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| Nach dem Davis Cup-Erfolg gegen Thailand |
| Stark genug für die 1.Liga? |
2001 gewann das deutsche Davis Cup-Team zuletzt eine Partie in der Weltgruppe. Seitdem gab es wenige Glanzpunkte - aber viele Enttäuschungen. Nach dem Zittersieg gegen Thailand muss Deutschland im Februar 2007 gegen Kroatien spielen. Ob das Team gut genug für die erste Liga ist, lautet nur eine Frage, auf die tennis magazin antwortet.
1. Welche Chancen hat das Team 2007 in der Weltgruppe?
In der ersten Runde muss Deutschland zu Hause gegen Kroatien antreten. "Das ist ein äußerst schweres Los", kommentierte Teamchef Patrik Kühnen die Auslosung. Wie wahr. Kroatien ist die Nummer eins der Davis Cup-Rangliste. Mit Ivan Ljubicic und Mario Ancic hat die Mini-Republik (nur vier Millionen Einwohner) zwei Top Ten-Spieler im Aufgebot. 2005 gewannen die beiden den Davis Cup. Ihre große Stärke: Sie sind nicht nur sehr beständige Einzelspieler, die sich auf jedem Belag zurechtfinden - sie harmonieren auch als Doppelteam. 2004 gewannen sie Bronze bei den Olympischen Spielen in Athen, im Davis Cup haben sie noch kein Doppel verloren (sechs Siege). Mögliche Schwäche: Als "Zwei-Mann-Team" spielen Ljubicic und Ancic in der Regel jeweils zwei Einzel und ein Doppel während einer Davis Cup-Partie. Ihre Belastung ist also hoch. Eine mögliche Alternative, Ivo Karlovic, Nummer 69 der Welt, gehörte 2006 nicht zum Team. Angeblich gab es Streitereien um seine Antrittsprämien. "Wir sind nur Außenseiter", sagt Kühnen. Aber vielleicht liegt in dieser Rolle auch eine Chance für die Deutschen. Denn während der letzten Partien waren sie entweder die Favoriten (wie gegen die Slowakei 2004 und Thailand 2006) oder der Gegner wurde im Vorfeld als ebenbürtig angesehen (Frankreich 2006). Als Außenseiter galten die Deutschen lange nicht mehr - und gegen Kroatien sind sie es. Will die deutsche Mannschaft ihrem eigenen Anspruch gerecht werden ("Wir gehören in die Weltgruppe"), dann muss sie einmal über sich hinauswachsen. Sollte ein Sieg gelingen, wäre das Viertelfinale von der Papierform einfacher: entweder zu Hause gegen Australien (zuletzt 2000; 2:3-Niederlage in Adelaide) oder ein Auswärtsspiel in Belgien (zuletzt 1992; 5:0-Sieg in Essen). Blickt man noch weiter nach vorne, könnte es im Halbfinale ein Auswärtsspiel in Russland geben (zuletzt 1999; 2:3-Niederlage in Frankfurt). Das Schlüsselspiel aber ist die erste Runde gegen Kroatien. Ein Sieg wäre der erste einer deutschen Mannschaft in der Weltgruppe seit dem 3:2-Erfolg über Rumänien im Februar 2001 - und ein Neuanfang für die Fahrstuhlmannschaft.
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2. Welchen Status hat der Davis Cup in Deutschland?
Mit den Worten Davis Cup werden immer noch die glorreichen Siege von Boris Becker und Michael Stich verbunden. Aber die Erfolge verblassen wie knallige Farben in der Sonne. Was auch nicht verwundert. Wenn die einstige Davis Cup-Weltmacht lediglich zwischen Relegation und Euro-Afrika-Zone dümpelt, kommt bei den Tennisfans wenig Begeisterung auf. Welches Potenzial immer noch in dem Mannschaftswettbewerb liegt, zeigte sich zu Beginn des Jahres in Halle gegen Frankreich. Zuletzt spielte man in der westfälischen Provinz (geographisch, nicht als Tennisstandort) 1993 im Jahr des letzten Davis Cup-Triumphs. 13 Jahre später strömte das Publikum wieder in Massen. 25000 Zuschauer kamen an drei Tagen ins Gerry Weber Stadion - mit Tröten und Fahnen, schwarz-rot-goldenen Trikots und Transparenten. Wer weiß, wie sich die Stimmung entwickelt hätte, wenn Deutschland diese Partie gewonnen hätte. Aber es kam anders. Und am Produkt Davis Cup klebte wieder der Makel der Glücklosigkeit. Ins Bewusstsein rückten erneut die dunklen Momente - mit dem absoluten Tiefpunkt in Karlsruhe 2002 gegen Venezuela, als Kühnen und Co. teilweise vor 50 Zuschauern spielten. In Düsseldorf gegen Thailand 2006 kamen insgesamt knapp 10000 Zuschauer. Es waren zumeist Stammgäste, die schon jahrelang zum Rochusclub pilgern. Immerhin blieben sie bei - sehr wichtig - schönem Wetter auch dem deutschen Team gegen einen wenig attraktiven Gegner treu.
Im Fernsehen ist der Davis Cup beim DSF gelandet. Ein telegener Abstieg für den Teamwettbewerb, der bis 2004 von der ARD gesendet wurde? Ja, aber die Berichterstattung im Spartensender ist realistisch. Gut ist, dass das DSF erklärt hat, den Davis Cup bis 2009 zu übertragen. Schlecht ist, dass der Sender - wie in Düsseldorf - aus der Livesendung aussteigt, wenn es spannend wird.
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