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'Was macht Alfred Gislason anders?'
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Dominik Klein hat immer Lust auf Handball

Nur etwas mehr als eine Woche nach den Olympischen Spielen startet die Handball-Bundesliga in ihre neue Saison. Im Exklusiv-Interview mit sportal.de spricht Dominik Klein von Meister THW Kiel über die Pleite von Peking und beschreibt das harte Training des neuen Coaches.

sportal.de: Dominik, die Zeit zwischen Olympia und dem Saisonstart in der HBL war kurz. Wie lange hattest du eigentlich in diesem Jahr Urlaub?
Dominik Klein: (lacht)... Gute Frage, nächste Frage...Nein, das kann ich dir beantworten. Das war vor Olympia eine Woche, die ich ohne Handball hatte. Die habe ich auf der Aida verbracht, danach ging es dann schon wieder mit der Vorbereitung auf Peking mit der Nationalmannschaft weiter.

sportal.de: Nun bist du ja mit 24 Jahren noch recht jung, aber macht sich bei einem derart vollen Terminkalenders nicht trotzdem Verschleiß oder zumindest Müdigkeit breit?
Klein: Nein, wenn man so handballverrückt ist wie ich, dann merkt man das nicht. Dann nutzt man so eine Woche zwar, um mal komplett abzuschalten, aber ich persönlich habe mich am Ende der Saison schon auf die nächste Saison bzw. die nächsten Aufgaben gefreut.

sportal.de: Hätte nach Olympia nicht noch eine kleine Pause gut getan?
Klein: Es ging ja gleich munter weiter. Mittwoch bin ich zurückgeflogen, am Samstag war ich schon wieder bei der Mannschaft. Wenn man mal sieht, wie schnell die Zeit vom Ausscheiden in Peking schon vergangen ist... Da gab es gleich die ersten Testspiele, wir hatten den "Unser Norden-Cup" in Kiel und dann ja noch den Supercup gegen den HSV, ein Spiel, das auch nicht so ganz einfach war. Aber es macht einfach Spaß, wieder bei der Truppe zu sein. Die Stimmung ist gut und alles, was da im Fernen Osten abgegangen ist, das wird dadurch etwas übertüncht.

sportal.de: Wie hast du persönlich die Spiele in Peking erlebt?
Klein: Wenn man das Sportliche beiseite lässt, war Olympia natürlich der absolute Hammer. Angefangen mit der Eröffnungsfeier als dem Highlight, dann war klasse, dass man die Chinesen als ein so hilfsbereites und freundliches Volk kennengelernt hat. Alles ist durchorganisiert gewesen, da konnte man keine zehn Meter gehen, ohne dass einem ein Helfer mit einem freundlichen "this way, please" den Weg gewiesen hat. Und die zehn Meter, die man geradeaus laufen durfte, waren auch noch beschildert. Da konnte man sich eigentlich auch nicht verlaufen. Die haben sich da alle von ihrer besten Seite gezeigt, wir hatten alle Unterstützung, die wir uns wünschen konnten.

sportal.de: Die Entscheidung, dass ihr doch an der Eröffnungsfeier teilnehmen dürft, fiel ja sehr spontan.
Klein: Ja, richtig. Eigentlich war das nicht geplant gewesen. Aber als Heiner dann gehört hatte, dass wir erst so spät einlaufen, dann hat er doch noch zugestimmt. Letztlich haben wir aber doch fünf, sechs Stunden auf den Einlauf warten müssen. Das war heiß dort. Die Anzüge waren so verschwitzt, die hätte man eigentlich gleich in die Reinigung geben müssen. Aber es war ein Toperlebnis.

sportal.de: Wo habt ihr denn die Wartezeit auf euren Einmarsch verbringen müssen?
Klein:
Wir hatten uns in der Halle, wo auch die Turnwettkämpfe ausgetragen wurden, vor dem Einmarsch aufhalten müssen - da konnten wir sitzen und brauchten unsere Beine nicht zu arg strapazieren. Dann wurden wir Nation für Nation aufgerufen und mussten dann am Ende die paar Meter zum Olympiastadion laufen.

sportal.de: Eine Frage zum sportlichen Abschneiden kann ich dir aber nicht ersparen. Wie habt ihr die Enttäuschung aufgearbeitet?
Klein:
Wir haben uns zusammengesetzt und lange drüber gesprochen. Heiner hatte dann auch noch eine Abschlussrede gehalten. Wir waren alle natürlich noch sehr aufgewühlt und das hielt noch einige Zeit danach an. Aber jetzt steht die Bundesliga ja schon wieder vor der Tür. Die neuen Aufgaben stehen an und da muss man sich konzentrieren.

sportal.de: Den Supercup hast du mit dem THW Kiel ja nun schon gewonnen. War der Erfolg so ein kleines Trostpflaster für dich nach dem Olympia-Aus und dem geplatzen Traum von einer Medaille?
Klein:
Ja, etwas... aber eigentlich ging es eher darum, den Titel als Erfolg mit der Mannschaft zu sehen. Von daher war es mehr ein gelungener Härtetest für die Bundesliga als ein Trostpflaster. Doch auch dazu muss man sagen, dass wir natürlich noch lange nicht wieder auf dem Niveau sind, auf dem wir am Ende der Saison dann sein wollen.

sportal.de: Ihr geht diese Saison nach der Ablösung von Noka Serdarusic mit einem neuen Trainer an. Was unterscheidet Alfred Gislason von seinem Vorgänger
Klein:
Vergleiche braucht man da gar nicht ziehen. Jeder Trainer ist ein eigenständiger Typ. Alfred ist ein Weltklasse-Mann, der einen anderen Weltklasse-Mann ersetzt. Es macht tierischen Spaß mit ihm, die Begeisterung überträgt sich vom Trainer auf die Mannschaft und natürlich auch umgekehrt. Ich habe ja erst eine Woche mittrainiert, die meisten Jungs sind ja schon seit vier Wochen im Training.

sportal.de: Wie unterscheidet sich das Training? Hat Gislason neue Ideen eingebracht?
Klein:
Es ist ein sehr, sehr hartes Training, aber Alfred bringt auch neue Ansätze und Methoden ein: So absolvieren wir unser Sprinttraining jetzt mit Lichtschranken und Geschwindigkeitsmessern, hinterher wird alles genauestens analysiert. Ausdauertraining ist klar, aber neu ist auch, dass wir jetzt nach den Spielen am nächsten Morgen auch Krafttrainingseinheiten absolvieren. Also, er hat ein paar Neuerungen eingebracht, das macht die Arbeit dann auch wieder interessanter. Alles sehr, sehr positiv, wie ich finde.

sportal.de: Mit Nikola Karabatic fehlt euer bester Spieler noch ein paar Wochen. Ein sicherlich herber Verlust. Wäre folgendes Szenario für euch nicht einmal interessant: Der THW startet schwach in die Liga und muss sich von hinten erst wieder nach vorne spielen, anstatt von Beginn an in guter Form zu sein?
Klein:
(lacht)... also ganz ehrlich, das wäre mal etwas Neues... Aber ich wäre schon sehr froh, wenn der Start gut gelänge. Bei unserem Team gibt es einfach keine Handbremse. Dazu haben wir gar nicht die Charaktere, wir geben immer Vollgas. Und das Schöne ist ja, dass unser Kader so zusammengeblieben ist. Wir spielen wieder mit der gleichen Mannschaft auf und wollen natürlich auch die gleichen Ziele erreichen: Möglichst jedes Spiel gewinnen...

sportal.de: ...und natürlich auch möglichst jeden Titel holen?
Klein:
Das wäre natürlich dann noch besser.

sportal.de: Wen siehst du als euren härtesten Widersacher im Kampf um die Meisterschaft an?
Klein:
Auf jeden Fall Hamburg. Schon aufgrund der Breite ihres Kaders. Wenn man mal guckt, was die für international erfahrene Spieler in ihren Reihen haben. Das ist schon klasse. Velyky, Hens, die Gilles, ... da kommt schon eine gewaltige Macht auf uns zu. Das ist eine tolle Herausforderung, gegen solche Gegner zu bestehen. Aber Flensburg und Kronau sollte man natürlich auch nicht unterschätzen. Für die gilt eigentlich das, was ich zu Hamburg gesagt habe.

sportal.de: Abschließend noch eine Frage zu dir persönlich. Du hast in den zwei Jahren in Kiel eigentlich alles gewonnen. Denkst du manchmal daran, vielleicht noch einmal den Club zu wechseln, eventuell ins Ausland zu gehen?
Klein:
Bis 2011 habe ich noch Vertrag. Über einen Wechsel habe ich mir persönlich noch gar keine Gedanken gemacht. Ich sehe es als persönlichen Erfolg an, bei dem besten - bzw. einem der zwei besten Clubs der Welt - einen so langfristigen Vertrag zu haben. Das ist schon toll, über alles andere mache ich mir momentan überhaupt keine Gedanken.

sportal.de: Dominik, wir danken dir für das Gespräch und wünschen alles Gute für den Ligastart.

Das Interview führte Malte Asmus

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