Der THW Kiel hat bei MKB Veszprem die erste Saisonniederlage in der Champions League kassiert. Der Titelverteidiger verlor mit 30:31 (15:14) und vergab dabei drei seiner vier Siebenmeter. In der Tabelle führt nun Veszprem mit vier Siegen aus vier Spielen.
Bester Werfer des deutschen Rekordmeisters war der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson mit acht Toren. Für die Ungarn war Laszlo Nagy (9) am erfolgreichsten.
Nachdem sich Atlético Madrid durch die sensationelle 30:35-Niederlage bei IK Sävehof voraussichtlich aus dem Rennen um den Sieg in der Gruppe B der Handball-Champions League verabschiedet hatte - zumal die Spanier auch beide Heimspiele gegen den THW Kiel und MKB Veszprem verloren hatten - umgab das Duell in Ungarn einen Hauch von Vorentscheidung um den Gruppensieg.
Beide Teams begannen die Partie mit enormem Tempo, aber auch mit großer Nervosität, so gingen in der Anfangsphase doch einige Würfe daneben. Doch nach etwa zehn Minuten fingen sich die Gastgeber als erstes Team und brachten einige Würfe an Thierry Omeyer vorbei. Die 7:5-Führung für Veszprem war die Folge nach 13 Minuten. Nach 15 Minuten musste Alfred Gislason das erste Mal eine Auszeit nehmen, der THW lag mit 6:9 hinten und hatte mit dem Gegner arge Probleme.
Außen halten den THW Kiel im Spiel
Die Auszeit zeigte ihre Wirkung, denn der THW konnte nun Paroli bieten, auch in der hitzigen Schlussphase der ersten Halbzeit, als die Kieler einige Male sogar mit zwei Spielern weniger auf dem Parkett standen. Vor allem die beiden Außen Christian Sprenger und Gudjon Valur Sigurdsson sorgten mit ihren Toren dafür, dass es zur Halbzeit sogar 15:14 für den THW Kiel stand.
Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischte der MKB Veszprem. Vor allem der vom FC Barcelona zurückgekehrte Laszlo Nagy war von der Kieler Abwehr nicht in den Griff zu kriegen. Aber der THW schlug mit seinem enorm starken Kollektiv zurück und konnte so verhindern, dass die Ungarn davonzogen.
Da Omeyer in dieser Phase keine Hand an den Ball brachte, kam Andreas Palicka für den Franzosen ins THW-Tor. Aber auch der Schwede fand kein Mittel gegen Nagy, der Tor um Tor für Veszprem erzielte. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit stellte sich die Kieler Abwehr wieder etwas besser auf den Gegner ein und konnte auf 25:23 davonziehen.
THW Kiel elf Minuten ohne Torerfolg
Innerhalb weniger Minuten konnte Veszprem den Zwei-Tore-Rückstand aber in eine 26:25-Führung verwandeln. Nandor Fazekas, der inzwischen bei den Ungarn zwischen den Pfosten stand, brachte die Kieler angreifer zum Verzweifeln. Erst Filip Jicha konnte den Bann brechen und brachte seinen THW wieder auf einen Treffer zum 26:27 heran in dern 53. Spielminute.
Aber angepeitscht durch das laute Publikum in Veszprem erwies sich Fazekas im Tor für den THW Kiel immer mehr als unüberwindbare Mauer. Am Ende hieß es 31:30 für Veszprem, das damit seine Weiße Weste in der Champions League wahrte, der THW muss nun auf das Rückspiel in Kiel hoffen.
