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Von: Daniel Raecke
Datum: 25. Juni 2012, 00:46 Uhr
Format: Artikel
Diskussion: 47 Kommentare
 
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EM 2012, Finale
  • Spanien
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Transfergerüchte im Sommer - Segen oder Fluch?
Immer her damit, über solche Gerüchte kann man herrlich diskustieren.
Erst wenn der Spieler mit neuem Trikot in der Hand da steht, ist das eine Meldung wert.
Die Gerüchte gehören nun mal zum Geschäft, aber ich lese nur die Überschriften.

Taktikanalyse: England - Italien 0:0 n.V.

John Terry, England
Einer der besten Engländer in Kiew: John Terry

Italien war England haushoch überlegen - spielte aber nur unentschieden. Kommt einem bekannt vor? Was Chelsea Recht war, kann England nur billig sein. Unsere Themen: Ist Andrea Pirlo der beste Fußballer der Welt? Was ist das Problem mit Elfmeterschießen? War England überhaupt schlecht? Und wann ist endlich Donnerstag?

Eine Taktikanalyse zu einem im Elfmeterschießen entschiedenen Spiel zu schreiben, ist nie ein Spaß. Die Versuchung ist immer groß, dem Sieger des Spiels im Nachhinein auch die Überlegenheit in den 120 Minuten zuzuschreiben und dann von einem "verdienten Sieg im Elfmeterschießen" zu sprechen - wie etwa Manuel Neuer nach Bayerns Weiterkommen in Madrid in der Champions League.

1) Elfmeterschießen - Notwendiges Übel, keine Fortsetzung des Spiels

Bayern allerdings hatte das Spiel in Madrid verloren, trotzdem erläuterten nicht wenige deutsche Medien anschließend, warum die Münchner im Bernabéu gewonnen hatten. Gerade in Deutschland mit seiner historisch guten Bilanz in dieser Entscheidungsfindung ist es beliebt, das Elfmeterschießen als logische Fortsetzung oder gar Höhepunkt eines Fußballspiels zu begreifen.

Nicht ohne Grund rechnete man früher (und in vielen Medien noch heute) in Deutschland oft die "Tore" aus dem Elfmeterschießen einfach zu den Toren in den 120 Minuten hinzu und sprach dann davon, das Team habe "7:6 nach Elfmeterschießen" gewonnen. Dass diese Logik in Fällen, in denen das Elfmeterschießen über ein Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel entscheidet, oft gar nicht funktioniert, hat der Konvention über die Jahre erstaunlich wenig Abbruch getan.

Dass man in Deutschland das Elfmeterschießen so gerne als Teil des Spiels ansieht, ist wahrscheinlich ebenso nachvollziehbar wie das andere Extrem in England. Dort muss man das Ergebnis des Elfmeterschießens oft mit der Lupe suchen, weil als Ergebnis nur das Unentschieden ausgewiesen ist, und dann als Fußnote irgendwo vermerkt wird, wer eigentlich weitergekommen ist.

"Moment mal", hören wir jetzt, "schreibt Ihr nicht auch in der Überschrift 0:0 n.V.? Seid Ihr etwa Engländer?" Antwort: Das hier ist die Taktikanalyse. Und da hat - egal, was man persönlich von Elfmeterschießen hält - nur das Spiel über 120 Minuten etwas zu suchen, und nichts anderes.

Aber Stichwort "persönlich" - eine persönliche Anmerkung zum Elfmeterschießen: Die Anmerkung eines fassungslosen New York Times-Journalisten nach dem WM-Finale 1994, den wichtigsten Wettbewerb des Weltsports nach Penalties zu entscheiden, sei vergleichbar damit, das Stechen im Masters-Turnier auf der Minigolfbahn auszutragen, hat einen gewissen Charme, aber selbst, wenn man es akzeptabel findet, die wichtigsten aller Fußballentscheidungen in Form von Einzelduellen statt als Mannschaftssport auszutragen, bleibt das Problem der ungleichen Chancenverteilung.

zu "Taktikanalyse: England - Italien 0:0 n.V."
47 Kommentare
Letzter Kommentar:
wahnsinn schrieb am 26.06.2012 16:06
@ICH - geh lieber in dein "Anti-Italien-Forum" zurück, das hat nichts mehr mit meinung zu tun, sondern nur noch hass und provokation!
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