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| Frauentypen auf der Tour |
| Rollenspiele |
Über eintausend Damen aus 75 Nationen spielen auf der WTA-Tour. Jede von ihnen ist anders und doch bilden sie gemeinsam eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Frauentypen - von der schillernden Schönheit bis zum burschikosen Mannweib.
Die Glamour-Girls
Vorhang auf, Spot an! Die Glamour-Girls lieben den großen Auftritt. Wo sie spielen, wird der Court zum Laufsteg. Glitzernder Klunker an Ohren, Armen und um den Hals - das ist das unverkennbare Merkmal dieser schillernden Spezies. Es wird ordentlich geprotzt. So trug Serena Williams bei den US Open im letzten Jahr Ohrringe im Wert von 40000 Dollar. Und auch bei Maria Sharapova darf es gern ein bisschen mehr sein. 24-karätige Goldbeschläge funkelten bereits an ihren Tennisschuhen. In der Glamour-Rangliste steht die Russin mit Abstand auf Platz ein. Das schwarze Glitzerkleid, das sie bei den US Open trug, hätte sie auch zur anschließenden Gala-Feier anziehen können. "Es war eins der schönsten Kleider, die ich je getragen habe", schwärmte die 19-Jährige. Bei Sharapova und den anderen Tennis-Beautys ist eines sicher: Ihr Look ist immer perfekt. Die Vorbereitung auf ein Match gestaltet sich entsprechend intensiv. Erst zum Training, Bälle schlagen, dann vor den Spiegel, den Schminkpinsel schwingen. Die ausgiebige Stylingsession erfordert höchste Konzentration.
Während Ana Ivanovic gern Glitzerpuder auf ausgewählte Stellen ihres Körpers tupft, geht Nicole Vaidisova nie ohne Lipgloss aus dem Haus. Bei den French Open hatte die Tschechin zwei weitere treue (und teure) Begleiter: Platin-Ohrringe von Tiffany, die ihr bis auf die Schultern baumelten. Stören tut solch Gehänge die Glamour-Girls nicht. Problematisch wird es erst, wenn Glamour wichtiger wird als Tennis - siehe Serena Williams. "Ich bin geboren, um Designerin zu sein", sagt sie. Viel Zeit verbringt sie daher mit der Gestaltung ihrer eigenen Modelinie "Aneres" (Serena rückwärts).
Die Ehefrauen
"Die Ehe hat mein Leben ausgeglichener gemacht", sagt Anna Smashnova, die seit drei Jahren mit dem Italiener und Ex-ATP-Spieler Claudio Pistolesi verheiratet ist. Auf ihr Tennisspiel hatte die Hochzeit jedoch keinen positiven Einfluss. Seit dem Jahr ihrer Heirat ist die Israelin von Rang 15 auf 64 abgestürzt. Ehefrau sein und gleichzeitig Erfolge feiern - bei Justine Henin-Hardenne klappt das dagegen perfekt. Oft schwärmt die Belgierin, wie schön es doch sei, verheiratet zu sein. Ihren Mann Pierre Yves Hardenne, einen Tenniscoach, lernte sie in einem Club in Belgien kennen.
Dass der Auserwählte ebenfalls aus der Tennisszene stammt, kommt auf der WTA-Tour häufiger vor. Kein Wunder: Einer Studie zufolge lernen sich rund 30 Prozent aller Paare am Arbeitsplatz kennen. Severine Beltrame heiratete einfach ihren Coach, Eric Bremond. Die Folge: Prompt war der Nachname futsch und die Verwirrung groß. Genau wie bei Anna Smashnova. Als Anna Pistolesi tourte sie ein Jahr durch die Welt. Dann holte sie sich ihren alten Namen zurück, koppelte ihn mit einem Bindestrich - der Klarheit halber. Jetzt ist sie geschieden und wieder die alte Smashnova.
Die Mauerblümchen
Nadia Petrova gehört zur absoluten Weltspitze im Damentennis - dennoch schenkt ihr kaum jemand Beachtung. Die Russin spielt fast unbemerkt auf der Damentour. Das aber äußerst erfolgreich: Zehn Titel und seit über einem Jahr in den Top Ten - sogar die Nummer drei der Welt war sie bereits. Doch neben den schillernden anderen "-ovas" und Glamour-Girls verblasst die sympathische Russin mit ihrer Schlichtheit. Petrova selbst stört das wenig: "So kann ich mich auf mein Tennis konzentrieren", sagt sie. Vielleicht ist das der Grund, warum sie so konstant gut spielt. Andere Mauerblümchen, wie Viktoriya Kutuzova, hätten dagegen sicher gerne etwas mehr Aufmerksamkeit. Ihnen fehlt dafür allerdings - anders als Petrova - noch der nötige Erfolg.
Die Intellektuellen
Von wegen, Profisportler hätten nichts im Kopf. Diese Frauen haben in Sachen Intelligenz einiges zu bieten. Daniela Hantuchova zum Beispiel heimste in der Schule nur Bestnoten ein, bekam nach ihrem Abschluss Angebote zahlreicher anerkannter Universitäten. Dann die Entscheidung: Tennis oder Studium? (Sie hätte Mathematik und Physik belegt!). Hantuchova wählte Tennis, und ihre Eltern - der Vater ist Wissenschaftler, die Mutter Toxikologin - willigten ein. Auch Elena Dementieva hätte eine andere Laufbahn einschlagen können, wäre sie dem Vorbild von Oma und Onkel gefolgt (beide sind Ärzte). Die Russin aber machte einen Abschluss an einer französischen Sprachschule und begann das Profitennis. Ihr Vorbild: Martina Hingis, "weil sie so clever spielt, wie Schach auf dem Court", sagt sie. Ist so viel Intelligenz beim Tennis störend? Vielleicht ist das viele Nachdenken der Grund, warum einigen der Damen kurz vor Matchende oft die Hand zittert.
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