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Datum: 18. Mai 2013, 22:55 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sid
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Timo Boll souverän - Ovtcharov verliert gegen Kumpel Baum

Timo Boll, Tischtennis-WM
Timo Boll hat neben dem Ball auch Edelmetall im Visier

Das Edelmetall ist für Timo Boll erneut in Sichtweite, nun muss der deutsche Tischtennis-Star aber die "chinesische Mauer" überwinden: Bei der Einzel-WM in Paris kommt es für den WM-Dritten nach einem souveränen 4:0-Erfolg im Achtelfinale gegen den Japaner Seiya Kishikawa im "Medaillenspiel" am Sonntag zum Showdown gegen den Weltranglistenzweiten Ma Long. Dagegen platzte der Traum von Dimitrij Ovtcharov  vom ersten WM-Edelmetall überraschend im deutschen Duell mit Patrick Baum. Der favorisierte Olympiadritte unterlag seinem Trainingspartner 1:4, so dass Baum gegen Titelverteidiger und Olympiasieger Zhang Jike (China) als Außenseiter um eine Medaille kämpft. Den viermaligen Team-Weltmeister Ma Long hatte Boll vor der WM als "gierigsten" der gefürchteten Chinesen ausgemacht. "Weil er noch keinen großen Einzel-Titel gewonnen hat, wird er richtig brennen. Aber vielleicht macht ihn genau das auch verwundbar", sagte der 32-Jährige, der sich durchaus Chancen auf die zweite WM-Einzelmedaille in Folge ausrechnet: "Wenn ich gegen Ma Long so gut ins Spiel komme wie gegen 'Kishi', geht vielleicht was."

Boll stark gegen ehemaligen Teamkameraden

Boll präsentierte sich gegen Kishikawa, der lange in der Bundesliga aufschlug und mit dem er einst bei Borussia Düsseldorf zusammenspielte, in hervorragender Verfassung. Die beiden begeisterten die rund 9000 Zuschauer im Palais Omnisports mit einigen sehenswerten Ballwechseln, wobei Boll spielerisch immer mindestens eine Klasse besser wirkte. "Viel besser kann ich nicht das nicht spielen", sagte der Rekordeuropameister mit zufriedener Miene. Im Kumpel-Duell zwischen Ovtcharov und Baum, die sich seit Kindheitstagen kennen, schenkten sich die beiden in einem zunächst engen Match nichts. Doch Ovtcharov hatte am Ende die schlechteren Nerven und Baum immer wieder bessere Schläge parat. "Dima" zeigte sich trotz der Enttäuschung als fairer Verlierer: "Patti war in den entscheidenden Momenten fitter und klarer. Ich war etwas zu nervös." Die deutschen Herren feierten in Paris indes einen historischen Erfolg: Bei der 58. Weltmeisterschaft stehen erstmals zwei DTTB-Asse in der Runde der letzten Acht des Herreneinzels. Derweil riss zehn Jahre nach dem letzten nicht-chinesischen WM-Triumph an selber Stelle die Goldserie der Tischtennis-Großmacht. Mixed-Gold ging an Kim Hyok Bong/Kim Jong aus Nordkorea, die sich im koreanischen Bruder-Duell gegen das Süd-Paar Lee Sangsu/Park Youngsook mit 4:2 durchsetzten, das topgesetzte China-Duo Wang Liqin/Rao Jingwen musste sich wie Cheung Yuk/Jiang Huajun (Hongkong) mit Bronze begnügen. Den letzten nicht-chinesischen Triumph bei einer Einzel-WM hatte 2003 ebenfalls im Palais Omnisports der Österreicher Werner Schlager gefeiert. Im Damen-Einzel machen die Chinesinnen wie bei den vergangenen drei Titelkämpfen die Medaillen unter sich aus. Titelverteidigerin Ding Ning scheiterte dabei im Halbfinale an Li Xiaoxia, die im Endspiel am Sonntag auf Liu Shiwen trifft.