04.05.2009
Geschichte wird gemacht - es geht voran
Die Snooker-Weltmeisterschaft 2009 ist schon jetzt geschichtsträchtig, denn mit den Centurys 82 und 83 wurde der Rekord von 68 Hunderter-Breaks bei einer WM schon jetzt deutlich geschlagen. Zudem gibt es noch einige weitere Aspekte, die noch in den Geschichtsbüchern verewigt werden müssen. sportal.de Snooker-Experte Gunnar Beuth hat in der Historie gekramt.
Denn egal wer gewinnt, es gibt eine Geschichte zu erzählen. John Higgins könnte seit Dennis Taylor, der 1985 als 36-Jähriger den Titel gewinnen konnte, der älteste WM-Sieger werden. Der Schotte wird am 18. Mai 34 und gewann bereits in den Jahren 1998 und 2007 die Wettkämpfe in Sheffield. Dazu steht er vor der Tür des Raumes, dessen Schlüssel nur Ronnie O’Sullivan, Steve Davis und Stephen Hendry besitzen. Denn diese drei Spieler haben sich mindestens drei Titel im Crucible Theatre zu Sheffield gesichert.
Auch Murphy hat sich vorgenommen, Geschichte zu schreiben. Denn den 5:11-Rückstand aufzuholen wäre die größte Aufholjagd, die je ein Snooker-Profi im WM-Finale vollbracht hätte. Da steckt doch ordentlich Feuer drin möchte man meinen. Und seien wir ehrlich, Shaun Murphy wird sich kaum ergeben, wenn es in die dritte Session geht.
Er hat ja nicht einmal sonderlich schlecht gespielt. Higgins hatte eben diesen Gang, von dem Ronnie O’Sullivan vor dem Turnier gesprochen hatte. Er sagte damals, dass nur er und Higgins diesen geheimen Gang hätten, in den sie im Verlaufe eines Matches hochschalten könnten. Diesen hat der Schotte in der zweiten Session genutzt und sich wahrscheinlich eben den Vorsprung gesichert, der am Ende reichen wird.
Aber erinnern wir uns ans Halbfinale, in dem John Higgins fast einen 13:3-Vorsprung gegen Mark Allen verspielt hätte. Irgendwann, falls der Wizard of Wishaw weiter Gas geben kann, kommt bei Murphy der Punkt, an dem er abschaltet und einfach befreit aufspielen wird. Warten wir es ab. Zwei Sessions trennen uns noch vor der Krönung der Weltmeisters und mit versuchter Objektivität finde ich, dass der Schotte sich den Pokal durchaus verdient hat.
Doch ich freue mich auf die Steigerung von Murphy, der es hoffentlich schafft, in die vierte Session zu kommen und dort möglichst gut spielt, damit wir bis spät in die Nacht unsere Freude an diesem großartigen Duell haben werden. Denn eins ist auch klar, die Saison ist vorbei und es wird ein langes Loch entstehen, bevor die Kugeln wieder rollen. Ein Grund mehr, Shaun Murphy erstmal die Daumen zu drücken. Allen Fans viel Spaß und einen schönen letzten Tag mit Snooker.
Gunnar Beuth