Knapp fünf Monate war Rafael Nadal zum Couch-Potato verdammt. Die Karriere war in Gefahr, eine Operation angedacht. Nun gibt der Spanier sein Comeback, will Ende des Jahres einen Showkampf absolvieren. Dennoch stellt sich die Frage, ob seine Karriere im Sand verlaufen wird.
Es sind die Knie, die Rafael Nadal immer wieder Schwierigkeiten bereiten. Sie sind seine Achillesferse. Zuletzt litt Nadal am Hoffa-Kastert-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Schwellung von Fettgewebe unterhalb der Patellasehne. Aufgrund dieser Beeinträchtigung war eine Fortsetzung der Karriere nach dem Aus beim Turnier in Wimbledon (28. Juni) fraglich.
Immerhin in diesem Punkt gab Rafael Nadal nun Entwarnung. "Ich kann es nicht erwarten, auf den Tennisplatz in Abu Dhabi zurückkehren", ließ er via Facebook verlauten und wird das Showturnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom 27. bis zum 29. Dezember absolvieren. Dies dürfte ein Härtetest für ihn sein. Immerhin zeigten sich seine Ärzte zufrieden mit dem Genesungsprozess.
"In diesem Jahr möchte ich erneut diese Trophäe gewinnen", sagte der Sieger von 2009 und 2010 zwar weiter. Dennoch ist es fraglich, wie die Karriere des Spaniers wirklich weitergehen soll. Es ist nicht das erste Mal, dass die Knie ihn außer Gefecht gesetzt haben. Nadal kommt viel über seine Kraft und es erscheint zumindest fraglich, ob sein Körper ihn eine Saison lang tragen wird.
Es geht für Rafael Nadal um die French Open
Knackpunkt ist sicherlich der Hartplatz, der ob des stumpfen Belags Gift für die Knie des Tennis-Profis ist. "Es wird sehr schwer für ihn, einen weiteren Major-Titel auf einem Hartplatz zu gewinnen. Ich bezweifle, dass er es schaffen wird", sagte der ehemalige Weltklasse-Spieler Henri Leconte auf thetennisspace.com.
Nach dem Showturnier geht es weiter zu einem Turnier nach Doha und dort geht es für Nadal darum, zu sehen, ob die Australian Open physisch machbar sind. Leconte geht davon aus, dass es die Generalprobe für die French Open sein wird. "Er will sehen, ob er fit genug dafür ist, die French Open erneut gewinnen zu können. Nur darum geht es ihm."
"Bis Monte Carlo und für die Vorbereitung auf Roland Garros will ich wieder bei 100 Prozent sein", hatte Nadal bei einem Interview mit ABC Radio erklärt. Dennoch weiß auch er, dass seine Form gelitten hat. "Natürlich muss ich in meine Pläne auch einbeziehen, dass meine Form nach so langer Zeit ohne Wettkampf noch nicht auf oberstem Level sein wird."
Eine Karriere nur auf Sand?
Wie die Karriere des Ausnahmespielers seine Fortsetzung findet, hängt von zwei Faktoren ab. Natürlich muss sich zeigen, wie die Knie auf erneute Belastung reagieren. Dabei wird es seine Zeit dauern, bis auch die Form wieder da ist. Geht alles gut, dürfte Nadal im Laufe des kommenden Jahres wieder ein Wort um die Titel mitsprechen.
Dies scheint zumindest fraglich, da die Belastung enorm hoch ist. Daher gibt es auch den Alternativ-Plan, sich auf die Turniere auf Sand zu beschränken. Es finden zwar viele Turniere auf Hartplatz statt und sind Pflichtprogramm, aber eine Verletzung wird als Grund einer Absage anerkannt. Sollte er die Hartplatz-Turniere nicht spielen, würde er in der Weltrangliste abrutschen.
Das mag für den Moment einkalkuliert sein. "Selbst wenn ich auf Position 15 fiele, würde mich das daher nicht beunruhigen", meinte Nadal. "Es wird kompliziert für ihn", meinte Leconte. "Besonders, wenn der Ball nicht mit der Härte wie früher geschlagen wird. Er wird so für andere Spieler schlagbar." Bleibt die Frage, ob ein Spieler wie Nadal sich mit Mittelmaß zufrieden gibt.
