Noch nie konnte Andy Murray einen Grand Slam gewinnen und Tennis-Experten streiten sich, ob Olympia-Gold ein gleichwertiger Ersatz ist. In Großbritannien ist er nun aber ein Held, die eigentliche Sensation war die Deutlichkeit des Sieges gegen Roger Federer.
Denn im Finale, als einziges Match bei Olympia über drei Gewinnsätze ausgetragen, gewann Murray spielend leicht mit 6:2, 6:1, 6:4. Der Schotte, der vom fanatischen Publikum auf dem Centre Court gepusht wurde, erwischte selbst einen richtig guten Tag, Federer hingegen einen katastrophalen mit einer Fülle von leichten Fehlern.
Sabine Lisicki und Christopher Kas verpassten im Mixed die Bronzemedaille knapp. Das deutsche Duo verlor gegen die an Nummer drei gesetzten Amerikaner Lisa Raymond und Mike Bryan nach Match Tie Break mit 3:6, 6:4, 4:10. Damit blieb der Deutsche Tennis Bund in London ohne Edelmetall. "Wir sind total enttäuscht. Das war das wichtigste Turnier meiner Karriere. Wir waren so nah dran an der Medaille", sagte Lisicki mit Tränen in den Augen.
Federer wiederum hätte, wie am Vortag Serena Williams bei den Damen, einen Golden Slam feiern können, denn der Schweizer hat bereits alle Grand Slam-Turniere gewinnen können, nur die olympische Goldmedaille fehlt noch in seiner Sammlung.
Ungewohnt offen sprach er vor dem Turnier auch vom Traum, diesen Titel endlich gewinnen zu wollen, ob Federer in vier Jahren in Rio de Janeiro noch spielen wird, ist heute nicht zu beantworten. "Es ist schade, aber es war trotzdem ein großer Tag für mich. Vielleicht war ich emotional erschöpft. Er war besser, viel besser als ich, aber ich bin mit Silber zufrieden", sagte Federer nach der Enttäuschung.
Murray: Zusammen mit Robson noch Silber obendrauf
Bei Olympiasieger Murray ist es genau umgekehrt, viermal stand er bisher bei einem Major im Finale, konnte aber auch wegen nervlicher Schwächen nie gewinnen. Nun also der Olympiasieg, den er im Mixed-Finale an der Seite seiner Partnerin Laura Robson sogar noch hätte krönen kann. Murray/Robson verloren aber gegen das weißrussische Duo Victoria Azarenak und Max Mirnyi im Match-Tiebreak des dritten Satzes. Nach dem emotionalen Erfolg gegen Federer fiel der Jubel Murrays auch deshalb eher verhalten aus, nach einer kurzen Stippvisite in seiner Box bei Freundin Kim Sears verließ Murray schnell den Platz, kam für die Siegerehrung dann aber wieder.





