Die Tenniswelt freut sich auf die US Open und auf Angelique Kerber! In Cincinnati musste sich Kerber erst im Finale gegen Li Na geschlagen geben. Trotzdem beeindruckte sie bei ihren Siegen gegen Williams und Kvitova und bekam den Beinamen "Giganten-Killer".
Knapp eine Woche vor dem letzten Grand Slam-Turnier des Jahres zeigte sich Kerber erneut in bestechender Form und darf frohen Mutes nach New York reisen. In Cincinnati hielt die Kielerin lange Zeit das Prädikat "unstoppable", erst im Finale musste sich Kerber ihrer Angstgegnerin Li Na aus China geschlagen geben. Gegen die Chinesin und French Open-Siegerin von 2011 verlor Kerber das fünfte von bisher sechs Duellen.
Kerbers starker Start und Li Nas Antwort
Dabei erwischte die 24-Jährige einen starken Start und ließ ihrer Kontrahentin kaum eine Chance. Nach einer knappen halben Stunde stand es 6:1 und der dritte Turniersieg auf der WTA-Tour in Kerbers Karriere war zum Greifen nahe, allerdings wurde Li Na im Laufe des Spiels stärker, spielte druckvoller und drehte das Match zu ihren Gunsten. Zunächste hatte Kerber jedoch auch im zweiten Satz den besseren Beginn erwischt und hatte der späteren Siegerin gleich das erste Aufschlagspiel zu Null abgenommen, die Antwort der Chinesin kam prompt in Form des Rebreaks.
Auf dem Hartplatz in Cincinnati entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der die 30 Jahre alte Weltranglistenneunte zahlreiche Breakchancen ausließ, am Ende des zweiten Satzen durch ein 6:3 dennoch den souveränen Satzausgleich verbuchen konnte. Kerber, die in der Weltrangliste auf Rang sieben geführt wird, gelang anschließend nicht mehr viel und so ging auch der dritte Satz relativ schnell an Li Na. Letztendlich musste sich Kerber mit 6:1, 3:6, 1:6 geschlagen geben, durfte mit ihrem Turnierergebnis aber mehr als zufrieden sein.
Kerber alias "Giganten-Killer"
Im Laufe des Turniers hatte Kerber zunächst die amtierende Wimbledon- und frisch gekürte Olympiasiegerin Serena Williams sowie ihre Vorgängerin, die Wimbledonsiegerin von 2011 Petra Kvitova bezwungen. Bereits vor dem Finale gab sich Kerber locker und wusste um ihre gute Form: "Ich will das Finale genießen. Ich hatte eine super Woche hier, freue mich und bin auf jeden Fall bereit." Dass es am Ende nicht ganz gelangt hatte, änderte nichts an der Tatsache, dass die deutsche Nummer eins von allen Seiten gelobt wurde und bei den US Open eine große Rolle spielen kann.
"Sie ist eine starke Gegnerin, ohne richtige Schwäche. Sie gibt ihrer Kontrahentin nicht viel", lobte Mary Joe Fernandez als Expertin des TV-Senders ESPN die Kielerin. Die ehemalige Weltklassespielerin hatte Kerber nach deren Viertelfinal-Erfolg gegen die zuvor in 19 Partien ungeschlagene Serena Williams zum "Giganten-Killer" erklärt. Der Halbfinalsieg über Kvitova war ihr 53. Saisonsieg, was in diesem Jahr noch keine andere Tennisspielerin geschafft hatte.
