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Der bis dato letzte 100-Meter-Olympiasieger aus den USA war 2004 Justin Gatlin. Er zählt wie Michael Rodgers oder 400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt in Eugene zu den Athleten mit dopingbelasteter Vergangenheit.
Justin Gatlin ist zurück
Vor vier Jahren war Gatlin bei den Trials noch gesperrt, diesmal will der inzwischen 30-Jährige für positive Schlagzeilen sorgen. "Ich schulde meiner Familie und meinen Freunden eine große Show und ein großartiges Comeback", tönt er. Vor wenigen Wochen lief Gatlin in beachtlichen 9,87 Sekunden in Doha zum Sieg, ließ dabei unter anderen Asafa Powell (Jamaika) hinter sich.
In Eugene sind der nach einer Hüft-OP wieder genesene Tyson Gay und der Olympia-Dritte Walter Dix seine härtesten Herausforderer. Doch Gatlin schaut nicht auf die Nebenleute, sondern nur auf sich. "Ich will der Welt zeigen, dass ich ein Gott gegebenes Talent habe."
Einen elitären und exklusiven Giganten-Gipfel gibt es in der Königs-Disziplin, dem Zehnkampf. Hier treffen Bryan Clay (Olympiasieger), Trey Hardee (zweimaliger Weltmeister) und Ashton Eaton (Hallen-Weltmeister) aufeinander. Experten erwarten, dass der 20 Jahre alte US-Rekord von Dan OBrien (8891 Punkte) fallen könnte.
Die Trials garantieren für gewöhnlich nicht nur Top-Leistungen, sondern auch Dramen. Für zahlreiche Topstars wurden die Titelkämpfe zur Favoritenfalle. Im Frühjahr 1992 liefen über Monate im TV Werbespotts für das Duell zwischen "Dan and Dave". Gemeint waren Zehnkampf-Weltmeister Dan OBrien und Dave Johnson.
Beide würden in Barcelona um den Titel "Worlds Greatest Athlete" kämpfen, so der Slogan. Doch der groß gehypte Zweikampf fiel aus, als OBrien bei den Trials im Stabhochsprung dreimal an seiner Anfangshöhe scheiterte. Bye, bye, Barcelona.
Acht Jahre später trafen Weltmeister Maurice Greene und Olympiasieger Michael Johnson im vermeintlichen Super-Sprint über die 200 Meter aufeinander. Das beide sich nicht sonderlich mochten, sorgte zusätzlich für Schlagzeilen. Im Vorfeld gab es reichlich Trash Talk, das Rennen selbst wurde dann jedoch zur Luftnummer. Johnson zerrte sich den rechten Oberschenkel, Greene den linken.
Ähnlich erging es Tyson Gay 2008 in Eugene. Nach seiner windunterstützten (4,1 Meter/Sekunde) Fabelzeit von 9,68 Sekunden über 100 Meter war das 200-Meter-Rennen des damaligen Weltmeisters aufgrund eines Oberschenkel-Krampfes nach wenigen Metern beendet - und somit auch der Traum vom Doppel-Olympiasieg.





