Die deutschen Leichtathleten haben einige Monate Zeit, um die Olympia-Norm für ein Ticket nach London zu unterbieten. In den USA läuft die Qualifikation anders: Bei den US-Trials zählt nur der eine Wettkampf, eine zweite Chance gibt es nicht. Die Konkurrenz ist bisweilen größer als bei Olympia selbst.
Wer als US-Leichtathlet an den Olympischen Spielen teilnehmen möchte, für den steht der eigentliche Saisonhöhepunkt schon im Vorfeld der Spiele an. Denn der Weg nach London führt wie gewohnt nur über die US-Trials in Eugene/Oregon.
Bei den Titelkämpfen liegen zwischen Traum und Tragödie oft nur Zentimeter oder Hundertstel. "Unsere Trials gehören zu den härtesten Ausscheidungen der Sportgeschichte", betont Auswahltrainer Bob Kersee.
Bis zum 1. Juli zählen im historischen Hayward Field keine Medaillen und Meriten aus der Vergangenheit, sondern nur die blanken Ergebnisse. Lediglich die ersten Drei jeder Disziplin sind in London dabei - und das auch nur, wenn sie mit ihren Zeiten und Weiten die Qualifikations-Standards erfüllen.
Wer in Eugene patzt, bekommt keine zweite Chance: "Do or die" nennen es die Amerikaner. "Wir lassen Leute daheim, die sich, mit Ausnahme der DDR und der Sowjetunion früher sowie Jamaika heute, für jedes andere Olympia-Team qualifiziert hätten", meint Kersee.
In einigen Disziplinen ist die nationale Konkurrenz größer als die internationale. Über die Stadionrunde sind unter den Top Ten des Jahres gleich sieben Amerikaner - und Athen-Olympiasieger Jeremy Wariner ist dabei nur die Nummer sechs. Im Sprint hingegen laufen die einst so dominanten amerikanischen Asse seit Jahren schon den superschnellen Stars aus Jamaika um Usain Bolt hinterher.




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