Die Vorstellung von Holger Stanislawski als neuer Trainer war nicht die Nachricht des Tages in Köln. Wesentlich interessanter ist die Tatsache, dass beim FC Demut angesagt ist. Stanislawski wird Zeit für die Umsetzung der Ziele gegeben, außerdem soll der Kader stark verjüngt werden.
Holger Stanislawski wird beim 1. FC Köln zum großen Mutmacher und Angstnehmer. Statt Druck sind Fingerspitzengefühl und psychologisches Geschick gefragt - das sind die Eigenschaften, mit denen der neue Cheftrainer des künftigen Zweitligisten seinen Spieler begegnen will. Stanislawski überraschte mit einer im harten Fußballgeschäft höchst erstaunlichen Aussage: "Sie sollen und dürfen Fehler machen."
Aus ängstlichen und verängstigten Absteigern ein Team zu formen, das nicht zwangsweise sofort wieder in die Bundesliga zurückkehren muss: So verstehen Stanislawski und die FC-Bosse den neuen Weg des Umbruchs, der am Geißbockheim auch ohne Lukas Podolski eingeschlagen werden soll. Gemeinsam mit seinen Assistenten André Trulsen, der einst Profi in Köln war, und Klaus-Peter Nemet ist Stanislawski von einem überzeugt: "Alle Beteiligten haben uns das Gefühl gegeben, dass sich hier wirklich etwas ändern soll."
Köln will "verstärkt auf den Nachwuchs setzen
Und auch muss. 30 Prozent weniger Umsatz bedeutet ganz klar: Stanislawski wird kein Team von Zweitliga-Topstars bekommen, sondern muss eines aufbauen, bei dem frische Jugendlichkeit angesagt ist. Von Spielern, die den Personaletat bisher zu sehr belasten, wird sich der FC mit höchster Wahrscheinlichkeit trennen. "Wir werden verstärkt auf den Nachwuchs setzen", betonte Claus Horstmann als Vorsitzender der Kölner Geschäftsführung.





