Nein, wir suchen die Gründe für Tiger Woods Absturz bei der US Open nicht in seinen Sex-Skandalen. Wir analysieren seine zwei unterschiedlichen Gesichter in San Francisco und spekulieren, ob für ihn verhasste Gegner einfach motivierender sind als ein Flight mit einem guten Freund.
Die US Open von Tiger Woods war mal wieder nahezu "unglaublich". Allerdings war es nicht das "unglaublich", das man eigentlich mit Tiger Woods assoziiert bzw. aus seiner großen Zeit von ihm gewohnt war. Denn einen geteilten 21. Rang trotz Halbzeitführung hat man von Woods in seiner langen Karriere doch eher selten erlebt.
"Zeigt Woods sein Masters- oder sein Memorial-Gesicht?", hatte sportal.de in der Vorschau auf die US Open gefragt. In San Francisco zeigte er eine Mischung aus beidem. Zwei Tage hatte Woods unter der Sonne Kaliforniens vorne mitgemischt, seine Flightpartner Phil Mickelson und Bubba Watson beinahe nach Belieben dominiert und folgerichtig nach der zweiten Runde auch mit in Führung gelegen, nachdem er gerade einmal fünf Bogeys nach den ersten 36 Löchern auf dem schweren Kurs hatte notieren müssen.
Angesichts von Woods traumwandlerischer Sicherheit beim Nachhausebringen von Führungen glaubten Experten und wohl auch er selbst an den erhofften, ja so ersehnten 15. Major-Sieg seiner Karriere nach genau vierjähriger Durststrecke. Doch dann brach Woods mit sechs Bogeys am dritten Tag ein und verschwand am vierten Tag, an dem er vier Bogeys und ein Double Bogey folgen ließ, komplett im Nebel des Olympic Club und auf dem Leaderboard in der relativen Bedeutungslosigkeit des Mittelmaßes.





