Jetzt anmelden! Hier einloggen!
Sport Live bei sportal.de
Trainingszentrum in Stuttgart
Schwäbisches Vorzeigemodell
Einige Landesverbände leisten sich ein eigenes Trainingszentrum - völlig unnötig, behaupten Kritiker. Doch der Württembergische Tennis-Bund zeigt in Stuttgart seit Jahren, dass die Arbeit an der Basis besser ist als ihr Ruf.

Natürlich läuft Tennis im Fernsehen. Federer in der Superzeitlupe. Vor der Mattscheibe sitzen Kinder und Jugendliche im Tennisdress. Andächtig schauen sie zu. Dann biegt Verbandstrainer Hans-Dieter Beutel (Kurzform: "Fidi") um die Ecke, klatscht in die Hände und ruft: "Auf geht´s." Es ist Trainingszeit im Landesleistungszentrum des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) in Stuttgart. Der Anschauungsunterricht im Fernsehen ist beendet. Jetzt muss der Nachwuchs selbst ran.

Respektsperson des WTB

Ob einer von ihnen jemals so stark wie Federer wird? Eine gemeine Frage. Cheftrainer Günther Metzger beantwortet sie diplomatisch: "Wir können als Landesverband Spieler für die Top 100 ausbilden - alles, was darüber hinaus geht, ist Bonus." Metzger ist hier die Respektsperson - ohne so aufzutreten. Im Trainingsanzug sitzt er im Bürotrakt des Gebäudes und streicht sich seinen schwarzen Schnurrbart glatt. Seit 28 Jahren arbeitet er für den WTB. 1979 begann er seine Arbeit als erster Verbandstrainer und forcierte immer den Bau eines Trainingsstützpunktes. Über die Nachwuchsarbeit im deutschen?Tennis weiß er so gut Bescheid wie nur wenige.
In Deutschland ist es die Aufgabe der 18 Landesverbände, über ihre Vereine Talente zu finden, zu fördern und zu unterstützen. Die besten von ihnen werden im Landesleistungszentrum aufgenommen. In Stuttgart-Stammheim wurde der Verbandsstützpunkt 1993 eröffnet. 11,5 Millionen Mark kostete der Bau, der sich in unmittelbarer Nähe zum bekannten Hochsicherheitstrakt befindet. Über die Arbeit in diesen Zentren wird oft geschimpft: zu altbackene Traininingsmethoden, kein zeitgemäßes Management, zu geringer Austausch zwischen den Zentren, kein guter "Ertrag" - also zu wenig Spieler mit Weltklasseniveau.

Wie die Arbeit an der Basis genau abläuft, erfahren Sie in Heft 6/2007 - Jetzt kaufen!