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| Tennisspezialist Pacific - ein deutscher Global Player |
| Saiten für die Welt |
In Neuseeland gegründet, in Deutschland zu Hause: Die Firma Pacific ist seit über 30 Jahren durch ihre Saiten und Griffbänder eine feste Größe in der globalen Tennisszene. Ab diesem Jahr ist sie neuer Partner auf der ATP-Tour.
Wer uns besucht, landet schnell im falschen Ort", warnt Claus-Peter Lander, Vertriebschef der Firma Pacific, und schmunzelt. "Denn es gibt im Großraum Stuttgart vier Orte, die Hochdorf heißen." Zum Glück sammelt er den Besuch persönlich am Stuttgarter Flughafen ein. Von dort geht es nach Hochdorf "an der Fils", wie Lander betont. Nach kurzer Ortsdurchfahrt und einem Kreisverkehr stoppt er vor einem modernen Flachbau mit zwei Etagen - der Pacific-Zentrale.
Fast jeder, der Tennis spielt, hatte in seinem Sportlerleben - bewusst oder unbewusst - schon einmal Kontakt mit einem Artikel aus diesem Haus, das sich selbst als "Anbieter für Racketsport-Accessoires" versteht. Für die vielfältige Produktauswahl ist diese Bezeichnung kaum ausreichend. Egal, ob Naturmdarmsaite, Kunstsaite, Ledergriffband, Überband oder Vibrationsdämpfer - irgendwann landet ein Pacific-Artikel am eigenen Tennisschläger. "Es ist zwar schwer, als reine Zubehörmarke bekannt zu werden, aber wir haben das nach über 30 Jahren gut hinbekommen", sagt Marcus Schwarz, der Geschäftsführer.
4 Rinder für eine Saite
Begonnen hat alles nicht hier, im beschaulichen Hochdorf, sondern in Neuseeland. Joachim Schwarz, Vater von Marcus, beteiligte sich 1972 an einer Produktionsfirma für Naturdarmsaiten im neuseeländischen Manaia, die heute der Familie gehört. Im Zwei-Schichtensystem werden dort in sogenannten "gutrooms" ("gut" bedeutet Darm) die Därme von geschlachteten Rindern gewonnen und verarbeitet, bis eine Tennissaite entsteht. "Für eine Besaitung, also für gut zwölf Meter Saite, brauchen wir die Därme von drei bis vier Rindern", erklärt Marcus Schwarz die aufwändige Produktion, die für den hohen Preis von Naturdarmsaiten (bis zu 65 Euro!) verantwortlich ist. "Darmsaiten sind noch immer das Beste für den Schläger. Aber für unseren Umsatz spielen sie nur noch eine marginale Rolle", sagt Schwarz. Neben den exklusiven Darmsaiten aus Neuseeland kommen multifile (aus mehreren Fasern bestehend) und monofile (aus einer Faser) Kunstsaiten hinzu, die in Asien und Deutschland hergestellt werden. Alles landet im 2800 Quadratmeter großen Lager in Hochdorf, um von dort in 65 Länder verschickt zu werden.
Pacific ist ein Global Player. Eigene Vertriebsstrukturen unterhält die Firma in den USA und China. Dazu gibt es Kooperationspartner in etlichen Ländern. In Dubai sollen in den nächsten Jahren 50 Intersport-Shops entstehen. Mit dabei: Pacific. Auf internationalen Profiturnieren (z. B. beim Masters Cup in Shanghai) stehen die eigens entwickelten High-Tech-Besaitungsmaschinen, um dort die Stars mit frischen Besaitungen zu versorgen. Gunther Strähle, der Chef-Besaiter, ist auf der Tour als Fachmann geschätzt. Auf allen deutschen Turnieren ist Strähle mit dem Pacific-Besaitungsservice vor Ort. Er gilt dort als Institution. Seine Dienste nehmen seit Jahren auch die deutschen Davis und Fed Cup-Teams in Anspruch. Immer mehr Profis spielen mit dem Pacific-Logo "X" auf ihrer Saite. Und die Anzahl wird weiter wachsen. Denn seit dem ersten Januar 2007 ist Pacific "offizieller Ausrüster" der ATP-Tour. "Das ist eine hohe Auszeichnung für uns", freut sich Marcus Schwarz. Die Pacific-Produkte wird künftig ein ATP-Gütesiegel zieren.
John McEnroe war 1982 der erste Topspieler, mit dem Pacific einen Vertrag abschloss. Er schwört bis heute auf die Qualität der Darmsaiten. "Heute fehlt uns ein echter Topstar", gibt Marcus Schwarz zu. Dennoch hat es das Familienunternehmen geschafft, auf alle Entwicklungen der Tennisszene zu reagieren und regelmäßig neue Produkte auf den Markt zu bringen, so dass es ein Sortiment für alle Spielertypen anbieten kann: vom Profi bis zum Clubspieler. Allein in Deutschland gibt es über 20 unterschiedliche Pacific-Saiten, die alle in verschiedenen Durchmessern erhältlich sind. Selbst den größten Umbruch auf dem Saitenmarkt - die Umstellung von Natur- auf Kunstsaiten Ende der 80er Jahre - gelang dem Unternehmen.
Der neue Hit: Hybrid
Als neue Spezialität gelten die Hybridsaiten von Pacific. Hierbei bestehen Längs- und Quersaiten aus unterschiedlichen Materialien. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig, aber eine setzt sich gerade auf der Profitour immer mehr durch: Die Mischung von Darm- und Kunstsaite. So können die Spieler die Vorteile beider Saiten genießen. Viel Touch und Rückmeldung durch die Darmsaite sowie gute Haltbarkeit und mehr Spin durch die Kunstsaite. "Etwa 65 Prozent der ATP-Profis spielen mit Hybrid", schätzt Marcus Schwarz. Er sieht eine "kleine Renaissance" der Darmsaite im Profitennis, "weil die reinen Polyester-Saiten bei so extremen Belastungen die Schulter schädigen", erklärt er.
Seit drei Jahren hat Pacific ein zusätzliches Standbein: Tennis-Textilien mit Kollektionen aus hochwertigen Materialien für Damen und Herren. Tennissaiten bleiben aber das Kerngeschäft, das selbst nach dem Ende des großen deutschen Tennisbooms keine allzu tiefen Einbrüche hatte. "Die reinen Rackethersteller haben damit mehr zu kämpfen als wir", vermutet Marcus Schwarz. Und Vertriebsleiter Claus-Peter Lander ergänzt: "Die Spieler haben erkannt, dass die Saite wie ein Reifen in der Formel Eins funktioniert: Wenn die Mischung nicht stimmt, fliegst du aus der Kurve." Soll heißen: Qualität, die auch ihren Preis hat, wird sich langfristig behaupten. Ein Rezept, das sich auch 2007 auszahlen soll, wenn wieder jede Menge Saiten aus dem Lager in Hochdorf den Weg auf die Tennisschläger in aller Welt finden. Hochdorf "an der Fils" natürlich.
Pacific-Produkt-Palette 2007
Im Frühjahr 2007 wird Pacific fünf neue Saiten auf den Markt bringen: Zwei neue Polyester-Saiten wird es geben. Die Poly Force X-treme, eine Weiterentwicklung der erfolgreichen X-Force, ist für Turnierspieler mit sehr schneller Zuschlagbewegung konzipiert. Die Poly Power Pro richtet sich an gute Mannschaftsspieler. Neu entwickelt wurde die PMX (Querschnitt siehe re. unten), die als komfortable Multifilsaite den Eigenschaften einer Darmsaite ähneln soll. Hinzukommen zwei Hybridsaiten, bei denen jeweils zwei Kunstsaiten gemischt werden. Die PMX Hybrid wird sich aus der monofilen Poly Force und der neuen PMX zusammensetzen. Und bei der Power Hybrid wird die Poly Force dieses Mal mit der weniger komfortablen, dafür aber powerintensiveren Power Line (Multifilsaite) kombiniert. Weitere Infos unter: www.pacific.com.
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