Serena Williams hat zuletzt alles gewonnen, was sie gewinnen konnte. Noch ist die US-Amerikanerin nur die Nummer drei der Welt. Doch bei den Australian Open dürfte sie die Spitze übernehmen. Dies soll jedoch nur der Beginn eines herausragenden Jahres werden.
Die Grand Slams sind die größte Bühne, die der Tennissport zu bieten hat, sie sind die vier Eckpfeiler der Saison, die Momente, die hängen bleiben. Sie schaffen neue Stars und lösen alte ab. Nach ihrem Triumph bei den Australian Open 2012 übernahm Victoria Azarenka erstmals die Weltranglisten-Führung und behielt sie - bis auf vier Wochen im Sommer - bis jetzt. Fast genau ein Jahr später, am 28. Januar 2013, dürfte sie die Spitze wieder los sein.
Viele gehen davon aus, dass dann Serena Williams wieder die Nummer eins sein wird - auch die US-Amerikanerin selbst. "Glaubt mir: Ich werde wieder die Nummer eins sein. Es ist nur eine Frage der Zeit", sagte sie jüngst. Insgesamt 123 Wochen war die derzeitige Weltranglisten-Dritte schon an der Spitze - ab Ende Januar dürften weitere hinzukommen.
Denn die US-Amerikanerin ist nun schon seit Monaten das Maß der Dinge im Frauen-Tennis, auch wenn die Weltrangliste anderes vermuten lässt. Nach ihrem blamablen Aus bei den French Open legte sie einen beeindruckenden Lauf hin. Sie verpflichtete Patrick Mouratoglou als neuen Trainer, mittlerweile ist der Franzose gar ihr Lebenspartner.
Mit Wimbledon, Olympia, den US Open sowie der WM in Istanbul gewann sie die vergangenen vier Groß-Events - und gab dabei in 25 Partien nur vier Sätze ab. Eine Fabelbilanz. In diesem Zeitraum verlor sie lediglich eine Partie, ausgerechnet gegen Angelique Kerber.
Und auch der Start in die neue Saison glückte, in Brisbane gab sie in vier Partien nur 17 Spiele ab, ein ebenfalls beeindruckender Wert. Nach ihrem 47. Turniersieg sagte sie: "Ich habe mir ein paar alte Matches auf YouTube angeschaut und habe das Gefühl, im Moment besser zu spielen, als jemals zuvor."
Gut dosierter Turnerplan
Im Vorjahr scheiterte Williams, die derzeit in der Weltrangliste 9750 Punkte hat, in Melbourne bereits im Achtelfinale, sie hat also nu 280 Punkte zu verteidigen und damit viel Luft nach oben. Anders sieht es bei Azarenka (2000 Punkte) und der Nummer zwei der Welt, Maria Sharapova (1400 Punkte) aus. Und Williams liegt nur 845 Punkte hinter Azarenka und 295 hinter Sharapova. Die US-Amerikanerin hat also gute Voraussetzungen, Punkte aufzuholen. Zumal ihre Auslosung vermeintlich leicht ist, in der ersten Runde trifft sie auf Edina Gallovits-Hall aus Rumänien, im Halbfinale könnte es gegen Azarenka gehen.
Doch für Williams ist die Übernahme der Spitze nicht das einzige Ziel. "Ich denke nicht so viel darüber nach. Ich gewinne lieber Grand Slams und Turniere", sagte Williams, die in diesem Jahr Geschichte schreiben und alle vier Grand Slams gewinnen will. "Absolut. Ich denke, dass ich definitiv in dieser Weise fühle", so Williams. Zuletzt war dies Steffi Graf 1988 gelungen.





