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| Tennis-Versandhandel im Internet |
| Aufstieg aus dem Keller |
Der Tennis-Versandhändler Keller Sports aus München
wächst seit seiner Gründung vor drei Jahren stetig - eine
Erfolgsgeschichte auch ohne neuen deutschen Tennisboom.
Moritz Keller war zwölf Jahre alt, als ihm klar wurde, was er
in seinem Leben mag: "Tennis und gute Geschäfte." Damals, 1996,
arbeitete er in einem Münchener Sportgeschäft, besaitete Tennisschläger
und beriet Kunden - Startschuss für eine Karriere auf dem deutschen Tennismarkt.
Schlüssiges Konzept
Heute, elf Jahre später, hat Moritz Keller zusammen mit seinem vier Jahre
jüngeren Bruder Jakob einen Versandhandel für Tennisutensilien aller Art
im Internet aufgebaut, der unter der Website www.keller-sports.de zu finden
ist. In Deutschland gibt es etwa 50 Internetshops, die Artikel bekannter
Tennismarken vertreiben. Manche haben alle Hersteller im Angebot, andere nur
eine spezielle Auswahl. In der Regel liegt es in der Hand der renommierten Firmen,
mit welchem Online-Shop sie kooperieren, um die eigenen Produkte zu verkaufen. "Die
Keller-Brüder hatten von Beginn an ein schlüssiges Konzept und heute sind sie der am
schnellsten wachsende Tennisversender in Deutschland", analysiert Marcus Trute von der
Firma Babolat. Er erhielt 2004 einen Anruf von Moritz Keller. Ob man nicht die Produkte
von Babolat online vertreiben könnte, lautete die Anfrage. "Solche Anrufe bekomme ich fast
wöchentlich", sagt Trute. Meistens muss er den Jung-Unternehmern absagen. Die Kellers
erhielten aber den Zuschlag.
Damit begann die Erfolgsgeschichte von Keller Sports, wo zuvor vor allem Saiten und
Besaitungszubehör verkauft wurden. Die Bestellungen häuften sich, ins provisorische Lager
im Keller der Eltern passte bald kein Griffband mehr. "Wir packten damals die Pakete noch
selbst", erinnert sich Jakob Keller. Im Mai 2004 verschickten die beiden etwa 20 Sendungen;
zwei Jahre später waren es im gleichen Monat schon 150. "Und für den Mai 2007 rechnen wir mit
circa 1000 Bestellungen", hofft Moritz Keller.
Mehr Style, mehr Service
Mittlerweile sind alle großen Firmen im Sortiment des Online-Shops vorhanden. Das Lager wurde im
Herbst 2006 "outgesourct", steht jetzt in einem Münchener Gewerbepark. Die Marketing-Agentur
Designliga (sonstige Kunden: Adidas und BMW) betreut den Tennisspezialisten. Fast 10000 Kunden
verbuchte der Shop bisher. "Die Nachfrage wächst weiter. Wir müssen bald mehr Leute einstellen",
ist sich Moritz Keller sicher. Wer glaubt, im deutschen Tennis lasse sich in Zeiten ohne großen
Boom nichts verdienen, erntet bei ihm Kopfschütteln: "Klar schrumpft der Markt, niemand investiert
noch - aber genau das ist die Chance für Neueinsteiger mit guten Ideen." Die Keller-Brüder, beide
leidenschaftliche Tennisspieler, Selbstbesaiter und BWL-Studenten, wollten einen "stylischen,
serviceorientierten und hochwertigen Online-Shop mit fairen Preisen", der so noch nicht existierte.
"Es gibt genügend junge Menschen, die Tennis cool finden. Die müssen aber entsprechend angesprochen
werden", versucht Moritz Keller das Geheimnis des Erfolges zu erklären.
Die Website von Keller Sports bietet tatsächlich eine geordnete, edle und freundliche Oberfläche, auf
der sich User schnell zurechtfinden. Eigens entworfene Icons der einzelnen Rubriken erleichtern die
Navigation, gute Produktbilder lockern die Seite auf und ausführliche Artikel-Bewertungen der Kunden
bieten einen hohen Service. Die Neuheiten der Saison testen Moritz und Jakob selbst aus - damit sie
wissen, womit sie ihr Geld verdienen.
2007 wollen sie über ihren Shop vor allem den Verkauf von Textilien und Schuhen ankurbeln. "Da sehen wir
ein großes Potenzial", versichert Moritz Keller. Schritt für Schritt haben sie sich vergrößert, die ersten
Gewinne wurden nicht "auf Partys verjubelt", sondern wieder "in den Shop gesteckt", erzählt Jakob Keller.
Bald zieht das Bruderpaar in die erste eigene Wohnung in der Münchener City um. Im Haus der Eltern in
Gräfelfing, in dessen Keller alles anfing mit ihrem Shop, wird es dann deutlich leiser sein.
Nur zur Erinnerung: Moritz Keller ist erst 23, Jakob erst 19 Jahre alt. Aber in der deutschen Tennisszene
sind sie längst alte Hasen.
Tim Böseler
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