Präsident des Weltverbandes wiedergewählt. "Ich bin froh und erleichtert, dass ich wieder mitarbeiten darf. Es ist gut, dass Deutschland wieder in diesem wichtigen Gremium vertreten ist", sagte Weikert, für den Bosi zurecht gescheitert ist: "Sein Programm bietet keine Ideen und keine Entwicklung für unseren Sport."
