Während die Veranstalter nicht müde werden zu sagen, dass die World Tour Finals in South East London ein Kassenknaller sind, hat der vermeintliche Liebling den Kampf um die Gunst des Publikums schon längst verloren.
Dabei sollte doch Andy Murray in der O2-Arena zum neuen Volkshelden werden. Die englische Boulevard-Presse gab ihr Bestes, doch die Ernüchterung folgte spätestens nach dem ersten Match gegen Roger Federer.
Schon beim Einmarsch in die Arena vor der sagenhaften Kulisse von 17.500 Fans wurde der Kontrahent aus der Schweiz mit mehr Jubel bedacht. Da half auch die ausgewählte Musik von The Clash "London Calling" nicht mehr. Bei Murray stand man nur brav auf und applaudierte.
Während des Matches wurde es noch deutlicher. Immer wieder hörte man scherzhaft gemeinte Zwischenrufe wie "Come on, Tim" aus dem Publikum. Das britische Tennispublikum liebt Tim Henman, ihren tragischen Helden, offensichtlich immer noch. Murray ist ihnen einfach zu farblos, ein Mann ohne Ecken und Kanten. Da spielt die Tatsache, dass Murray ein Schotte ist, nur eine untergeordnete Rolle. Helfen würde nur ein Grand Slam-Sieg - am besten in Wimbledon.