Mit Julia Görges, Sabine Lisicki und Angelique Kerber starteten drei Tennis-Damen im Achtelfinale, nach großartigen Matches und zwei unglücklichen Niederlagen ist vor dem Viertelfinale nur noch Kerber übrig. Auf die wartet nun das nächste schwere Los.
Sabine Lisicki kommt jedes Jahr gerne nach Wimbledon, ihr Lieblingsturnier versprüht eine ganz spezielle Aura. Und lange Zeit sah es so aus, als könne die deutsche Nummer zwei wie schon beim Grand Slam-Turnier gegen Maria Sharapova gewinnen, doch die Russin behielt nach einem hart umkämpften Match mit 6:7, 6:4 und 6:3 die Oberhand.
Damit kann mit Angelique Kerber nur noch eine deutsche Tennisspielerin in den Kampf um die Medaillen im Einzel eingreifen. Kerber besiegte Venus Williams zweimal im Tiebreak. Für Lisicki geht das Turnier zumindest noch im Mixed weiter, ihr Match an der Seite von Christopher Kas wurde auf den morgigen Tag verschoben. Ausgeschieden ist dagegen auch Julia Görges, die wie Lisicki gegen Maria Kirilenko einige Chancen liegenließ.
Keine Wiederholung gegen Sharapova
Im ersten Satz zeigte Lisicki, die sich in den ersten beiden Runden jeweils über drei Sätze quälen musste, einen großen Kampf, der im spannenden Tiebreak belohnt wurde. Beim Stand von 5:3 hatte Lisicki bereits zum Satzgewinn aufgeschlagen, aber das prompte Re-Break kassiert. Im Tiebreak wechselten die Führungen und Satzbälle ständig hin und her, mit 10:8 jubelte letztlich die Deutsche.
Sharapova wirkte dagegen frustriert, sie hatte viele Chancen liegengelassen. Trotzdem startete die Russin gut in den zweiten Durchgang. Lisicki bewegte sich aber viel besser als noch in den ersten beiden Runden, ihr Aufschlag kam sehr konstant und auf ihre krachende Vorhand konnte sie sich ebenfalls über weite Strecken verlassen. Lisicki mag Wimbledon, umgekehrt ist das auch der Fall und so standen auch die Zuschauer auf Seiten der Deutschen. Trotzdem ging der zweite Satz unglücklich verloren.
Im dritten Durchgang gelang Lisicki mit einem Break im ersten Spiel eigentlich ein Traumstart, doch dann verlor die Deutsche zunehmend den Faden und Sharapova schaffte sofort das Re-Break. Die Entscheidung in dem hochklassigen und spannenden Match fiel im achten Spiel, als die Russin erneut breakte und im Anschluss ihren zweiten Matchball verwandelte. Im Viertelfinale trifft Sharapova auf die Belgierin Kim Clijsters.
"Das war ein Supermatch, das mich weiterbringen wird. Ich wollte unbedingt eine Medaille holen, aber ich kann zufrieden sein, weil ich alles gegeben habe", sagte Lisicki nach dem Match.
Kerber trifft nun auf Azarenka
Kerber zeigte auf Court 2 gegen die ehemalige Weltranglistenerste Venus Williams einen grandiosen Kampf, sie ließ sich auch von diversen Rückständen nicht aus der Ruhe bringen und siegte letztlich verdient mit 7:6, 7:6. Im Tiebreak beider Sätze behielt die deutsche Nummer eins die Nerven und zeigte ihr bestes Tennis. An eine Medaille verschwendete Kerber trotzdem noch keinen Gedanken. "Darüber denke ich gar nicht nach", betonte sie nach ihrem Erfolg in Wimbledon. "Das war supernervenstark - und weiter geht's", ergänzte Bundestrainerin Barbara Rittner.





